Ende 2019 stellte der türkische Präsident Erdoğan höchstpersönlich TOGG vor, das erste Elektroauto made in Turkey. Nun soll das erste Modell ab 2022 in der Türkei gebaut werden. Die Batterien wird der chinesische Hersteller Farasis in Bitterfeld produzieren.

Türkisches Elektroauto schon ab 22.000 Euro?

TOGG ist ein Gemeinschaftsprojekt von fünf türkischen Konzernen und soll ein Vorzeigeprojekt für die Türkei werden. Es wird von Gürcan Karakaş geleitet, der 27 Jahre lang Manager bei Bosch war. Das erste Modell der Marke wird ein elektrischer SUV. Insidern zufolge könnte das türkische Elektroauto schon ab 22.000 Euro zu haben sein, in der höchsten Ausstattung soll es 30.000 Euro kosten.

Farasis liefert Batteriezellen aus Bitterfeld in die Türkei

Für die Batteriezellproduktion arbeitet TOGG mit Farasis zusammen, einem Hersteller aus China. Er soll in einer geplanten Fabrik in Sachsen-Anhalt Zellen für das türkische E-Auto, aber auch für andere Autohersteller produzieren, beispielsweise für die EQ-Modelle von Mercedes. TOGG hat etwa 30 Bewerber für eine Zusammenarbeit geprüft und sich für Farasis entschieden.

Die in Bitterfeld produzierten Zellen liefert Farasis in die Türkei. Das TOGG-Hauptwerk entsteht in Bursa im Westen des Landes, wo TOGG ab nächstem Jahr 175.000 Fahrzeuge im Jahr herstellen will. Die Lieferanten stammten zu knapp 80 Prozent aus der Türkei, der Rest aus Europa und Asien, sagte TOGG-Chef Karakaş letzten Sommer.

Zwei Antriebe und verschiedene Batteriegrößen

Beim ersten Modell können Kunden zwischen zwei Batteriegrößen wählen, wobei die Reichweite entsprechend zwischen 300 und 500 Kilometern liegt. Die Batterien sollen über einen Hochvolt-Speicher und eine Flüssigkeitskühlung verfügen. Die Ladezeit auf 80 Prozent gibt TOGG mit 30 Minuten an. Beim Antrieb können Käufer zwischen einem Heckantrieb mit 147 kW und Allrad mit 294 kW Leistung wählen.

Deutschland wird erstes Exportland für TOGG

TOGG ist die Abkürzung für Türkiye’nin Otomobili Girişim Grubu („Türkische Automobil Initiative“) und besteht aus den türkischen Unternehmen Anadolu Group, BMC, Kok Group, Turkcell und der Zorlu Holding. Derzeit arbeiten 220 Ingenieure an dem Projekt, in das insgesamt 3,3 Milliarden Euro fließen. Nachdem der TOGG in der Türkei auf den Markt kommt, wird er als erstes nach Deutschland exportiert. Weitere Exportländer könnten Frankreich und Italien werden.

Der Traum von der eigenen Automarke

Mit TOGG will sich die Türkei den Traum vom eigenen Auto erfüllen, nachdem der erste Versuch in den 1960er Jahren gescheitert war. Bei der Vorstellung der neuen Marke sprach Erdoğan deshalb von einem historischen Tag für die Türkei.

Quellen / Weiterlesen

Türkisches Elektroauto Togg kommt mit Batteriezellen aus Deutschland | t3n
Türken-Tesla Togg: Dieser Bosch-Manager hilft Erdogan nun beim E-Auto-Bau | EFahrer
Bildquelle: © TOGG

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

3 KOMMENTARE

  1. Ganz ehrlich, ich freue mich schon drauf. Bin eigentlich kein Freund von Elektroautos, da sie noch zu teuer sind. Sollten die türken ein SUV ab 22.000 Euro auf den Markt bringen, würden die damit mein Herz erobern 🙂

  2. da werden sich unsere „türkischstämmigen “ Mitbürger freuen . Die jungen werden aber lieber weiter mit
    protzigen lauten Verbrennern besonders in Großstädten wie Berlin eine Schau vor ihren beliebten Bars und Treffpunkten etc. und abziehen . E Autos sind ja nicht zu hören! Kein Fußgänger dreht sich aufgeschreckt um.

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