Mastercard testet digitales Bezahlsystem für Solarstrom in Afrika

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Während für uns eine durchgehende Stromversorgung selbstverständlich ist, haben weltweit Milliarden Menschen nur unzureichenden oder keinen Zugang dazu. Allein in Afrika betrifft dies 625 Millionen Menschen südlich der Sahara. Mastercard und das kenianische Solarunternehmen M-Kopa wollen dort gemeinsam mit Mobilfunkanbietern mehr Menschen den Zugang zu Solarstrom ermöglichen. Das funktioniert über das digitale Bezahlsystem Masterpass QR.

Mit M-Kopa Solar können auch einkommensschwache Haushalte ohne Netzanschluss Solarstrom nutzen. Sie erwerben ein Solarmodul auf Kredit und zahlen diesen über Masterpass QR in täglichen Miniraten zurück. Das System funktioniert mit jeder Art von Mobiltelefon: Kunden müssen nur einen auf dem Solarmodul angebrachten QR-Code mit ihrem Smartphone scannen oder eine entsprechende ID-Nummer über ein herkömmliches Mobiltelefon eingeben. So erwerben sie Guthaben und können das Solarmodul dann entsprechend nutzen.

Einmalinvestition von nur 35 Dollar

M-Kopa hat schon drei Millionen Menschen in Ostafrika mit Solarlösungen ausgestattet und will in den nächsten drei Jahren eine Million Menschen über Pay as you go-Lösungen mit Solarstrom versorgen. Matt Miller, Vice President im Bereich Produktentwicklung bei Mastercard sagte über Masterpass, diese flexible mobile Zahlungsmethode solle den Menschen in Subsahara-Afrika den Zugang zu günstigem Solarstrom ermöglichen, damit sie nicht länger auf Kerosin und Holzkohle angewiesen sind. Solarstrom ist zwar günstiger als diese fossilen Brennstoffe. Doch viele Afrikaner können sich Solarsysteme wegen der hohen Einmalinvestition nicht leisten: Ein Solarsystem von M-Kopa kostet inklusive Installation etwa 200 Dollar. Mit dem Pay as you go-Programm müssen Kunden dann lediglich 35 Dollar anzahlen. Die täglichen Zahlungen betragen nur wenige Cent.

Pay as you go-Solarstrom in weiteren afrikanischen Ländern geplant

Masterpass-QR und M-Kopa wollen das Programm in diesem Jahr zunächst in Uganda einführen. Ist es erfolgreich, sollen es auf weitere Länder ausgedehnt werden. Masterpass QR wird bereits in einer ganzen Reihe afrikanischer Länder genutzt. So kann auch M-Kopa wachsen und seine Produkte ohne zusätzliche Technologie-Investitionen auf diese Länder ausdehnen, teilten die Unternehmen mit. Mastercard plant außerdem, über Solarstrom hinaus gemeinsam mit Mobilfunkanbietern weitere Partner für das Masterpass-Programm zu suchen. In Frage kommen zum Beispiel Gas- und Wasserversorgungsunternehmen in Entwicklungsländern.

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Quellen / Weiterlesen:
Mastercard tests pay as you go for solar energy in Africa | VentureBeat
Mastercard, M-Kopa enter pilot pay-as-you-go solar partnership in Africa | Renewables Now
How Mastercard Is Powering Solar Payments in Africa | PC
Bildquelle: © SolarNow

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2 KOMMENTARE

  1. Pay-as-you-go-Solarstrom, das ist dann ja fast besser als bei uns. Umweltfreundlicher allemal.

  2. Soso, Solarstrom ist also billiger als Holzkohle. Und Mastercard ist vermutlich ein gemeinnütziger Verein?

    Aber die westliche Zivilisation war ja schon immer sehr erfindungsreich, wenn es darum ging, den afrikanischen Kontinent auszuquetschen – entweder mit offener Gewalt, oder durch Schaffung von massiven Abhängigkeiten (wird offiziell „Entwicklungshilfe“ genannt). Warum sollte man daran nun etwas ändern, nur weil einige Gutmenschen noch immer ernsthaft glauben, dass Anbieter aus dem Sektor „erneuerbare“ Energien grundsätzlich vor allem das Wohl der Menschheit im Sinn haben?

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