Pendler nach Umstieg auf eBike positiv überrascht! Pilotprojekt liefert erfreuliche Ergebnisse

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pendler-ebike-pilotprojekt-berlinElektrofahrräder, sogenannte Pedelecs, sind im Kommen. Das Projekt „EBike-Pendeln – Fahrspaß mit Rückenwind” der Berliner Senatsverwaltung hat deshalb seit Sommer 2014 ein Jahr lang Pendler testweise für acht bis zehn Wochen mit Pedelecs ausgerüstet. Im Rahmen des Schaufensters Elektromobilität Berlin-Brandenburg sollte das Projekt die Potentiale einer Verlagerung des Berufsverkehrs vom PKW zum Elektrofahrzeug untersuchen. Mit anderen Worten: Können Autofahrer zum Umstieg auf das E-Fahrrad verführt werden?

Begeisterung der Teilnehmer ist groß

Das Projekt erstreckte sich vom Südwesten Berlins bis ins Brandenburger Umland und umfasste die angrenzenden Kommunen Teltow, Stahnsdorf und Klein-Machnow. Die ersten Ergebnisse zeigen: Das Fahren mit den motorunterstützten Fahrrädern macht offenbar auch eingefleischten Autofahrern Spaß. Die Mehrheit der Teilnehmer gab an, dass sich ihr Mobilitätsverhalten stark verändert habe – sie legten rund jeden zweiten Weg zur Arbeit mit dem Rad statt mit dem Auto zurück. Eine Teilnehmerin gab sogar an, sie sei in den acht Wochen mit dem Pedelec mehr Kilometer geradelt als sonst in einem Jahr.

Dabei wurden die Pedelecs selbst bei schlechtem Wetter genutzt: Bei Sonne oder bedecktem Himmel lag die Nutzungsrate bei 56 Prozent, bei schlechteren Bedingungen wie Regen, Hagel, Schnee immerhin noch bei 31 Prozent. Allerdings wollen Pendler höchstens 15 Kilometer mit dem Rad zurücklegen, bei längeren Strecken nutzten sie dann doch lieber wieder das Auto.

Kritik an unzureichender Infrastruktur

Der größte Kritikpunkt der Teilnehmer betrifft erwartungsgemäß die Infrastruktur: Rund 90 Prozent forderten den Ausbau der Radwege. Auf schlechten Radwegen macht das Fahren keinen Spaß, vielerorts gibt es sie nicht einmal. Auch sichere Abstellmöglichkeiten waren den Teilnehmern wichtig. Dem Berliner Senat sind diese Probleme bewusst, bisher existieren jedoch nur Pläne zum Ausbau wichtiger Routen für den Radverkehr. Anfang 2016 sollen die Pläne den Bezirken vorgelegt werden, die dann aber selbst entscheiden, ob sie die Vorschläge umsetzen: Entstehen sollen etwa Schutzstreifen für Radfahrer oder breitere Wege.

Dennoch war die Begeisterung der Teilnehmer groß: Von den 100 Testrädern wurden 75 nach Abschluss des Projektes gekauft. Dabei gab jedoch auch mehr als die Hälfte der Teilnehmer an, die Anschaffungskosten seien zu hoch. Hermann Blümel von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt findet, dass Pedelecs sich nur dann als Alternative zum Pendeln mit dem Auto etablieren würden, wenn das bisher kaum verbreitete Konzept des Dienstfahrrades bei Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Steuerberatern bekannter würde. Hier müsse verstärkt aufgeklärt werden. Bei diesem Modell könnten Arbeitnehmer durch Leasing des Rades gegenüber dem Kauf zwischen 20 und 40 Prozent sparen. Das funktioniere jedoch nur in Verbindung mit den bereits erwähnten sicheren Abstellanlagen an Bahnhöfen und anderen zentralen Orten. Darüber hinaus müsse der Zugang zum Elektrorad am Wohnort genauso ungehindert sein wie zum Auto – sonst würde dieses am Ende doch bevorzugt.

Die endgültigen Ergebnisse des Testlaufes will die Berliner Senatsverwaltung in drei Monaten vorstellen.

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Quelle: Zeit: Pedelec bringt Autofahrer in den Sattel – Velophil
Bildquelle: © Andreas Hermsdorf / pixelio – www.pixelio.de
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1 KOMMENTAR

  1. Ich hatte gedacht, Pedelecs wären schon ein Selbstläufer.

    Aber es schadet auf keinen Fall, diese ideale Mobilität für kürzere Strecken (<30 km täglich – und zurück) noch stärker zu fördern.

    Weiter so! Dann wird es auch was mit dem Mehr an Radwegen, wenn der Druck der Masse kommt.

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