Piëch Automotive hat für 2022 einen Elektrosportwagen mit 5 Minuten Ladezeit angekündigt. Neue prominente Namen in der Führungsebene sollen dem „Mark Zero“ den nötigen Schub verleihen.

Das Design ist fertig, Prototypen sollen folgen

Piëch Automotive wurde 2017 von Rea Stark und Anton Piëch gegründet, dem Sohn des ehemaligen VW-Chefs Ferdinand Piëch. Der Sportwagen ist das erste Modell des Start-ups und wurde 2019 auf dem Genfer Autosalon vorgestellt. Er soll sich durch eine besonders kurze Ladezeit auszeichnen. Nachdem das Design fertig ist, lässt Piëch jetzt die ersten Prototypen des Zweisitzers herstellen, der bisher als Mark Zero oder Piëch GT2 bezeichnet wurde.

Das ist das neue Führungsteam bei Piëch

Neuer Präsident des Aufsichtsrates ist Matthias Müller, früher Vorstandsvorsitzender bei Porsche and Volkswagen. Er wird einer Pressemitteilung zufolge eng mit den beiden Gründern an der Produktentwicklung und der Unternehmensstrategie arbeiten.

Klaus Schmidt, früher Chefingenieur bei BMW, ist bei Piëch als Chief Technology Officer tätig und wird jetzt einer von zwei CEOs des Start-ups. Er war in den letzten Jahren führend an der Entwicklung der modularen Fahrzeugplattform beteiligt, die verschiedene Karosserie- und Antriebsvarianten ermöglicht.

Der zweite CEO wird Andreas Henke, der gleichzeitig Marketingchef ist. Er wechselt vom Audiosystemhersteller Burmester zu Piëch Automotive, davor war er bei Porsche als Manager in den Bereichen Marketing, Strategie und Verkauf tätig. Bei Piëch soll er nun die Vision, Markenplatzierung und das Unternehmensprofil schärfen.

Ein weiterer prominenter Name ist Jochen Rudat, er wird neuer Head of Sales bei Piëch. Er arbeitete zehn Jahre lang bei Tesla direkt unter Elon Musk und baute das europäische Vertriebsnetz auf.

Piëch will nächstes Jahr mit der Produktion starten

Die erste Finanzierungsrunde hat Piëch erfolgreich abgeschlossen, dabei konnte unter anderem Peter Thiel als Investor gewonnen werden. Bei der nächsten Runde wird das Start-up von UBS als beratende Bank unterstützt. Piëch will sich damit das nötige Kapital sichern, um nächstes Jahr mit der Produktion starten zu können. In Memmingen beginnt inzwischen der Bau des Piëch Engineering Campus.

Innovative Batterietechnologie

Der neue Sportwagen hat über 600 PS und beschleunigt Piëch zufolge in unter 3 Sekunden auf 100 km/h. Er wird 250 Stundenkilometer schnell. Herausragend ist jedoch die angegebene Ladezeit von 4:40 Minuten auf 80 Prozent. Das reicht für 400 Kilometer Reichweite, mit vollem Akku sind 500 Kilometer nach WLTP möglich.

Die Batterien stammen von der deutsch-chinesischen Desten Group und basieren auf einem neuartigen Zelltyp, der auch bei Vollgas nicht heiß wird. Dadurch benötigt das Fahrzeug kein Kühlwasser, was wiederum Gewicht spart. Der Elektrosportwagen wiegt dadurch nur 1,8 Tonnen. Wie die Batterietechnik genau funktioniert, hat Piëch noch nicht verraten, der Widerstand sei jedoch geringer als bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien. Dadurch lassen sie sich viel schneller und mit weniger Verschleiß laden. Sie sollen deshalb bis zu 5.000 Ladezyklen durchhalten.

Neben dem Sportwagen plant Piëch noch zwei weitere Modelle, Berichten zufolge einen Viersitzer und einen SUV.

Quellen / Weiterlesen

Piëch Automotive beschleunigt auf die Zielgerade | Piëch Automotive AG
Startup Piëch Automotive mit „Tesla-Niveau“ und Ass im Ärmel bei neuem E-Sportwagen | finanzen.net
Piëch Automotive gewinnt Matthias Müller, Jochen Rudat und Peter Thiel | cleanthinking.de
Piëch Mark Zero: Elektro-Sportwagen der Zukunft | ADAC
Bilderquelle: © Piëch Automotive AG

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    Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

    1 KOMMENTAR

    1. Das mit der „Blitzladung“ glaube ich erst, wenn sowohl das Auto mit dem Wunder-Akku als auch die zugehörige TGOOD-Ladesäule existieren. Als E-Techniker kann ich mir das Rumrechnen nie ganz verkneifen:
      Bei einem angenommenen Verbrauch von 20 kWh pro 100 km müssen für 400 km Reichweite 80 kWh nachgeladen werden. Wenn man das in unter 5 Minuten machen will, braucht man 1 GW Ladeleistung. Rein theoretisch und ohne Berücksichtigung irgend welcher Verluste. An diesen Fakten kommt auch eine noch so prominente Führungsriege nicht vorbei.

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