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VW setzt in den nächsten Jahren stark auf Elektroautos und braucht dafür Batterien. Um die Versorgung zu sichern, steigt VW jetzt bei Northvolt ein, einem schwedischen Unternehmen, das Batteriezellen in Europa herstellen will. Die beiden Partner gründen ein Joint Venture und wollen eine Batteriefabrik in Salzgitter bauen. Schon 2020 könnte es losgehen.

Start mit 16 Gigawattstunden Jahreskapazität

VW steckt rund 900 Millionen Euro in das Gemeinschaftsunternehmen. Ein Teil des Geldes geht direkt an Northvolt, während der Rest in den Aufbau der Fabrik fließt. Im Gegenzug erhält VW 20 Prozent der Anteile an Northvolt. Die Batteriefabrik in Salzgitter könne „frühestens 2020“ gebaut werden, teilte der Autobauer mit. Voraussetzung sei allerdings, dass „die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gegeben sind“.

Ab dem Jahreswechsel 2023/2024 soll die Fabrik den Betrieb aufnehmen und zu Beginn 16 Gigawattstunden Batteriekapazität im Jahr produzieren. „Mit der Gründung des Joint Ventures und dem geplanten Bau einer Batteriezellfabrik tragen wir entscheidend dazu bei, die Kerntechnologie Batteriezelle auch in Deutschland zu etablieren“, sagte VW-Beschaffungsvorstand Stefan Sommer.

Northvolt hat weitgehende Pläne

Das Unternehmen Northvolt gibt es seit 2016. Aktuell bauen die Schweden eine Pilotanlage auf, wobei sie auch Unterstützung von Siemens bekommen. Die Zellfertigung soll vollautomatisiert ablaufen. Neben Elektroautos, E-Bussen und E-LKW sollen die Batteriezellen auch Baumaschinen, Batteriespeicher oder Bergbaumaschinen mit Strom versorgen.

Durch die mit Volkswagen geplante Batteriefabrik verspricht sich Fredrik Hedlund, der Vorstandsvorsitzende des neuen Joint Ventures, einen weitreichenden Einfluss auf die Elektrifizierung in Europa. Neben VW sind unter anderem BMW, Siemens, der Energieversorger Vattenfall und die US-Investmentbank Goldman an Northvolt beteiligt.

Abhängigkeit von asiatischen Zellherstellern verhindern

Die Frage, woher die riesigen Mengen an Batteriezellen kommen werden, die für die Elektromobilität nötig sind, beschäftigt die europäische Autoindustrie und die Politik seit Jahren. Schließlich braucht allein VW in Europa ab 2025 mehr als 150 Gigawattstunden Batteriekapazität pro Jahr und in Asien noch einmal so viel.

Im Moment sind die Hersteller abhängig von großen asiatischen Batterieherstellern wie LG Chem, Samsung, Panasonic oder CATL. Europäische Autohersteller bauen die aus Asien importierten Zellen lediglich zu Batteriepaketen zusammen. Eine eigene Fertigung ist vielen Herstellern zu teuer. Das hat dazu geführt, dass der chinesische Batterieriese CATL inzwischen selbst eine Zellfabrik in Thüringen baut, deren Kapazität bis 2025 auf 100 Gigawattstunden pro Jahr ansteigen könnte.

Die Politik versucht hier gegenzusteuern. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert deshalb den Aufbau einer Zellfertigung in Europa mit einer Milliarde Euro. Damit soll die Wertschöpfung bei Elektroautos zumindest teilweise in europäischer Hand bleiben und die Abhängigkeit von Asien vermindert werden. An einem neu gegründeten deutsch-französischen Konsortium sind Opel und dessen Muttergesellschaft PSA sowie der der französische Batteriehersteller Saft beteiligt.

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Quellen / Weiterlesen

Volkswagen and Northvolt form joint venture for battery production | Northvolt
Gemeinschaftsunternehmen gegründet: VW und Northvolt bauen Batteriefabrik Automobilwoche
Batterie-Joint-Venture von VW und Northvolt ist gestartet | Handelsblatt
Batteriezellenhersteller: VW beteiligt sich an Northvolt | Automobilwoche
VW kauft 20 Prozent an Batterie-Hersteller | manager magazin
Volkswagen und Northvolt schließen Joint Venture für Batterieproduktion | Volkswagen AG
Bildquelle: flickrMarco Verch
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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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