General Motors steigt in den boomenden Liefermarkt mit Elektro-LKW ein. Unter der neuen Marke BrightDrop wird sich alles um elektrische Lieferfahrzeuge und Dienstleistungen für die Logistik drehen. Den Anfang machen der Elektro-Van EV600 und der Rollwagen EP1 mit FedEx als erstem Kunden.

General Motors plant E-Offensive für die Logistikbranche

Die geplante Beteiligung am Start-up Nikola Motors sagte GM im November zwar ab, doch die neuen Pläne zeigen, dass der Konzern das Thema Elektro-LKW keineswegs abgeschrieben hat. Auf der virtuellen CES 202 stellte GM seine Pläne mit BrightDrop vor. Unter dieser Marke will der US-Autokonzern künftig die ganze Produktpalette für die Logistik anbieten, also Fahrzeuge, Software und Service. Recht untypisch für GM ist das erste Produkt: Der EP1 ist eine Art elektrischer futuristischer Rollwagen mit geschlossenem Gehäuse.

EP1: Rollwagen für die letzte Meile

Zusteller können damit beispielsweise Pakete vom Lieferwagen bis zur Haustür transportieren, auch ein Einsatz im Lager ist denkbar. Laut GM ist der EP1 auch gut für Räume mit wenig Platz geeignet. FedEx hat das Fahrzeug in der Praxis getestet und berichtete, dass Lieferfahrer damit 25 Prozent mehr Pakete pro Tag zustellen konnten. Der EP1 hat 0,65 m³ Stauraum bzw. 100 Kilogramm Nutzlast und kommt im ersten Halbjahr 2021 auf den Markt.

Elektrolaster EV-600 für mittlere Strecken

Ende des Jahres folgt dann das zweite BrightDrop-Produkt, der Elektro-Lieferwagen EV600. Er ist mit 400 Kilometern Reichweite für längere Strecken ausgelegt und hat 17 Kubikmeter Laderaum. Die ersten Exemplare gehen Ende 2021 an FedEx, ab 2022 will GM dann auch Bestellungen von anderen Kunden entgegennehmen.

Der EV600 ist mit Assistenzsystemen ausgestattet, die man von PKW kennt, etwa mit einem Parkassistenten und Notbremssystem. Optional gibt es weitere Features wie automatisches Bremsen bei Querverkehr oder Fußgängern, ein Lenkassistent für den Toten Winkel und HD-Rundumsicht.

Zum Konzept von BrightDrop gehört auch eine Software-Plattform, die hilft, die Betriebsabläufe zu verbessern, indem sie etwa Lieferrouten optimiert. Hinzu kommen weitere Funktionen für das Flottenmanagement. GM plant zudem ein Händlernetzwerk und wird gewerbliche Kunden beim Aufbau der nötigen Ladeinfrastruktur unterstützen.

Warenlieferungen nehmen weiter zu

Mit BrightDrop reagiert GM auf den wachsenden Markt für Waren- und Lebensmittellieferungen, der durch die Corona-Pandemie noch befeuert wird. GM schätzt, dass allein in den USA die Wertschöpfung für Paket und Lebensmittellieferungen und Logistik bis 2025 über 850 Milliarden US-Dollar liegen wird. Das Weltwirtschaftsforum geht davon aus, dass innerstädtische Last-Mile-Lieferungen bis 2030 voraussichtlich um 78 Prozent steigen. Damit steigt auch die Zahl der benötigten Transportfahrzeuge. Elektro-LKW bieten sich dabei besonders an, weil sie leise und emissionsfrei unterwegs sind und niedrigere Betriebskosten haben.

GM will mit BrightDrop weitere Produkte anbieten und arbeitet an mehreren Konzepten. Dazu gehört ein Fahrzeug für mittlere Entfernungen, das eine Vielzahl von EP1-Hubwagen transportieren kann, oder ein Lieferwagen, der schnelles Laden ermöglicht. Der Elektrolaster EV600 wird auf GMs neuer „Ultimum“ Elektro-Plattform gebaut und bekommt die gleichen E-Motoren und Batterien wie alle neuen E-Fahrzeuge von GM.

Quellen / Weiterlesen

GM Launches BrightDrop, a New Business That Will Electrify and Improve the Delivery of Goods and Services | GM
General Motors: Neuer Geschäftsbereich als Kampfansage an Tesla | Business Insider
New GM Electric-Truck Business Targets Delivery Market | The Wall Street Journal
GM Launches ‘BrightDrop’ Brand For Electric Commercial Vehicles | Forbes
Kampfansage an Tesla und VW: GM ist bei E-Autos weiter, als viele denken | Handelsblatt
GM targets delivery companies with new EV business unit BrightDrop | TechCrunch
GM startet E-Transporter-Marke und -Dienstleister BrightDrop | Elektroauto-News
Bildquelle: © General Motors

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    Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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