Lithium steckt in jeder Batterie, doch das Metall ist knapp und deshalb teuer. Der Grund: Es kann nicht so schnell abgebaut werden, wie die Nachfrage steigt. Das macht besonders Elektroauto-Herstellern wie Tesla zu schaffen. Nun will Tesla-Chef Elon Musk notfalls selbst in den Lithium-Abbau einsteigen.

Musk beschwert sich auf Twitter über hohe Lithiumpreise

„Der Preis für Lithium ist auf ein irrwitziges Niveau gestiegen! Wenn die Kosten nicht sinken, könnte Tesla sogar selbst im großen Stil in Abbau und Raffination einsteigen“, twitterte Musk. Er schreibt weiter, dass es an Lithium selbst keinen Mangel gebe und das Element fast überall auf der Erde vorkomme. Doch Abbau und Verarbeitung des Batteriemetalls gingen zu langsam voran, klagt er.

Womit er grundsätzlich recht hat: Lithium ist nicht selten, doch seine Gewinnung ist oft langwierig und verursacht teils erhebliche Umweltschäden. Etwa in Südamerika, wo Lithium aus Salzseen gewonnen wird.

Will Tesla Lithium in Nevada abbauen?

Elon Musk denkt bei seinen Plänen aber offenbar eher an die USA. Bereits 2020 erklärte er, er gehe davon aus, dass es allein im US-Bundesstaat Nevada genug Lithium gäbe, um den gesamten Straßenverkehr in den USA zu elektrifizieren. Tesla soll 2020 zudem versucht haben, Cypress Development zu kaufen. Das Unternehmen will in Nevada Lithium aus Tongestein gewinnen. Die Übernahme scheiterte, doch Tesla hat mittlerweile selbst ein Patent für den Lithiumabbau aus Ton eingereicht und soll sich ebenfalls Abbaurechte in Nevada gesichert haben.

Preiserhöhungen bei Tesla

Seitdem ist nicht viel passiert, doch die steigenden Lithium-Preise zwingen Tesla bereits zu Preiserhöhungen. Vor kurzem verteuerte der Autobauer seine gesamte Produktpalette. Die Basisversion des Model 3 kostet inzwischen über 46.000 Dollar. „Tesla und SpaceX sehen sich in letzter Zeit einem erheblichen Inflationsdruck bei Rohstoffen und Logistik ausgesetzt“, twitterte Musk zur gleichen Zeit. Autobauer leiden zudem unter dem weltweiten Mangel an Mikrochips sowie unter den politischen Folgen von Russlands Einmarschs in die Ukraine, der die Rohstoffpreise in die Höhe treibt.

Noch keine echten Alternativen zur Lithium-Ionen-Batterie

Wir werden sehen, ob Tesla seine Ankündigung wirklich wahr macht. Eine andere Möglichkeit wäre, die Abhängigkeit von Lithium in der Batterieherstellung zu senken. Manche Experten sehen Zink als Alternative, andere setzen auf Natrium- oder Salzbatterien. Doch diese neuen Akkus können bei der Energiedichte noch nicht mit heutigen Lithium-Ionen-Batterien mithalten.

In naher Zukunft wird Tesla also weiter auf teures Lithium setzen müssen, was vermutlich neue Preiserhöhungen – auch bei anderen Autoherstellern – nach sich zieht. Das wiederum könnte als Folge die Bemühungen um eine schnelle Umstellung auf Elektroautos untergraben.

Quellen / Weiterlesen

Elon Musk Suggests Tesla Might Start Mining Lithium | Futurism
Lithium-Preis seit 2020 mehr als verzehnfacht: Tesla-Chef Musk will nicht mehr lange zusehen | TeslaMag
Elon Musk: Tesla-Chef will „wahnsinnige Lithiumpreise“ nicht länger hinnehmen | t3n
Lithiumpreis vervierfacht sich: Löst Tesla bald selbst das Dilemma? | EFahrer
Bildquelle: flickrDaniel Oberhaus

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    Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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