JP Morgan, eine der größten Banken der Welt, hat sich das Ziel gesetzt, bis Ende 2020 den eigenen Energiebedarf ausschließlich durch erneuerbare Energien zu decken. „JPMorgan Chase hat sich verpflichtet, bis Ende 2020 100% erneuerbare Energiequellen zu nutzen, und wir konzentrieren uns auf die Erzeugung erneuerbarer Energie, um sicherzustellen, dass wir einen äußerst nachhaltigen Betrieb betreiben“, äußert sich Alec Saltikoff, Executive Director bei JPMorgan Chase zu dem Vorhaben.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat das sich das Unternehmen in den USA mit swytchX zusammengetan. Die wiederum sind darauf spezialisiert, neuartige Technologien wie  Blockchain einzusetzen, um einen globalen Übergang zu erneuerbaren Energien zu ermöglichen.

Per Blockchain und anderer Maßnahmen werden Faktoren wie der Energieverbrauch, die Umweltindikatoren und weitere Kennzahlen des Bankenriesen erfasst. Ein Projekt dieser Art hat unter anderem das Potenzial, eine Verbesserung für Credits für erneuerbare Energieproduktion sowie beim Handel mit RECs und Emissions-Credits zu erreichen.

Bisher größtes Blockchain-Energieprojekt

„Dieses Projekt ist das bislang größte Blockchain-Energieprojekt in den USA“, äußerte sich Evan Caron, Mitbegründer von swytchX. „Während sich globale Standards in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft verschieben, bieten Legacy-Systeme und -Märkte für swytchX die Möglichkeit, den weltweiten Verbrauch, die Verwaltung und die Bilanzierung von Energie zu modernisieren“, so Caron weiter.

Die beiden Unternehmen JPMorgan und swytchX erhielten im November sogar für das Projekt den Energy New York Innovation Award vom New York Energy Consumers Council verliehen. „Dieses Engagement, die Innovation in der Blockchain und die Innovation im Energieverbrauch vor Ort sind gut für das Geschäft, unsere Kunden und die Gemeinden, denen wir dienen“, führt Saltikoff weiter aus. Zudem ergänzt er, dass das Unternehmen dankbar sei, den Energy New York Award als „Beweis für unser Engagement“ erhalten zu haben.

Nach Angaben von Caron digitalisiert die eingesetzte Technologie nicht nur das komplette Energieportfolio von JP Morgan, sondern verbindet es auch zu einem neuen handelbaren digitalen Vermögenswert. Hierdurch wird ein „neuer und verbesserter Datenstandard“ geschaffen, der ein höheres Maß an Vertrauen, Geschwindigkeit und Intelligenz bietet. Dies soll die Türen für alle Bereiche von Fintech bis hin zu Marktplätzen für erneuerbare Energien öffnen.“

Dank der einheitlichen Datenstandards für die Verfolgung von Treibhausgasemissionen und Stromverbrauch ist die neue Technologie skalierbar und kann beliebig ausgebaut und angewendet werden.

Gesetzliche Vorschriften

Treibende Kraft hinter den Bemühungen von JP Morgan sind nicht zuletzt mehrere gesetzliche Änderungen in New York, die sowohl auf staatlicher als auch lokaler Ebene greifen und Lösungen für einen optimierten Energiebedarf erreichen sollen. So regelt unter anderem das New Yorker Kommunalgesetz 97, dass Bauherren bis 2025 eine Reduzierung der Kohlendioxidemissionen in Verbindung mit der Erzeugung erneuerbarer Energie nachweisen müssen. Und die Initiative Value of Distributed Energy Resources gibt auf Landesebene vor, dass das New Yorker Strompreismodell Zeit, Ort und Umweltauswirkungen von DERs (distributed energy resources) widerspiegeln muss.

Genau dies ermöglicht das Energieursprungs-Tracking von SwytchX, da es belegen kann, welche Energie aus erneuerbaren Quellen stammt – entweder aus Verträgen oder von Photovoltaikanlagen auf den eigenen Dächern. Die Technologie ermögliche laut Caron auch einen Netzwerkeffekt, da der Wert eines einheitlichen Datenstandards mit jedem neuen Teilnehmer steigt.

Er ergänzt außerdem, dass die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen in der Energieversorgungskette im Rahmen des Aufbaus des Projekts zu zusätzlichen Geschäftsmöglichkeiten geführt habe. Denn viele Unternehmen sind an der Verfolgung von Energie- und Nachhaltigkeitszielen interessiert.

Quellen / Weiterlesen

Blockchain project to help JPMorgan reach 100% renewable energy goal | S&P Global
Bildquelle: Piqseles

Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here