Bei Elektroautos schien Honda lange abgehängt. Eine Kooperation mit General Motors soll dem Autobauer nun den Einstieg in den lukrativen Markt für Elektro-SUV sichern. Gleichzeitig arbeiten die Japaner an einer eigenen Feststoffbatterie, die der Technologie den Durchbruch bringen soll.

Pilotproduktion der Honda Festkörperbatterie soll 2024 starten

Aktuell hat Honda nur den Honda-e im Programm, einen elektrischen Kleinwagen. In zwei Jahren soll der Elektro-SUV Prologue auf den Markt kommen, der die GM-Plattform Ultium, einen Antrieb von GM sowie die OnStar-Technologie nutzt. Auch mit Sony arbeiten die Japaner an einem Elektroauto. Daneben entwickelt Honda jedoch ein eigenes E-Fahrzeug mit einer fortschrittlichen Festkörperbatterie.

Diese Batterie entwickelt Honda in seiner Forschungs- und Entwicklungseinrichtung in Tochigi, Japan. „Im Frühjahr 2024 werden wir mit einer Pilotlinie starten“, sagte Shinji Aoyama, Hondas globaler Leiter für Elektrifizierung, gegenüber dem Technologie-Blog Ars Technica. „Wenn wir erfolgreich sind, gehen wir davon aus, dass wir in den späten 2020er Jahren ein Fahrzeug mit einem Festkörperakku auf den Markt bringen können. 2029, 2028″, sagte Aoyama während eines Interviews in der Honda-Zentrale in Tokio.

Polymergewebe gegen Dendriten

Das zentrale Problem für Honda ist die Langlebigkeit der Batterien. Der Autobauer arbeitet an einer Lösung für das Problem der Dendriten: Diese winzigen Kristallspitzen entstehen im Laufe der Zeit in den Lithiummetall-Anoden von Festkörperbatterien. Sie bohren sich durch den festen Elektrolyten und können Kurzschlüsse verursachen. Das verkürzt die Lebensdauer der Batterie.

Dieses Problem will Honda lösen, indem der feste Elektrolyt mit einem Polymergewebe ummantelt wird. Es befindet sich zwischen dem Elektrolyten und den positiven und negativen Elektroden und soll verhindern, dass sich Dendriten bilden. Alle Elemente werden gewalzt, was Honda zufolge mehr Kontrolle über die Dicke der Batterie ermöglicht. Bei heutigen Akkus sind die Lithium-Ionen in Graphit eingelagert, was Dendriten vorbeugen soll. Dies erhöht allerdings Volumen und Gewicht der Akkus und senkt so die Reichweite von E-Autos.

Honda plant E-Autos und Motorräder mit Feststoffakkus

Die Zusammensetzung des Polymergewebes hält Honda geheim. Der Autobauer befindet sich bei der Entwicklung der Feststoffbatterie noch in der Anfangsphase, hofft aber, die Pilotproduktion bis 2024 auf die Beine zu stellen. Beim Interview mit Ars Technica sagte Hondas CEO und Präsident Toshihiro, man habe noch nicht entschieden, welches Fahrzeug als erstes mit einer Festkörperbatterie ausgestattet werden soll.

Klar ist jedoch, dass Honda nicht nur Autos, sondern auch Motorräder mit den Akkus verkaufen will. Hinzu kommt der mögliche Verkauf der Technologie an Partner und andere Autohersteller. Einen Geschäftsplan für die Festkörpertechnologie kann Honda allerdings frühestens in zwei bis drei Jahren vorlegen.

Unabhängig von den Plänen mit Feststoffakkus arbeitet Honda mit LG Energy Solutions zusammen, um ein Batteriewerk in den USA zu bauen. Dort wollen die Partner herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien herstellen. 2025 soll es an einem noch nicht benannten Standort losgehen.

Quellen / Weiterlesen

Honda will vor 2030 ein Auto mit Feststoffbatterie produzieren | Computerwoche
Honda aims for a solid-state-powered EV by the end of the decade | ars technica
Bildquelle: © Honda

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    Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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