Tesla beschuldigt den chinesischen Autobauer Xpeng des Diebstahls: Ein früherer Tesla-Ingenieur soll bei seinem Wechsel zu Xpeng den Quellcode des Tesla „Autopilot“ mitgenommen haben. Xpeng bestreitet die Vorwürfe.

Xpeng P7: Chinas Antwort auf das Model 3

Unbestritten ist zunächst die optische Ähnlichkeit der E-Limousine P7 mit den Modellen von Tesla. Der P7 geht in China als Konkurrenz zum Tesla Model 3 ins Rennen und bietet mit 700 Kilometern deutlich mehr Reichweite. Das E-Auto wird sogar als „Chinas Antwort auf das Model 3“ bezeichnet. Die Preise für den P7 beginnen bei umgerechnet rund 30.000 Euro. Das ist zudem günstiger als das Model 3, das in China bei gut 38.700 Euro startet.

Auch sonst kann der P7 durchaus mit dem Model 3 mithalten – es gibt ihn in drei Varianten, etwas mehr Auswahl als beim Model 3. Die High Performance-Version schafft es in 4,3 Sekunden auf Tempo 100, nicht viel langsamer als das Model 3 Performance, das dafür 3,4 Sekunden braucht.

Hat ein ehemaliger Tesla-Mitarbeiter Quellcode an Xpeng gegeben?

Jetzt führt Tesla allerdings einen Rechtsstreit gegen Xpeng, genauer gesagt gegen seinen früheren Mitarbeiter Guangzhi Cao. Dieser soll bei seinem Wechsel den Quellcode des Assistenzsystems Autopilot heruntergeladen und zu seinem neuen Arbeitgeber Xpeng mitgenommen werden.

Cao räumte zwar ein, dass er Teile des Quellcodes heruntergeladen hat. Seiner Darstellung nach löschte er die Dateien aber, bevor er Tesla verließ. Xpeng stellte im Verlauf des Rechtsstreites ein forensisches Image von Caos Laptop und über 12.000 Dokumente zur Verfügung, um zu beweisen, dass man im eigenen Assistenzsystem den Autopilot-Code nicht nutze.

Jetzt hat Tesla erneut Klage erhoben: Der US-Autobauer führt aus, dass Xpeng zeitgleich mit Cao einen ehemaligen Apple-Ingenieur eingestellt habe. Dieser wird beschuldigt, Betriebsgeheimnisse von Apple bezüglich der KI für autonomes Fahren weitergegeben zu haben – auch Apple hat lange an einem autonomen Fahrzeug gearbeitet. Tesla behauptet nun, beide Ingenieure seien von ein und demselben Xpeng-Mitarbeiter eingestellt worden. Das Ziel soll gewesen sein, Zugang zu Geschäftsgeheimnissen von Tesla und Apple zu bekommen. Man könne dabei nicht von Zufall ausgehen, so Tesla. Xpeng bestreitet einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen.

Xpeng wird unter anderem vom chinesischen Internet-Riesen Alibaba sowie von Foxconn finanziert. Insgesamt haben Investoren umgerechnet über 1,2 Milliarden Euro in Xpeng gesteckt und dürften von den Anschuldigungen also wenig begeistert sein.

Quellen / Weiterlesen

„Chinas Antwort auf Model 3“ mit 700 km Reichweite – Autopilot-Code von Tesla kopiert? | TeslaMag
Tesla Ramps Up Accusations That China’s Xpeng Is Using Its Autopilot Source Code | CarScoops
Elektroauto-Hersteller Xpeng Klaute Technologie Von Apple Und Tesla? | Techkou.net
Bildquelle: © Xpeng Motors
Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

1 KOMMENTAR

  1. Die Optik der Softwareoberfläche, die Steuerung und Funktionen sind schon sehr nahe an Tesla angelehnt und sind auf dem ersten Blick teilweise nicht zu unterscheiden.
    Also geistiges Eigentum wurde hier definitiv kopiert und da „zufällig“ ein Ex-Tesla-Mitarbeiter daran gearbeitet hat, liegt das schon sehr nahe, dass es sich hier im Diebstahl handelt.

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