Emoss: Elektro-LKW mit und ohne Range Extender

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Die niederländische Firma Emoss rüstet LKW und andere Nutzfahrzeuge mit elektrischen Antrieben aus. Elektro-LKW sind noch nicht für den Einsatz auf Langstrecken geeignet, doch Emoss hat dafür eine Lösung: Das Unternehmen hat auf der letzten eCarTec in München eine Hybrid-Sattelzugmaschine vorgestellt, die dank eines Range Extenders auf CNG-Basis 500 Kilometer Reichweite verspricht. Mit größeren Erdgas-Tanks sollen sogar 900 Kilometer und mehr möglich sein.

Erdgas als umweltfreundlichster Range Extender

Der Sattelschlepper „EVER“ basiert auf einer CF-Sattelzugmaschine des niederländischen Herstellers DAF. Diesen hat Emoss mit einem 320 kW-Elektromotor und einem Akkupaket mit 120 Kilowattstunden ausgerüstet. Die rein elektrische Reichweite beträgt 100 Kilometer, die zum Beispiel für den Einsatz im innerstädtischen Verteilerverkehr genutzt werden kann. Dazu kommt ein CNG-Motor, der als Range Extender fungiert und unterwegs die Batterie nachlädt. Der standardmäßig verbaute Erdgastank ermöglicht eine Reichweite von 500 Kilometern, optional sind auch größere Tanks möglich, womit der E-Sattelschlepper theoretisch mehr als 900 Kilometer weit kommt. Die Kosten für den EVER beziffert Emoss auf etwa 350.000 Euro.

Auch dm setzt für den Lieferverkehr in der Stadt einen elektrischen LKW von Emoss ein

Emoss hat weitere Fahrgestellvarianten ohne Range Extender von 18 bis 50 Tonnen im Angebot. Ein elektrischer 18-Tonner, der Emoss MAN TGM 18 T, wird beispielsweise vom Logistikdienstleister DSV Road für den Lieferverkehr eingesetzt. Er beliefert damit die Drogeriekette dm im Raum Köln und in der Nordeifel. „Beim Einsatz in Ballungszentren verbrauchen E-LKW am wenigsten Strom, daher erwarten wir günstige Verbrauchswerte und Laufleistungen“, erklärt Harald Klöckner, DSV-Standortleiter. Der eingesetzte Truck ist mit einem 230 kW-Elektromotor und einer Batteriekapazität von 200 Kilowattstunden ausgestattet.

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Eine Akkuladung reicht für 250 Kilometer, danach muss das Fahrzeug für 4,5 Stunden an die Ladestation. Die Reichweite hängt auch vom Fahrstil ab. Zudem nutzt der LKW auch erzeugte Bremsenergie, um die Batterien unterwegs zu laden. Fahrer haben auch die Möglichkeit, in einem Verteilzentrum zwischendurch nachzuladen. Eine emissionsfreie Mobilität werde speziell für den städtischen Lieferverkehr immer wichtiger, heißt es bei DSV. Zwar ist der elektrische LKW in der Anschaffung noch wesentlich teurer als Dieselfahrzeuge, doch DSV setzt auf den geringen Verbrauch und Einsparungen bei den Wartungskosten, um den höheren Anschaffungspreis auszugleichen. Der Logistiker hat zudem Fördermittel vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur erhalten.

Quellen / Weiterlesen:
e-Truck – Full electric truck | Emoss Mobile Systems B.V.
EMOSS introduces E·V·E·R at eCarTec 2016 | Emoss Mobile Systems B.V.
Elektromobilität: Emoss bringt E-Zugmaschine mit Range-Extender | Logistra
Elektromobilität: DSV setzt Emoss-Truck für Distribution ein | Logistra
Bildquelle: © Emoss Mobile Systems B.V.


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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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