Audi hat mit dem Audi e-tron S und Audi e-tron S Sportback zwei neue elektrische Modelle im Programm. Sie sollen sich deutlich dynamischer fahren als die normalen e-tron-Modelle und kommen im Herbst 2020 auf den Markt.

Mehr Fahrdynamik und Fahrsicherheit

Der e-tron S und e-tron S Sportback haben je drei Elektromotoren, von denen zwei an der Hinterachse sitzen. Dank einer intelligenten Antriebsregelung verbessern sich bei den  neuen Modellen Fahrdynamik und Fahrsicherheit, teilte Audi mit. Die Fahrzeuge seien deutlich heckbetonter und sportlicher als die herkömmlichen e-tron-Modelle. Wenn die Fahrzeuge in normaler Fahrweise unterwegs sind, arbeiten nur die hinteren Motoren. Der vordere Motor springt ein, wenn höhere Leistung nötig ist oder bevor die Traktion nachlässt.

Zusätzlich zum Allradantrieb bieten die neuen Modelle elektrisches Torque Vectoring: Jeder Hinterradmotor treibt ein Hinterrad über ein Eingang-Getriebe direkt an, es gibt kein mechanisches Differenzial. Die bedarfsgerechte Regelung erfolgt in Millisekunden und kann sehr hohe Antriebsmomente managen, so Audi. Das zeige sich besonders gut auf kurvenreichen Strecken. Das Antriebslayout erlaube eine hohe Querdynamik und auf Wunsch auch kontrollierte Drifts.

Die Hochvoltbatterie, die Audi in einer vergleichbar tiefen Einbaulage untergebracht hat wie die E-Motoren, sorgt zudem für eine ausgewogene Verteilung der Achslasten. Der Schwerpunkt der Fahrzeuge verlagert sich nach vorn, was sich laut Audi ebenfalls positiv auf das Handling auswirkt.

Technische Daten und Reichweite

Der Audi e-tron S e-tron und der e-tron S Sportback liefern in der Fahrstufe S acht Sekunden lang 370 kW Leistung und 973 Nm Drehmoment. Der Sprint auf Tempo 100 dauert 4,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 210 km/h. Beide Modelle sind mit 95 kWh-Batterien ausgestattet, nutzbar sind 86 kWh.

Die Reichweite beträgt bis zu 364 Kilometer beim e-tron S und 370 Kilometer beim e-tron S Sportback (ermittelt nach dem WLTP-Zyklus). Jeder e-tron hat übrigens eine Wärmepumpe an Bord, welche die Abwärme des Antriebs nutzt und die Reichweite erhöht. Das Rekuperationskonzept steigert ebenfalls die Effizienz: Der Fahrer kann drei Stufen wählen, wobei sich in der höchsten Stufe ein One-Pedal-Feeling einstellt. In den meisten Alltagssituationen erledigen die E-Motoren die Verzögerung allein ohne die Bremsen.

Bei der Aerodynamik hat sich Audi ebenfalls Verbesserungen einfallen lassen: Auf Wunsch gibt es virtuelle Außenspiegel in Form von Kameras. Ebenfalls positiv wirken sich die durchströmten Radlaufverbreiterungen auf die Aerodynamik aus. Audi hat sich diese Technologie patentieren lassen und setzt sie jetzt erstmals im Großserien-Automobilbau ein. Trotz der verbreiterten Radhäuser erreicht der Audi e-tron S Sportback einen cw-Wert von 0,26, der e-tron S 0,28.

Zur guten Aerodynamik trägt der steuerbare Kühllufteinlass mit Kanälen zur Kühlung der vorderen Radbremsen ebenfalls einen großen Teil bei. Damit der Fahrtwind fast verwirbelungsfrei über die Haube strömen kann, bleibt der Kühllufteinlass so oft wie möglich geschlossen.

Innenausstattung und Infotainment

Innen hat Audi den e-tron S und den e-tron S Sportback in dunklen Tönen gestaltet, serienmäßig sind elektrisch einstellbare Sportsitze mit Leder-/ Alcantara-Bezügen verbaut. Das digitale MMI touch response-Bediensystem mit zwei großen Displays ist ebenfalls dabei. Ein drittes Display ist als Audi virtual cockpit mit an Bord, auf Wunsch zusätzlich ein Head-up-Display. Zur Serienausstattung gehört auch das Bedien- und Infotainmentsystem MMI Navigation plus, das von den Online-Services von Audi connect ergänzt wird.

In Deutschland kostet der Audi e-tron S mindestens 91.435,29 Euro. Der Audi e-tron S Sportback ist ab 93.628,58 Euro erhältlich.

Quellen / Weiterlesen

Innovativ, dynamisch und elektrisch: Der Audi e-tron S und der Audi e-tron S Sportback | AUDI AG
Bildquelle: © AUDI AG

Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

4 KOMMENTARE

  1. Anscheinend brauchen einige Leute so völlig überdimensionierte Autos.

    Aber wenn sie elektrisch sind, kein Problem.

  2. @alex1: ich stimme Ihnen zu: NIEMAND braucht im öffentlichen Straßenverkehr ein Fahrzeug, das in 4,5s von 0 auf 100 beschleunigt, und NIEMAND braucht ein Fahrzeug mit 210 km/h Höchstgeschwindigkeit.
    Leider bringt die deutsche Autoindustrie weiterhin völlig unvernünftige Fahrzeuge auf die Straße. Ebenso unvernünftige Kunden gibt es offenbar. Ob dann irgendwo noch ein „e“ davor steht, spielt eigentlich gar keine Rolle mehr.

  3. Solange es Kunden gibt,e die solche Fahrzeuge kaufen, sollen wir alle froh sein, die Autoindustrie ist unser Wirtschaftsmotor. Uns allen ginge es bestimmt nicht so gut wenn jeder maximal ein 7500 teueren Dacia 25 Jahre lang gefahren hätte.

  4. @Wilhelm Fegler: Diese Argumentation hört man oft. Klar, die Erfindung des Buchdrucks, die industrielle Revolution, die Fotografie und viele andere Dinge waren zu ihrer Zeit unglaubliche „Wirtschaftsmotoren“. Aber wenn die Zeit reif ist, müssen Veränderungen her:
    – Bücher werden schon lange nicht mehr in Gutenberg’schen Lettern gesetzt, ja schon nicht mal mehr auf Papier gedruckt, sondern als eBook digital produziert
    – die Schwerindustrie der industriellen Revolution ist längst Geschichte. Namen wie Thyssen und Krupp ebenso
    – die herkömmliche Fotografie hat sich innerhalb von gut 10 Jahren verflüchtigt. Agfa und Kodak sind nur noch Schatten ihrer selbst
    Und die deutsche Autoindustrie tritt in ihre Fußstapfen, wenn sie so weitermacht. Der Wohlstand, den sie bisher zweifellos Vielen gebracht hat, und die Arbeitsplätze, sind kein Argument, einfach so weiter zu machen. Autos wie der e-tron S sind nicht massentauglich und unvernünftig. Sie werden die deutsche Autoindustrie nicht retten. Viele junge Leute legen schon längst keinen Wert mehr auf ein eigenes Auto. Schon gar nicht auf Protzkisten. Innovative Mobilitätskonzepte müssen her! Damit kann man auch Geld verdienen und künftigen Wohlstand sichern.

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