Der Markt für Elektroautos ist seit Wochen eingebrochen, es werden quasi kaum noch neue Kaufverträge abgeschlossen, wie Händler berichten. Der Grund dafür ist die neue höhere Kaufprämie. Doch niemand weiß, wann diese in Kraft tritt.

Bis zu 2.000 Euro mehr Rabatt mit der neuen Kaufprämie

Vor einigen Wochen haben sich Bundesregierung und Autoindustrie auf eine höhere Kaufprämie geeinigt. Käufer von batterieelektrischen Autos können nach der Erhöhung mit 6.000 Euro Rabatt rechnen, den sich Hersteller und Bund teilen. Bisher sind es 4.000 Euro. Auch für Plug-in-Hybride steigt der Zuschuss von 3.000 auf bis zu 4.500 Euro. Dabei gibt es eine Staffelung je nach Listenpreis des Elektrofahrzeuges.

Gute Nachrichten also für Autokäufer. Doch noch ist nicht klar, wann die Erhöhung umgesetzt wird. Der bisherige Beschluss hat noch keine Gesetzeskraft, so dass die neuen Zuschüsse nicht gewährt werden können. Auf der Homepage des zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sind aktuell noch die alten Fördersätze angegeben.

Kritik von Herstellern und Verbänden

Von den Autoherstellern kommt Kritik. „Kein Kunde kauft heute, wenn er weiß, dass es bald höhere Zuschüsse geben wird. Aber niemand weiß, ab wann. Im Handel herrscht Ratlosigkeit, das ist für alle Beteiligten unerträglich. Die neue Regelung muss schnellstens in Kraft treten und Klarheit geschaffen werden“, so Uwe Hochgeschurtz, Vorstandsvorsitzender von Renault Deutschland. Vertreter des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) forderten, die entsprechende Verordnung müsse in den nächsten Tagen erscheinen, um die aktuelle Kaufzurückhaltung zu beenden.

Auf der anderen Seite kommt es den Fahrzeugherstellern sogar entgegen, wenn Elektroautos erst im neuen Jahr zugelassen werden. Denn das neue Ziel von 95 Gramm CO2-Ausstoß im Flottendurchschnitt gilt erst ab dann, und Elektroautos zählen dann sogar doppelt. Deshalb ist eine Zulassung im nächsten Jahr rechnerisch günstiger.

Quellen / Weiterlesen

Elektroautos werden derzeit kaum gekauft | heise online
Der Verkauf von Elektroautos steht still | Frankfurter Allgemeine
Händler berichten: Nachfrage nach Elektroautos bricht massiv ein | WinFuture
Bildquelle: Pixabay
Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

3 KOMMENTARE

  1. Ein sehr interessantes Thema! Politik zögert mit Entscheidung über Kaufprämie und Autohersteller kritisieren was ihnen zu Gute kommt?! Wir brauchen saubere Energie und trotzdem der Ausstieg aus Kohleenergie und die Erweiterung der Windenergie werden gleichzeitig gebremst?! Das zeigt, was für ein Chaos rund um Umweltschutz hier herrscht! Deutschland ist ein Hightech-Land der dringend eine Hightech-Politik braucht, da uns Zeit läuft aus!

  2. Ein weiteres Beispiel dafür, wie hirnlos unsere Politik agiert. Die beabsichtigte Wirkung wird ins Gegenteil verkehrt.

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