Los Angeles Police Department: Verbrecherjagd im Elektroauto?

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los-angeles-polizei-elektrofahrzeugJagt die Polizei in Los Angeles Ganoven bald in Elektroautos? Bürgermeister Eric Garcetti will L.A. zum Vorbild für nachhaltige Mobilität machen und den städtischen Fuhrpark auf elektrische Antriebe umstellen. Die Hälfte aller bis zum nächsten Jahr neu angeschafften Autos soll elektrisch sein, bis 2025 soll die Quote bei 80 Prozent liegen. Mit 2.000 Autos soll mittelfristig die größte städtische Flotte an Elektrofahrzeugen in ganz Amerika entstehen.

Nissan Leaf, Tesla und BMW i3 im Polizeitest

Das Los Angeles Police Department (LAPD) soll dabei den Anfang machen: Bis Sommer sollen die ersten 100 Elektroautos gekauft werden. Flottenchef Vartan Yegiyan hat deshalb schon letztes Jahr verschiedene Modelle zu Testzwecken angeschafft, unter anderem einen Nissan Leaf, ein Tesla Model S und einen BMW i3. Diese sollen nun ihre Alltagstauglichkeit im Polizeieinsatz unter Beweis stellen. Verfolgungsjagden stehen allerdings vorerst nicht auf dem Programm: Die Stromer sollen erst einmal nur für zivile Erledigungen, den internen Verkehr zwischen den Dienststellen oder für Kurierfahrten genutzt werden.

Zusatzausstattung macht den Akkus zu schaffen

Ein Problem dabei ist allerdings die zentnerschwere Ausstattung, mit denen das LAPD seine Fahrzeuge ausrüstet: Kennzeichenscanner, Kameras, schussfeste Türen, Waffenhalterungen, Suchscheinwerfer und vieles mehr erhöhen das Gewicht der Wagen enorm – schlecht für die Reichweite. Außerdem verbraucht die Technik jede Menge Strom, was dem Akku ebenfalls zu schaffen macht. Zudem ist die begrenzte Akku-Kapazität von Elektroautos an sich ein potentielles Problem für die Polizei. Doch obwohl es in L.A. zusätzlich jede Menge Steigungen gibt und das gesamte Einsatzgebiet des LAPD über 480 Quadratmeilen umfasst, sorgt man sich nicht, mit leerem Akku liegenzubleiben. Man wolle dafür sorgen, dass immer eine Ladesäule in der Nähe ist – kein Verbrecher solle darauf hoffen, der Polizei zu entkommen, weil der Akku des Elektroautos leer ist, heißt es.

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Entscheidung für einen Hersteller soll in den nächsten Wochen fallen

Trotzdem dürften wilde Verfolgungsjagden im Tesla noch eine Weile auf sich warten lassen: Im Augenblick geht es erst einmal darum, die Bedürfnisse des LAPD zu analysieren, um dann spezielle Elektroautos bauen zu lassen. Welcher Hersteller den Zuschlag für die ersten 100 Autos bekommt, soll in den nächsten Wochen entschieden werden. Beim LAPD ist man sich sicher, dass der technische Fortschritt schnell genug voranschreitet, um Elektroautos bald sinnvoll als Polizeiwagen einsetzen zu können. Das Ziel ist klar vorgegeben: In Kalifornien sollen ab 2050 keine Autos mit Verbrennungsmotoren verkauft werden.

Auch in Deutschland setzt die Polizei auf Elektroautos. Beispielsweise hat die Polizei in Sachsen eine ganze Flotte an Elektro-Daimler angeschafft und in Nordrhein-Westfalen testet die Polizei den Renault Twizy.

Quellen / Weiterlesen:
Revolution in Los Angeles: Die Polizei fährt bald elektrisch | Motor Talk
In Kalifornien jagt die Polizei bald im E-Auto Gangster | DIE WELT
Los Angeles Police Department: Stromern im Streifendienst | Handelsblatt
Emission-free cash transport with the BMW i3.The all-electric BMW i3 also proves its value as an emergency vehicle for police forces, rescue services and fire departments | BMW Group
Bildquelle: © BMW Group

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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