Wenn Energie zu einer integrierten und digitalen Dienstleistung wird

Durch den unverzichtbaren Ausbau von erneuerbaren Energien und der damit einhergehenden Dezentralisierung der Energieversorgung ergeben sich erhebliche Herausforderungen in der Energiewirtschaft. Diesen begegnet die Branche mit einem beträchtlichen Ausbau von Stromnetzen – wozu auch der Umbau der Energieinfrastruktur und die Schaffung intelligenter Stromnetze gehört.

Gastbeitrag von David Balensiefen, Mitgründer und Geschäftsführer vom Smart-Grid-Unternehmen gridX

Ein weiterer wichtiger Baustein, um das Netz im Gleichgewicht zu halten, ist die Flexibilisierung des Verbrauchs. Dabei spielen auch finanzielle Anreize für Verbraucher:innen eine Rolle. Durch ganzheitliche Energy-as-a-Service (EaasS) Modelle, also Dienstleistungsmodelle, können Verbraucher:innen von niedrigeren Kosten profitieren, ohne sich mit der gewachsenen Komplexität auseinandersetzen zu müssen.

Servicemodelle im Energiebereich

In vielen Branchen hat sich eine Umstellung auf Servicemodelle bereits bewährt – doch erst jetzt, wo das Energiesystem an Komplexität gewinnt, werden auch in der Energiewirtschaft traditionelle Modelle zurückgedrängt. Inmitten der Energiewende gilt es, die Kundenorientierung zu erhöhen und die Komplexität auf Kundenseite gering zu halten. Das bedeutet, dass Energieunternehmen Kund:innen zunehmend personalisierte Angebote für Mobilität, Wärme, Strom und dabei ganzheitliche Lösungen zur Verfügung stellen. Dazu gehören Apps oder IoT-Anwendungen, die ermöglichen, Einsparungen oder Vorteile einfach einzusehen oder individuelle Lösungen zu wählen.

Der Markt für Energy-as-a-Service soll bis 2027 auf 41,85 Milliarden US-Dollar anwachsen.

Neue flexible Produkte sind der Schlüssel

Energiemanagementsoftware, welche als Service angeboten wird, lässt Energiegeräte immer effizienter und intelligenter arbeiten und reduziert gleichzeitig die Komplexität für den Kunden. Neuartige Angebote wie beispielsweise Time-of-Use-Tarife (ToU) schaffen Anreize für Verbraucher:innen ihren Stromverbrauch an die aktuelle Verfügbarkeit anzupassen. Der finanzielle Anreiz für einen netzdienlichen Verbrauch trägt zu einem ausgewogeneren Stromnetz bei – wodurch Synergien zwischen Anbietern und Verbraucher:innen entstehen: Kund:innen profitieren von günstigeren Strompreisen und Netzbetreiber davon, dass sie die Last auf das öffentliche Netz reduzieren.

Effizienz durch Energieplattformen

Ein Umschwung innerhalb einer Branche kommt aber nicht von heute auf morgen. Servicemodelle sind für viele Unternehmen der Energiewirtschaft ein neues Terrain – es gilt, sie von dem Nutzen zu überzeugen und die nötigen Kompetenzen zur Einführung neuer Produkte aufzubauen.

Klar ist aber, dass die Vorteile von Servicemodellen in der Energiewirtschaft nicht zu ignorieren sind: Prozesse können vereinfacht, Kosten langfristig eingespart, die Kundenzufriedenheit erhöht und die Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit verstärk werden.

Mit unserer Energieplattform XENON sparen Kunden im Vergleich zu einer selbst entwickelten Lösung beispielsweise durchschnittlich 3.000.000 Euro und profitieren von täglich 2,5 Millionen Datenpunkten pro Gerät sowie einer Plattformverfügbarkeit von 99,9 Prozent.

Wer mehr über Dienstleistungsmodelle in der Energiewirtschaft und Energieplattformen erfahren will, kann sich gerne den gridX-Report zur steigenden Relevanz von Energie-as-a-Service ansehen!

Quellen / Weiterlesen

Energie digital managen | gridX
Energy as a Service: Market Size, Share & Industrial Analysis | Fortune Business Insight
Bildquelle: © Pixabay

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    David Balensiefen ist Mitgründer und Geschäftsführer von gridX, einem führenden Smart-Grid-Unternehmen mit Sitz in München und Aachen. Mit der digitalen Energieplattform XENON hat David eine Technologie auf den Markt gebracht, die alle Arten von dezentralen Energieressourcen verbindet und es ermöglicht, Energieflüsse in jedem Kontext zu optimieren. David studierte an der RWTH Aachen (M.Sc. Resources Engineering), in Delft und Helsinki. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Energiesektor. Er besetzte Positionen in der Forschung bei der Helmholtz-Gemeinschaft, im Engineering bei LyondellBasell, bei RWE und Sandvik sowie in der Geschäftsanalyse und im Change Management bei Trianel. Sein umfangreiches Netzwerk in der Energiewirtschaft war ein zentraler Punkt bei der Etablierung der wichtigsten Partnerschaften, zum Beispiel zuletzt mit E.ON, die für den Fortschritt von gridX erforderlich waren.

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