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Vor einigen Wochen haben wir über den Piëch Mark Zero berichtet, einen Elektrosportwagen mit 500 Kilometern Reichweite, der auf dem Genfer Autosalon als Konzept vorgestellt wurde. Schon damals pries Hersteller Piëch Automotive die kurze Ladezeit der Batterie, ohne zu erklären, welche Technologie dahintersteckt. Scheibchenweise werden nun mehr Details zum Fahrzeug bekannt.

4:40 Minuten Ladezeit

Der Zweisitzer wurde seit dem Genfer Autosalon stetig weiterentwickelt, teilte Piëch Automotive mit. Speziell bei der Batterie habe man weiter Fortschritte gemacht. Bisher ist bekannt, dass die Batterietechnologie von der DESTEN Gruppe aus Hongkong stammt, die sie von Grund auf neu entwickelt hat. Es soll sich um eine Lithium-Ionen-Batterie mit innovativen Batteriezellen handeln, die sich beim Laden und Entladen kaum erwärmen. Dies ermöglicht deutlich höhere Ladeströme und damit kürzere Ladezeiten, auch die Rekuperationsrate ist höher.

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Auf dem Genfer Autosalon hatte Piëch die Ladezeit der neuartigen Batteriezellen mit unter 5 Minuten angegeben. Diesen Wert hat der Hersteller nun konkretisiert: An einer Schnellladesäule von Ladepartner TGOOD mit 350 kW Ladeleistung dauert es 4:40 Minuten, bis der 70-kWh-Akku wieder zu 80 Prozent aufgeladen ist. Weil die Zellen vollständig luftgekühlt werden können, werden durch den Verzicht auf Flüssigkühlung noch etwa 200 Kilo Gewicht eingespart.

Solange die Anmeldung zum Patent noch läuft, will Piëch keine genaueren Informationen zu den Batteriezellen geben. Der TÜV Süd und der Systemlieferant Hofer Powertrain sowie die Hochschule Esslingen hätten die Akkus aber getestet und zertifiziert.

Längere Ladezeiten an Schnell-Ladesäulen von Ionity

Ob der Sportwagen hierzulande auch in so kurzer Zeit geladen werden kann, hängt von der Ladesäule ab. Der Piëch Mark Zero kommt in Kombination mit den TGOOD-Säulen ohne wassergekühlte Ladekabel aus, die etwa an den Schnellladesäulen von Ionity nötig sind. Dafür braucht es allerdings einen eigenen Stecker. Das Laden an den Ionity-Säulen ist möglich, dann erhöht sich laut Piëch die Ladezeit auf 8 Minuten. Piëch sieht zudem eine Schnellladesäule für die eigene Garage vor. Diese soll mit einem 100 kWh-Speicher ausgestattet sein, der etwa selbst erzeugten Solarstrom speichert.

Verkaufsstart ab 2022

Als nächstes will sich Piëch auf die Serienproduktion der Zellen und Akkus konzentrieren. Erste Testfahrten mit einem Prototyp des Piëch Mark Zero sind noch für dieses Jahr geplant. In den nächsten drei Jahren soll der Sportwagen in drei Varianten auf den Markt kommen und zwischen 150.000 und 170.000 Euro kosten.

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Quellen / Weiterlesen


Neuer Zelltyp von DESTEN lädt Sportwagen Piech Mark Zero | Cleanthinking
Piëch Mark Zero: Elektro-Sportwagen der Zukunft | ADAC
Bilderquelle: © Piëch Automotive AG
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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

5 KOMMENTARE

  1. „An einer Schnellladesäule von Ladepartner TGOOD mit 350 kW Ladeleistung dauert es 4:40 Minuten, bis der 70-kWh-Akku wieder zu 80 Prozent aufgeladen ist.“

    Berechnungsvariante 1:
    4:40 Minuten sind 0,0778 Stunden
    350 kW × 0,0778 h = 27,23 kWh
    27,23 kWh sind 38,9 % von 70 kWh

    Berechnungsvariante 2:
    80 % von 70 kWh sind 56 kWh
    56 kWh : 350 kW = 0,16 h
    0,16 Stunden sind 9:36 Minuten

    Irgend etwas stimmt also an der zitierten Aussage offenkundig nicht.

  2. @Hentinger: Ich wollte auch gerade eine solche Berechnung posten. Danke, da haben Sie mir die Arbeit abgenommen!
    Vielleicht noch eine Kombi-Variante:
    4:40 Minuten sind 0,0778 Stunden
    80 % von 70 kWh sind 56 kWh
    56 kWh / 0,0778h = 720 kW benötigte Ladeleistung

    Bei diesen Überschlags-Berechnungen sind keinerlei Ladeverluste berücksichtigt und man geht davon aus, dass die maximale Ladeleistung über die ganze Ladedauer nutzbar ist.
    Das ist in der Praxis nie der Fall!
    Also: Hier spuckt mal wieder jemand große Töne! In der Sache nicht haltbar!

  3. Die Rechnung stimmt im Idealfall unter folgenden Bedingungen:
    – Der Ladewirkungsgrad liegt bei ca. 95%.
    – Das ergibt, während einer Ladezeit von 4:40 Minuten, eine Energiezunahme von 25,9kWh.
    – Das ist, bezogen auf 70 kWh, eine Aufladung um 37%.
    – Die Aussage des Herstellers stimmt also nur dann, wenn jemand mit einer Restladung von 43% auf 80% lädt.
    – Oder: Es ist das übliche Marketings-Sprech.

  4. @Herbert G.: Die Rechnung stimmt schon bei Annahme eines Ladewirkungsgrads von 100% nicht, bei 95% natürlich noch weniger. Bei den Angaben „auf 80%“ vermisse ich auch immer den Ausgangszustand. Mit 0% kommt ja niemand an die Ladesäule gefahren, also müsste man z.B. sagen: von 10 bis 80% in x:xx Minuten.
    Die Herstelleraussage (56 kWh in 4:40 min) stimmt NIEMALS!

  5. Bei der Gelegenheit möchte ich noch einen weiteren Aspekt einbringen:

    Die üblichen 20 kV Freileitungen, die im Mittelspannungsbereich eingesetzt werden, haben in der Regel eine maximale Leistung von 16 MW.

    Würde man im Versorgungsgebiet einer solchen Leitung also lediglich 4 Ladestationen errichten, die (rechnerisch) einen 70-kWh-Akku in 4:40 Minuten um 80 % (also z.B. von 0 auf 80 %, oder von 10 % auf 90 %) laden könnten, und diese würden gleichzeitig genutzt, dann hätte man folgende Situation:

    4 × 70 kWh × 80 % = 224 kWh
    224 kWh : 0,0778 h = 2.880 kW

    Allein diese 4 (in Worten: vier) gleichzeitig ladenden Elektroautos würden die 20-kV-Freileitung also bereits zu 18 % auslasten. Bis 2050 (wenn es nach den Kinderkreuzzüglern geht sogar bereits bis 2035) sollen aber nicht nur die Autos, sondern alle Energieverbraucher auf elektrische Energieversorgung umgestellt sein – also z.B. auch die Gebäudeheizungen.

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