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Tesla verkauft in den USA nicht so viele Solardächer wie erhofft und verliert Marktanteile. Der Autobauer will das vernachlässigte Solargeschäft jetzt neu ankurbeln und Kosten senken. Dazu spart Tesla Solar unter anderem beim Service.

Tesla stieg mit der umstrittenen Übernahme von Solar City ins Solargeschäft ein. Das Solardach ist einer der Bausteine von Teslas ganzheitlicher grüner Energieversorgung: Solarstrom vom eigenen Dach, der Stromspeicher Powerwall und ein Elektroauto, alles aus einer Hand.

Warum das Tesla Solardach nicht so erfolgreich ist wie erhofft

Doch das Solargeschäft entwickelt sich nicht wie geplant. Im ersten Quartal 2019 verkaufte Tesla 21 Prozent weniger Solardächer als im Vorjahreszeitraum und fiel auf den dritten Platz hinter den Konkurrenten Sunrun und Vivint Solar zurück. Gleichzeitig meldete der Autobauer im ersten Quartal einen Verlust von über 700 Millionen US-Dollar.

Dass das Solargeschäft nicht gut läuft, liegt daran, dass dieser Geschäftsbereich zugunsten des Tesla Model 3 bisher vernachlässigt wurde. In dem hart umkämpften Markt für Solarmodule in den USA sicher keine gute Idee. Auch eine fehlende Strategie verwirrt den Markt: Anfangs wollte Tesla das Solardach in der US-Kette Home Depot anbieten, später hieß es dann, stattdessen werde man die Module nur in den eigenen Stores sowie online verkaufen.

Wie Tesla das Solargeschäft ankurbeln will

Nun will Tesla das Solargeschäft mit einer Umstrukturierung und Kostensenkungen beleben. Dazu wird zunächst das Angebot standardisiert: Das Solardach wird jetzt nur noch in Modulen aus je 12 Panels angeboten. Ein Modul soll 4 Kilowatt Strom erzeugen. Vorher wurde das Solardach speziell auf jeden einzelnen Kunden zugeschnitten, was viel Zeit kostete.

Zusätzlich verkauft Tesla die Solarziegel in Zukunft nur noch online. Das heißt, Käufer müssen künftig selbst einige der Aufgaben erledigen, die vorher Mitarbeiter von Tesla übernommen hatten. Dazu gehört, Fotos vom Stromzähler und vom Sicherungskasten zu machen und zu übermitteln.

Damit will Tesla zum günstigsten Anbieter in den USA werden. Der Konzern bietet das Solar Roof jetzt offiziell für 1,75 bis 1,99 US-Dollar pro Watt an. Das ist weniger als der durchschnittliche Preis für Solarmodule in den USA, der laut dem Branchenverband Solar Energy Industries Association 2,08 Dollar beträgt. Aus diesen Preisen ist bereits eine Steuerersparnis von 30 Prozent herausgerechnet, die Käufer von Solaranlagen geltend machen können.

Auch die Vermarktung und Herstellung der Solarziegel will Tesla in der zweiten Jahreshälfte beschleunigen. Die Produktionsprobleme beim Model 3 bündelten lange Zeit sämtliche Ressourcen im Unternehmen, sind aber jetzt behoben. Tesla-CEO Elon Musk hat 2019 deshalb zum „Jahr des Solardachs“ erklärt.

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Quellen / Weiterlesen

Tesla Looks to Regain Its Luster in Solar Energy by Slashing Prices | The New York Times
Tesla slashes solar panel prices | Washington Examiner
First look at Tesla’s solar roof tile technology with custom fittings | electrek
Tesla Solar: Standardisierung und Preissenkung in den USA | Cleanthinking
Bildquelle: © Tesla
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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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