Wasserstoff-LKW sollen einen großen Beitrag dazu leisten, den Schwerlastverkehr klimaneutral zu machen. Damit sie schnell in großer Zahl auf die Straße kommen, haben sich LKW-Hersteller, Energieversorger, Fahrzeugzulieferer und Logistiker zur Gruppe „Hydrogen Europe“ zusammengeschlossen. Sie wollen erreichen, dass 2030 schon 100.000 wasserstoffbetriebene LKW in Europa unterwegs sind.

Über 1.000 Teilnehmer bei der ersten Europäischen Wasserstoffwoche

Im November 2020 fand die erste Europäische Wasserstoffwoche mit über 1.000 Teilnehmern als Videokonferenz statt. In diesem Rahmen bekräftigten die 62 an Hydrogen Europe beteiligten Unternehmen ihre Absicht, die Wasserstoff-LKW bis 2030 auf die Straße zu bringen. Bis dahin sollen außerdem 1.500 Wasserstofftankstellen geschaffen werden. Nach 2030 soll sich die Zahl der Wasserstoff-LKW in Europa dann jedes Jahr verdoppeln.

Diese Firmen wollen Wasserstoff-LKW voranbringen

Zu Hydrogen Europe gehören Hersteller wie Daimler, Honda, Hyundai, Iveco und VDL und Zulieferer wie Michelin, Faurecia und Ballard. Auch Energieversorger wie Air Liquide, Total und Shell sowie Logistikdienstleister wie DB Schenker, Fercam und Schnellecke sind beteiligt. Sie alle betonen die Wichtigkeit von Wasserstoffantrieben bei der Bekämpfung des Klimawandels.

Grüner Wasserstoff spielt auch auf EU-Ebene eine wichtige Rolle, um den Verkehrssektor zu dekarbonisieren. Initiatorin der Europäischen Wasserstoffwoche war die Organisation Fuel Cells and Hydrogen Joint Untertaking (FCH JU), zu der auch die EU-Kommission gehört. Die FCH JU unterstützt als öffentlich-private Partnerschaft die Forschung und Entwicklung von Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologien in Europa und will deren Markteinführung vorantreiben.

Studie von Roland Berger bestätigt das Potenzial

Die FCH JU hat zudem eine Studie bei der Unternehmensberatung Roland Berger beauftragt. Die Ergebnisse wurden während der Europäischen Wasserstoffwoche besprochen. Demnach könnten Wasserstoff-LKW schon 2027 gleichauf mit Diesel-LKW sein und ab 2030 nicht nur umwelttechnisch, sondern auch auf Kostenseite deutlich vorne liegen.

Voraussetzung ist laut Roland Berger, dass es weitere technische Fortschritte gibt und Wasserstoff-LKW in größeren Stückzahlen gefertigt werden. Die Studie betont auch, dass Fahrzeughersteller, -zulieferer und Energieversorger dafür zusammenarbeiten und Unterstützung von der Politik erhalten müssen.

Quellen / Weiterlesen

Wasserstoff-Lkw im Kommen: 2030 sieht der Diesel alt aus | eurotransport
62 Unternehmen schmieden Pläne: 100.000 Wasserstoff-Lkw bis 2030 | eurotransport
Hydrogen Europe: Brennstoffzellen-LKWs fast nicht mehr aufzuhalten | Elektroauto-News
Bildquelle: © Daimler AG

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

1 KOMMENTAR

  1. Für die Durchsetzung von Wasserstoff ist eine einfache Handhabung notwendig.
    Dazu ist die chemische Anbindung, wie sie das Team von Prof. Alt in Erlangen erforscht, der richtige Ansatz.
    Für diese Flüssigkeiten ist die Infrastrultur bereits vorhanden!

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