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Eisspeicher sind innovative Energiespeicher. Sie eignen sich besonders für Gebäude, in denen sowohl geheizt als auch gekühlt wird. Die Effizienz und die Wirtschaftlichkeit von Eisspeichern steigt mit ihrer Größe.

Wie ein Eisspeicher funktioniert

solar-eisspeicherEisspeicher sind eine Form des Latentwärmespeichers und nutzen die Kristallisationsenergie von Wasser. Meist werden sie in Verbindung mit Wärmepumpen und Solarthermieanlagen genutzt. Die Wärmepumpe entzieht einem mit Wasser gefüllten unterirdischen Behälter Wärme, was zur Folge hat, dass das Wasser im Behälter nach und nach vereist. Dabei wird latente Wärme freigesetzt, die die Wärmepumpe ebenfalls nutzt. Dieser Vorgang wiederholt sich so lange, bis das Wasser zu einem großen Teil vereist ist.

Anschließend wird das Eis wieder erwärmt, damit die Wärmepumpe weiter arbeiten kann. Das geschieht mithilfe von Solarabsorbern, die Umgebungswärme und die Strahlungsenergie der Sonne gewinnen. Auch Abwärme aus der Industrie kann für diesen Prozess genutzt werden. Hat das Gebäude auch Kühlbedarf, kann das Eis im Sommer als Kältequelle dienen. Eisspeicher ermöglichen auch in dicht bebauten Gebieten die Nutzung von Wärmepumpen und unterliegen auch keinen Beschränkungen wie etwa oberflächennahe Geothermie-Anlagen.

Je größer der Eisspeicher, desto besser

eisspeicherBei der Effizienz von Eisspeichern gilt: Größere Speicher arbeiten effizienter. Je größer also der Speicher und das Gebäude, das er versorgt, desto besser. Ein Beispiel ist das Firmengebäude der Schnepf Planungsgruppe Energietechnik, das über einen großen Eisspeicher mit 250 Tonnen Eisgewicht und einem Nutzvolumen von 350 m³ verfügt. Die Wärmepumpe wird umweltfreundlich mit einer eigenen PV-Anlage betrieben. Schnepf deckt damit die gesamte Jahresheizlast von 121 Kilowattstunden pro Quadratmeter ab. In Verbindung mit einer sehr guten Dämmung erreicht das Unternehmen eine energieneutrale Gesamtbilanz. Der Eisspeicher wird dort auch zur Gebäudekühlung eingesetzt und liefert etwa 70 Prozent der im Sommer nötigen Kühlenergie. Die größten Eisspeicher bestehen übrigens aus 1.000 Tonnen Eismasse.

Zwar sind die Anschaffungskosten eines Eisspeichers zunächst hoch, und umso höher, je größer der Speicher ausfällt. Doch diese Investition gleicht sich durch die niedrigen Betriebskosten in 10 bis 20 Jahren wieder aus. Je größer die Anlage, desto geringer auch die Kosten pro Quadratmeter Nutzfläche des Gebäudes. Ein weiterer Vorteil: Eisspeicher verbrauchen beim Betrieb keine fossilen Energieträger, sondern Strom. Je höher der Anteil an regenerativ erzeugtem Strom, desto umweltfreundlicher ist auch der Eisspeicher.

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Quellen / Weiterlesen:
Eisspeicher sind bei großen Anwendungen besonders effizient | Springer Professional
Eisspeicher – Vorzeigeprojekt in Hamburg | Haufe.
Innovation leben: Das Kompetenz-Zentrum für Energie | Schnepf
Eis-Energiespeichersysteme für Großanlagen | Viessmann Werke GmbH & Co. KG
Bilderquelle: © Viessmann Werke GmbH & Co. KG

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