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Das Start-up Bollinger arbeitet seit längerem an seinem elektrischen Geländewagen Bollinger B1. Das Interesse ist groß: Seit letztes Jahr ein Prototyp vorgestellt wurde, gingen Hunderttausende Bestellungen für den klobigen Stromer ein. Der B1 bekommt ordentlich Reichweite, und damit Fahrer nicht stundenlang an der Ladesäule hängen, schielt Bollinger auf das Schnellladenetz eines Konkurrenten: Tesla.

Der äußere Eindruck des Bollinger B1 täuscht

Das klotzige Design des Bollinger B1 erinnert an den Land Rover Defender. Trotz der eckigen Form beschleunigt der elektrische Geländewagen aber in nur 4,5 Sekunden auf 100 Stundenkilometer. Das Fahrzeug mit Aluminiumchassis bekommt einen Allradantrieb und kann seine Bodenfreiheit dank einstellbarer Federwege je nach Gelände variieren. Möglich sind dann bis zu 50 Zentimeter. Die Nutzlast und die Anhängelast des Viertürers liegen bei 2,7 Tonnen. Später soll es den B1 auch als Zweitürer geben. Beim Design geht es dem Hersteller zufolge übrigens vor allem um eine möglichst unkomplizierte Produktion.

Drei Akkugrößen geplant

Die Systemleistung des Bollinger B1 liegt bei 360 PS, und die Reichweite je nach Akkugröße zwischen 190 und 320 Kilometern. Zunächst hatte Bollinger Akkukapazitäten zwischen 60 und 100 kWh angekündigt. Einer neuen Meldung zufolge wird es auch eine Version mit 120 kWh geben, die noch mehr Reichweite bietet. Bei solchen Akkugrößen ist Schnellladefähigkeit Pflicht, damit Fahrer nicht stundenlang an der Ladesäule hängen.

Bollinger will Teslas Supercharger nutzen

Und hier kommt Tesla ins Spiel: Tesla hat schon früh sein eigenes „Supercharger“ Schnellladenetz aufgebaut, um die eigenen Elektroautos alltagstauglich zu machen. Bisher dürfen nur Tesla-Fahrer das ständig wachsende Ladenetz nutzen, wenn auch nicht mehr wie früher unbegrenzt kostenfrei. Elon Musk begründete die Beschränkung auf die eigenen Modelle bisher damit, dass Elektroautos der Konkurrenz technisch nicht geeignet seien. Er hat aber schon öfter angekündigt, die Infrastruktur auch für andere Marken zu öffnen, wenn diese sich an der Wartung und an den Stromkosten beteiligen. Jetzt, da auch Tesla-Fahrer nur noch maximal 400 kWh pro Jahr umsonst Strom tanken dürfen, ist auch die nötige Technik zum Bezahlen vorhanden.

Um Schlangen an den Superchargern zu vermeiden, müssen die Elektroautos der Konkurrenz aber die Ladeleistung der Supercharger unterstützen. Für Bollinger heißt das, dass der B1 mit bis zu 120 kW ladefähig sein muss. In den kommenden Jahren müssten es dann bis zu 250 kW werden. Das scheint Bollinger bewusst zu sein. Mitte August fragte der Hersteller Elon Musk über Twitter: „Können wir eure Ladestationen nutzen?“. Eine öffentliche Antwort gibt es darauf bis jetzt nicht.

Marktstart ist 2020, Preis noch unklar

Ein wenig Zeit hat Elon Musk noch für seine Entscheidung, bisher existieren nur Prototypen des B1. Die Produktion soll Ende 2019 zusammen mit dem US-Auftragsfertiger Optimal starten. Die Markteinführung findet 2020 statt, zunächst in den USA. Ein Export in andere Länder ist geplant. Trotz der vielen Vorbestellungen und Anzahlungen wurde noch kein Preis für den Geländewagen genannt.

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Quellen / Weiterlesen:
Bollinger Motors | Webseite
Bollinger will Teslas Supercharger-Netzwerk nutzen | golem.de
US-Startup Bollinger Motors will Teslas Supercharger-Ladenetz nutzen | ecomento.de
Geländewagen mit Elektroantrieb erfolgreich wie Model 3 | golem.de
Bollinger-Elektrogeländewagen soll weiter fahren können | golem.de
Bollinger gives a fascia refresh to its upcoming all-electric B1 truck | electrec
Bildquelle: © Bollinger Motors

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

1 KOMMENTAR

  1. Ich hab ja sonst wenig übrig für diese rollenden Schrankwände, die zu 90 % der Potenzsteigerung dienen. Mit echtem Ökostrom betrieben ist aber nichts dagegen zu sagen.

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