In China haben erneuerbare Energien im letzten Jahr kräftig zugelegt. Besonders die Windkraft boomt dort, inzwischen wird knapp die Hälfte des Windstroms weltweit in China produziert. Auch für Wasserkraft und Solarenergie läuft es gut.

Windkraft wächst um 71,7 Gigawatt

Wie vorläufige Daten der chinesischen Behörden zeigen, gingen 2020 neue Windkraftanlagen mit 71,7 Gigawatt Gesamtleistung ans Netz. Die Anlagen wurden teilweise aber schon im Jahr zuvor errichtet und erst 2020 in Betrieb genommen. Zum Vergleich: In Deutschland sind aktuell Windräder mit einer Gesamtleistung von 62,4 GW installiert. Der Zubau lag letztes Jahr aufgrund restriktiver Vorgaben nur bei 1,7 Gigawatt.

In China hat sich dagegen der Zuwachs bei der Windkraft gegenüber 2019 fast verdreifacht. Mit knapp 72 Gigawatt hat das Land einen neuen Rekord aufgestellt. Es ist sogar so, dass China inzwischen die Hälfte der globalen Windkraft erzeugt. Auch das Zubau-Tempo ist sehr beindruckend: Im letzten Jahr gingen in China mehr Windräder ans Netz als in Deutschland in den letzten 25 Jahren.

Mehr Solaranlagen, aber auch mehr Kohlekraftwerke

Auch die Solarenergie schnitt mit 48,2 Gigawatt Zubau gut ab, nachdem sie in den zwei Jahren davor zurückgegangen war. Fast 18 Prozent des Stroms stammten 2020 aus Wasserkraft.

Mittlerweile werden in China 9,5 Prozent des Stroms mit erneuerbaren Energien erzeugt. Bis 2030 will das Land auf 25 Prozent kommen und fossile Energieträger weiter reduzieren. Nach wie vor gehen aber auch neue Kohle- und Gaskraftwerke ans Netz. Bei der Kohle waren es letztes Jahr 56 Gigawatt, 27 Prozent mehr als 2019. Diese Kraftwerke sind jedoch im Schnitt nur zu 50 Prozent ausgelastet und damit vermutlich nicht langfristig rentabel. Bis 2060 will China klimaneutral werden.

Schwieriger Export von Windkraftanlagen

Beim Export von Solarmodulen ist China Weltmeister, doch die Windbranche tut sich deutlich schwerer. Besonders schlecht läuft es für die chinesischen Windkraftanlagen-Hersteller in entwickelten Märkten. Das liegt daran, dass Firmen wie Goldwind und Sinopec in punkto Qualität nicht mit westlichen Herstellern wie Vestas oder GE mithalten können, so die Einschätzung von Li Shuo von Greenpeace China. Die Anlagen seien aber zuverlässig und preisgünstig und daher eher in Märkten wie der Ukraine, Indien und Pakistan erfolgreich.

Quellen / Weiterlesen

China: Wind- und Solarenergie boomen | Telepolis
2020 electricity & other energy statistics (preliminary) | China Energy Portal
China Sets 2020 Milestone in Wind-Power Capacity Growth | ENR
Bildquelle: Wikipedia – taylorandayumi, CC BY 2.0

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

1 KOMMENTAR

  1. Wind treibt Wolken vom Meer ins Landesinnere. Windräder bremsen Wind aus. Könnten Windräder Dürre im Binnenland auslösen?

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