Begünstigt die Luftverschmutzung die Verbreitung des Corona-Virus? Eine wissenschaftliche Untersuchung aus Italien legt nahe, dass Feinstaub als Träger der Viren wirkt, die sich so schneller verbreiten. Das Papier ist das Ergebnis einer gemeinnützigen Studie von Forschern und Experten aus verschiedenen italienischen Forschungsgruppen und richtet sich vor allem an Entscheidungsträger.

Dank Feinstaub bleibt das Coronavirus tagelang in der Luft

In Italien ist besonders die Po-Ebene stark von Luftverschmutzung und Feinstaub betroffen. Die Untersuchung beschreibt nun, wie atmosphärische Partikel als Träger für viele chemische und biologische Kontaminanten fungieren, darunter auch Viren. Das atmosphärische Partikel ist zudem nicht nur Träger, sondern auch Substrat. Feinstaub ermöglicht dem Virus somit, für Stunden oder Tage in der Luft zu bleiben.

Das Forscherteam, das an der Studie beteiligt war, untersuchte die Anzahl der Episoden, zu denen der gesetzliche Grenzwert für Feinstaub der Größe PM10 überschritten wurde. Dazu prüften sie die Werte der Mess-Stationen in den italienischen Provinzen.

Gleichzeitig analysierten die Forscher die gemeldeten Ansteckungsfälle mit Covid-19. Sie fanden einen Zusammenhang zwischen der Überschreitung der Grenzwerte im Zeitraum 10. bis 29. Februar 2020 und der Anzahl der bis zum 3. März aktualisierten Infektionsfälle, unter Berücksichtigung der Inkubationszeit des Virus. In der Po-Ebene zeigten sich demnach abnormale Beschleunigungen in den Expansionskurven. Diese fielen offensichtlich in einem Abstand von 2 Wochen mit den höchsten Konzentrationen von atmosphärischen Partikeln zusammen. Das heißt, sie gaben einen Schub für die Ausbreitung der Epidemie, schreiben die Forscher.

Forscher appelliert: „Minimieren Sie die Emissionen“

„Die hohen Staubkonzentrationen, die im Februar in der Po-Ebene registriert wurden, führten zu einem Schub, einer Beschleunigung der Ausbreitung von Covid-19. Der Effekt ist in den Provinzen, in denen die ersten Ausbrüche auftraten, deutlicher „, erklärt Leonardo Setti von der Universität Bologna. Gianluigi de Gennaro von der Universität Bari bestätigt dies. Je mehr Partikel es gebe, desto mehr „Autobahnen“ würden auch für Ansteckungen geschaffen. Er appellierte deshalb: „Minimieren Sie die Emissionen und hoffen Sie auf günstige Wetterbedingungen.“

„Mahnung für eine nachhaltige künftige Wiedergeburt“

Alessandro Miani, Präsident der Italienischen Gesellschaft für Umweltmedizin (Sima), kommentierte die Ergebnisse ebenfalls. Der Einfluss des Menschen auf die Umwelt hätte auf allen Ebenen gesundheitliche Auswirkungen, sagte Miani. Dieser harte Test auf globaler Ebene müsse deshalb eine Mahnung für eine wirklich nachhaltige Wiedergeburt sein, zum Wohl der Menschheit und des Planeten. „In Erwartung der Konsolidierung der Beweise zugunsten der vorgelegten Hypothese könnte die Konzentration feiner Partikel in jedem Fall als möglicher indirekter Indikator oder ‚Marker‘ für die Virulenz der Covid 19-Epidemie angesehen werden“, sagte er.

Quellen / Weiterlesen

Studie bestätigt Smog und Feinstaub beschleunigte die Verbreitung des Coronavirus | meinbezirk.at
Coronavirus, lo studio: “Smog e polveri sottili hanno accelerato la diffusione di Sars Cov2” | il Fatto Quotidiano
Bildquelle: Wikipedia – hozinja / CC BY
Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

5 KOMMENTARE

  1. Ständig husten die Corona-Kranken stundenlang in den Auspuff ihres alten Autos. das kann nicht ohne Folgen bleiben.

  2. In seriöser Presse war am Wochenende zu lesen , das besonders in den „Industriegebieten Norditaliens“ seid Jahrzehnten die Wirtschaft und Gewinne wichtiger waren als die Gesundheit der Menschen.
    Es gibt in besonders In Städten wie BRESCIA so stark mit Dioxin , PCB etc. verseuchte Böden, das bei öffentlichen Parks in Brescia „Verbotsschilder vor Betreten der Rasenflächen “ warnen. Die Verseuchung der Böden muss dort über die Luft geschehen sein.
    In der Lombardei ist die Luftverschmutzung durch die Industrie seid Jahrzehnten sehr groß. Die Bevölkerung leidet bei allen Altersgruppen unter Atemwegserkrankungen Asthma etc.
    Kein Wunder das in dieser Region viele Menschen an Corona sterben.
    Umweltschutz spielte in Italien nie eine Rolle die Mafia hat die Müllentsorgung beherrscht.
    Im ländlichen Teil Italiens wurde der „giftige Müll“ einfach vergraben , oder anderweitig entsorgt.

  3. Können Sie die Quellen geben? Gibt es schon deutsche Übersetzungen der genannten Untersuchungen?

  4. Es wäre hilfreich, wenn auf die Quelle der Information verwiesen würde.
    Ich meine: „die Quelle“ und nicht einen Artikel, der sich wiederum auf einen weiteren Artikel bezieht (der leider auch nur einen Artikel, aber nicht die Studie/das Papier idnetifiziert.
    Darüberhinaus wäre der Zugang zu einer authorisierten Übersetzung in englischer oder deutscher Sprache hilfreich.

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