Das australische Start-up H2X will in Australien Wasserstoffautos herstellen. Dabei soll es zunächst um Taxis und Nutzfahrzeuge gehen, doch auch ein Elektro-SUV mit Brennstoffzelle ist geplant. Für das Projekt, das auch die australische Autoindustrie wiederbeleben soll, haben sich zwei große Konzerne sowie erfahrene Automanager zusammengetan.

Anschub für die Wasserstoffindustrie in Australien

Hinter H2X stehen die Elvin Group und Denzo Limited. Elvin ist ein großer australischer Betonhersteller, der seine Transportketten klimaneutral machen möchte. Das Unternehmen arbeitet aber auch an einem Elektrolyseur für die Wasserstoffherstellung. Elvin dagegen ist schon an diversen Energie- und Wasserstoffprojekten beteiligt.

Im Management sitzen erfahrene Mitarbeiter wie CEO Brendan Norman, der schon für Audi, VW und BMW gearbeitet hat. In der Vita von Technologievorstand Ian Thompson finden sich Arbeitgeber wie Tesla, Lotus, Volvo, Opel oder Aston Martin. Und Peter Zienau, der bei H2X für den Antriebsstrang zuständig sein wird, war für GM und Saab tätig.

Das Unternehmen möchte mit Wasserstoffautos auch die erneuerbaren Energien in Australien weiter voranbringen und nutzen. Besonders die Wasserstoffindustrie soll wachsen und in der Folge auch Brennstoffzellen-Fahrzeuge und die dazugehörige Infrastruktur voranbringen.

Start mit gewerblichen Flotten

Zu Beginn will sich H2X eher auf gewerbliche Fahrzeuge konzentrieren, die jeden Tag an der gleichen Stelle abgestellt werden – Lieferfahrzeuge, Taxis oder Flottenfahrzeuge von Unternehmen. Das macht das Nachtanken von Wasserstoff einfacher. Private PKW dagegen benötigen eine gut ausgebaute Tankinfrastruktur, die im Moment noch nicht existiert.

Details zum Wasserstoff-SUV Snowy

Erste Details gibt es zu dem SUV mit Brennstoffzelle, der Snowy heißen wird. Er kommt aus dem oben genannten Grund zunächst nur in kleiner Serie auf den Markt. Ersten Berichten zufolge wird er mit einem 190 kW starken E-Motor ausgestattet, seine Brennstoffzelle soll 60 kW leisten. Der Wasserstofftank an Bord fasst 5 Liter. Zusätzlich bekommt der Snowy einen Superkondensator von Skeleton Tech, der Bremsenergie zwischenspeichert. H2X gibt die Reichweite des SUV mit 650 Kilometern nach NEFZ an.

Beim Snowy kommt ein vorgefertigtes Chassis aus Asien zum Einsatz, auf das H2X dann die Karosserie setzt. Die Technik wird teilweise auch aus Deutschland kommen – die Brennstoffzellen etwa soll ElringKlinger liefern. Mit der fertigen Fahrzeugarchitektur will das Unternehmen Entwicklungszeit einsparen.

Lokale Produktion in New South Wales

Wie alle Fahrzeuge des Unternehmens wird der Snowy in Australien produziert, wobei von einem Start 2022 die Rede ist. Dazu errichtet H2X eine Produktionsstätte in Port Kembla in New South Wales. Für den Standort spricht der Hafen für den Export und die Nähe zu lokalen Lieferanten, teilte H2X mit. Bis 2025 will das Unternehmen schon 5.000 Mitarbeiter haben.

Die Pläne würden auch die Autoindustrie im Land wiederbeleben. Seit 2017 produziert GM keine Autos der australischen Marke Holden mehr. Ford und Toyota hatten ihre Produktionsstätten in Australien schon vorher geschlossen.

Quellen / Weiterlesen

H2X Australia | Advanced Zero Emission Vehicles
Australian Startup H2X to Manufacture Hydrogen Vehicles | Electrical Vehicle Research
Snowy hydrogen-powered car rises as sun sets on Holden | The Australian Financial Review
Startup aims to revitalize Australia’s car industry with hydrogen technology | auto blog
Bildquelle: © H2X AUSTRALIA
Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

1 KOMMENTAR

  1. Dass die immer noch nicht geschnallt haben, dass H2 für Pkws nichts taugt?

    Vielleicht in 40 Jahren, wenn wir wirklich „zuviel“ Regenerative Energie haben…

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