Woher kommen die Batterien für die Elektromobilität? Wenn wie geplant zum Ende des Jahrzehnts Millionen Elektroautos auf den Straßen sind, lässt sich die Nachfrage nach Batterien nicht ohne das Recycling von Altbatterien decken. Bei Renault hat das Thema Recycling und Kreislaufwirtschaft deshalb einen hohen Stellenwert.

Dreistufiges Konzept zur Kreislaufwirtschaft bei Batterien

Renault ist schon früh einen anderen Weg als andere Hersteller gegangen und vermietet den größten Teil seiner E-Auto-Batterien, statt sie zu verkaufen. Da 93 Prozent der Batterien so im Besitz von Renault bleiben, behält der Hersteller die Kontrolle über den gesamten Batterie-Lebenszyklus. Er kann einen geschlossenen Kreislauf aufbauen. Wie das geht, erklärt Martin Zimmermann, Vorstand Kommunikation der Renault Deutschland AG, im Gespräch mit recyclingnews.de. „Wir haben ein dreistufiges Kreislaufwirtschaftskonzept für E-Fahrzeug-Batterien etabliert“, so Zimmermann.

1. Stufe: Optimierung der Lebensdauer der Batterie

Im ersten Schritt gehe es um die Nutzungsphase. Der Batteriezustand werde in Echtzeit überwacht, um eine optimale Lebensdauer der Batterie in der On-the-Road-Phase zu gewährleisten. In eigenen Reparaturzentren repariere Renault defekte Batterien.

2. Stufe: „Second Life“ als stationärer Speicher

Wenn eine Batterie unter 75 Prozent ihrer Ladekapazität fällt, ist sie für den Einsatz im Elektroauto nicht mehr geeignet. Sie ist aber noch als stationäre Batterie in sogenannten „Second Life“-Anwendungen verwendbar. Renault verfüge mit dem Bau des „Advanced Battery Storage“ über eines der größten stationären Energiespeichersysteme aus Elektrofahrzeugbatterien in Europa, sagt Martin Zimmermann. „Ziel ist es, Schwankungen und Bedarfsspitzen bei der Stromversorgung auszugleichen und die Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz voranzutreiben“, erklärt er. Die ersten dieser Anlagen wurden demnach Anfang 2019 an drei Standorten in Frankreich und Deutschland fertiggestellt.

3. Stufe: Recycling

Im dritten Schritt folgt das Recycling. Wenn die Batterien nicht mehr in stationären Systemen eingesetzt werden können, können ihre Rohstoffe wiederverwertet werden. Die Batteriezellen werden zunächst in mehreren Schritten zerkleinert. Anschließend wird in einem hydro-metallurgischen Verfahren ein Großteil der enthaltenen Metalle zurückzugewonnen. Heraus kommen etwa Nickel und Kobalt, die Zimmermann zufolge relativ rein sind und für Nebenprodukte oder als Sekundärrohstoff verwendbar sind. Bei Renault arbeite man mit Hochdruck daran, das Recycling und insbesondere die Verfahren zur Rückgewinnung der Schlüsselmineralien immer weiter zu verbessern.

Quellen / Weiterlesen

Mieten statt kaufen: Renault schließt den Batteriekreislauf | recycling news
Renault-Manager erklärt Kreislaufsystem von Elektroauto-Akkus | Elektroauto-News
Renault setzt auf geschlossenen Batterie-Kreislauf | ecomento.de
Bildquelle: flickralbertizeme

2 KOMMENTARE

  1. Stromspeicherung ist angesagt. Die Version aus Altbatterien wird aber keine Zukunft haben. Battreimobilität wird durch Wasserstroff abgelöst und wird nur noch ein Nischendasein führen! Einerseits wegen der geringen Kapazitäten, andererseits wegen der günstigeren Möglichkeiten durch Produktion u n d Speicherung v on Lageenergie in Salzlagerstätten. Siehe http://www.erneo.de, die ermöglichen Speicherungen im BW-Bereich. Das wäre in Norddeutschland an hunderten von Standorten möglich, wenn Politik es will!
    Das viel gewichtigere Argument gegen die Batterie-E-Möbilität ist, neben vielen anderen, das zunächst ja erst einmal ein Versorgungsnetz vorhanden sein muss. Das kostet bis zum letzten Einsiedler ca. 300 Mrd. €! Wenn das dann nach etwa 10 Jahren vorhanden ist, muss auch noch eine Regelungssoftware (etwa Smart Grid) her, die es noch nicht gibt! Und dann haben wir Deutschen, was es sonst weltweit nicht gibt, für unsere ausländischen Konkurrenten eine excellente und kostenlose Basis für Batterie-E-Mobilität geschaffen. Die Software bietet zudem eine offene Flanke für Hacker aus Militär. Drittstaaten, Firmen und der Allgemeinheit, wie es besser nicht geht! Diese Flanke ist nicht zu schützen, wie sich täglich zeigt du wird dann mit Sicherheit durch die Internetprotagonisten betrieben, mit ohne Zweifel, auch gegen unsere Interessen genutzt. Sind wir eigentlich so blöd ?

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