Schon länger gab es Gerüchte, jetzt ist es offiziell: Die deutsche Tochter von Byton ist insolvent. Damit ist weiter offen, wie es mit dem chinesischen Elektroauto-Start-up weitergeht.

Deutscher Standort geschlossen, Mitarbeiter entlassen

Byton steckt schon länger in finanziellen Schwierigkeiten. Die deutsche Tochter Byton GmbH hat ihren Sitz in Ismaning bei München, dort befand sich das Design- und Entwicklungszentrum. Das erste Byton-Modell M-Byte sollte eigentlich schon 2020 auf den Markt kommen, doch wegen der Corona-Pandemie mussten die Chinesen die Produktion stoppen.

Verschiedene Medien berichteten, dass die Mitarbeiter in Deutschland schon länger kein Gehalt mehr bekommen hätten, mittlerweile seien sie entlassen worden. Das hat ein Sprecher von Byton Deutschland inzwischen bestätigt. Am 20. April ordnete das Amtsgericht München nun die vorläufige Insolvenzverwaltung über die Byton GmbH an.

Verdacht der Insolvenzverschleppung

Schon Ende Januar gab es Meldungen, dass die Staatsanwaltschaft München wegen Insolvenzverschleppung bei Byton ermittelt. Deshalb wurde der ehemalige Geschäftsführer der Byton GmbH Daniel Kirchert angeblich sogar per Haftbefehl gesucht. Zu dem Verdacht kam es, weil die Insolvenz der Byton GmbH scheinbar bereits im Jahr 2020 im Raum stand. Meldungen zufolge hatte sich Daniel Kirchert selbst für diesen Schritt ausgesprochen, um den Weg für eine Sanierung freizumachen.

Diese Maßnahme hätten die Verantwortlichen in China jedoch abgelehnt, so dass Kirchert im Juli 2020 nur der Rückzug als Geschäftsführer übriggeblieben war, um nicht selbst zu haften. Danach gab es keinen neuen Geschäftsführer mehr, um Kurzarbeitergeld für die Beschäftigten zu beantragen, oder um Insolvenz anzumelden. Kirchert ist inzwischen bei Evergrande Auto tätig, einem chinesischen Konkurrenten von Byton.

Byton hat neben dem Hauptsitz in China einen weiteren Standort in Kalifornien, wo offenbar ebenfalls alle Mitarbeiter entlassen wurden. Auch dort hatte es Probleme mit den Gehaltszahlungen gegeben. Der Grund für den Geldmangel bei Byton sind zugesagte Investorengelder, die wegen der Coronakrise nicht gezahlt wurden.

Kommt der Byton M-Byte doch noch auf den Markt?

Inzwischen hofft Byton auf einen Neustart: Die gestoppte Produktion des M-Byte soll 2022 wieder losgehen, unter anderem mit Hilfe des taiwanischen Apple-Auftragsfertigers Foxconn. Die Byton-Autofabrik im chinesischen Nanjing ist fertig, so dass die Hoffnung besteht, dass der M-Byte nächstes Jahr zumindest in China auf den Markt kommen kann. Was für den europäischen Markt geplant ist, ist weiter offen.

Quellen / Weiterlesen

Byton Deutschland ist insolvent | kfz-betrieb
Deutsche Byton-Tochter mit Sitz in Ismaning ist insolvent | electrive.net
Bytons deutsche Tochter ist insolvent | WirtschaftsWoche
Byton: Deutsche Tochter des chinesischen Tesla-Herausforderers insolvent | t3n
Bildquelle: © BYTON

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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