Der Fondsverwalter BlackRock investiert massiv in erneuerbare Energien. Für seinen Global Renewable Power III Fund erhielt BlackRock Kapitalzusagen über 1 Milliarde US-Dollar von über 35 institutionellen Investoren aus Nordamerika, Europa und Asien. Der Fond investiert in Solar- und Windkraft sowie in Speicherprojekte.

BlackRock: Wachsende Nachfrage nach grünen Anlagen

Der GRP III Fonds hat ein Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden US-Dollar. Die Kapitalzusagen spiegeln die starke Nachfrage von Investoren nach Anlagen im Bereich erneuerbare Energien wider, teilte BlackRock mit. Schon heute managt BlackRock grüne Anlagen im Wert von 5,5 Milliarden Dollar. Seit 2011 hat der Vermögensverwalter zudem in über 250 Wind- und Solarprojekte investiert.

„Die globale Energieerzeugung wandelt sich in den kommenden Jahrzehnten von zwei Dritteln fossile Brennstoffe hin zu zwei Dritteln Erneuerbare. Deshalb werden die Erneuerbaren mehr und mehr zu einem eigenständigen Vermögenswert und zu einem der aktivsten Sektoren im Bereich Infrastruktur“, erläutert David Giordano von BlackRock Renewable Power.

Alles nur Greenwashing?

Setzt man die jetzigen Investitionen in erneuerbare Energien allerdings ins Verhältnis zu BlackRocks gesamtem Portfolio, relativieren sich die Zahlen. Denn die Investitionen machen nur einen Bruchteil in der Bilanz der Vermögensverwaltung aus. Die Bilanzsumme von BlackRock liegt bei 6,96 Billionen US-Dollar. Und dabei spielt die Kohle weiterhin eine große Rolle: 17,5 Milliarden Dollar entfallen darauf, Tendenz steigend.

Die Datenbank „Global Coal Exist List“ zeigt, dass BlackRock einer der größten Investoren in Unternehmen ist, die neue Kohlekraftwerke bauen. Der Vermögensverwalter ist auch der größte Anteilseigner im Bereich Öl, Gas und bei der thermischen Kohle. Auch Christopher Hohn, Gründer des Children’s Investment Fund (TCI) kritisierte in der Financial Times das „Greenwashing” vieler großer Vermögensverwalter wie BlackRock.

Die Zeitung schrieb weiter, BlackRock stecke durch seine Mainstream-Investmentprodukte weiterhin viel Geld etwa in fossile Brennstoffe. Die Produkte würden von passiven Fonds dominiert, die Indexe abbilden. Das Magazin Impact Alpha, das sich mit nachhaltigen Investments beschäftigt, schrieb dazu: „Als Verwalter von größtenteils passiven Portfolios, die an Indexe gekoppelt sind, sträubt sich BlackRock, sich von fossilen Brennstoffen und anderen umweltzerstörenden Industriezweigen abzuwenden. Das Management widersetzt sich nur selten den Beschlüssen der Anteilseigner.”

Andere große Fonds denken um

Andere große Investmentfonds gehen neue Wege. Japans staatlicher Government Pension Investment Fund, der ein Vermögen von 1,6 Billionen US-Dollar verwaltet, könnte bis zu 50 Milliarden Dollar umverteilen. Dabei sollen die „negativen externen Effekte“ genauer unter die Lupe genommen werden, die die Unternehmen im eigenen Portfolio erzeugen.

Gibt es auch bei BlackRock ein Umdenken? Die Financial Times schreibt, dass BlackRock mit einer umfassenden internen Analyse begonnen habe, die alle Aktivitäten im Hinblick auf den Klimawandel untersucht und dabei sowohl aktive als auch passive Fonds einschließt. Die Zeitung erwartet einen wachsenden Druck auf Unternehmen im Hinblick auf Klimarisiken und andere Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte.

Quellen / Weiterlesen

The mainstreaming of renewable power | BlackRock
BlackRock aims $2.5bn at solar, wind and battery storage | pv magazine
Rekordzusagen für BlackRocks globalen Erneuerbare-Energien-Fonds | institutional money
BlackRock achieves record close of $1bn for renewable energy fund | Power Technology
Bildquelle: flickrpurplekey
Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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