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Netzparität und EigenverbrauchSolarstrom wird immer günstiger. Die Kosten für eine Solaranlage sind so weit gefallen, dass Endverbraucher durch eine Solaranlage deutlich sparen können, statt ihren Strom nur vom Versorger zu beziehen. Viele Stimmen sprechen schon davon, dass die Netzparität erreicht ist. Der Begriff Netzparität ist immer wieder in Diskussionen rund um die Energiewende zu hören.

Was bedeutet Netzparität?

Von Netzparität (engl. Grid parity) wird dann gesprochen, wenn die Kosten des Stromes einer Solaranlage dem Strompreis auf dem Markt gleichen. Die Kosten des Stromes einer Solaranlage müssen für den Eigenverbrauch als Anteil der Gesamtkosten der Solaranlage berechnet werden. Es gibt grundsätzlich drei Stufen der Netzparität.

  • Die erste Stufe beschreibt die Netzparität bezüglich der Gleichheit mit dem Preis von Haushaltsstrom.
  • Die zweite Stufe bezieht sich auf die Gleichheit mit dem Industrie- und dem Gewerbestrompreis und
  • die dritte Stufe der Netzparität bezieht sich auf die Gleichheit vom Abnahmestrompreis und dem Strompreis an der Börse.

Bisher ist es so, dass die Strompreise im Laufe der Zeit steigen, während die Kosten für Solaranlagen deutlich sinken. Solarmodule sind der größte Kostenfaktor einer Solaranlage und auf der Markt für Solarmodule herrscht ein großer Preiskampf – vor allem durch asiatische Anbieter, Überkapazitäten in der Produktion einer Konsolidierung des Marktes. Es wird erwartet, dass diese beiden Trends in Zukunft anhalten werden.

Netzparität und Eigenverbrauch

Grundsätzlich bedeutet Netzparität nicht, dass der Solarstrom in der Herstellung günstiger ist, als der herkömmliche Strom aus Gas oder Kohle, sondern Netzparität bedeutet nur, dass der Eigenverbrauch nicht teurer ist, als der Bezug des Stroms von einem Versorger, d.h. es herrscht ein Gleichgewicht. In den letzten Jahren ist die sogenannte Einspeisevergütung, die jeder Betreiber einer Solaranlage für das Einspeisen seines Stroms in das allgemeine Stromnetz erhält, deutlich gesunken. 2004 wurde jede Kilowattstunde noch mit 57,4 Cent vergütet. Für Anlagen die zwischen dem 1. und 30. April in Betrieb genommen wurden, gibt es nur noch 19,5 Cent. Und Anlagen die seit Januar 2013 ans Netz gegangen sind erhalten nun nur noch um die 17 Cent pro Kilowattstunde.

Durch das neu geregelte Erneuerbare-Energien-Gesetz wurde nun noch zusätzlich festgelegt, dass die Vergütung in Zukunft pro Monat um 2,8 Prozent sinkt. Daher gilt: Je mehr Anlagen in den vorherigen Monaten ans Netz gegangen sind, desto drastischer sinkt die Vergütung für neue Anlagen. Wer seinen Strom für den Eigenverbrauch allerdings vom örtlichen Versorger bezieht, der zahlt inzwischen in vielen Regionen schon einen Kilowattpreis von 25 Cent, sprich deutlich mehr als er im Vergleich zu selbst erzeugten Solarstrom bekommen würde. Somit ist der Eigenverbrauch des selbstproduzierten Solarstroms kostengünstiger. Das macht wiederum deutlich, dass Netzparität erreicht wurde. Selbst der Vergleich vom Solarstrom-Eigenverbrauch und Billiganbietern zeigt deutlich, dass die Netzparität erreicht wurde. Laut Dr. Giorgio Cellere, u.a. Author des Applied Materials Blog, herrschte im September 2012 in 105 Ländern der Welt Netzparität. Er geht weiterhin davon aus, dass 2020 98 Prozent der Weltbevölkerung in Gebieten leben werden, wo Netzparität herrscht.  Er zitiert dabei eine Studie von Q-Cells:

Netzparität auf der Welt

Strom speichern für den Eigenverbrauch

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Durch die Neuregelung im Bereich der Einspeisevergütung im April 2012 wurde auch ein Wechsel im Bezug zum Eigenverbrauch vollzogen. Für den Eigenverbrauch erhielten Besitzer einer Solaranlage bis dato eine zusätzliche Vergütung. Seit April gibt es die Vergütung für den Eigenverbrauch allerdings nicht mehr. Wer demnach eine Solaranlage besitzt, die mehr als 10 Kilowatt leistet, der muss den erzeugten Strom entweder selbst verbrauchen oder anderweitig vermarkten. Beim Eigenverbrauch besteht aber grundsätzlich das Problem, dass Solarstrom nicht nur dann erzeugt wird, wann er auch benötigt wird, sondern nur dann wenn die Sonne scheint. Das Speichern von Solarstrom ist wichtig, um eine möglichst große Eigenverbrauchsquote zu gewährleisten. Dafür werden Solarbatterien benötigt. Diese sind wiederum mit Kosten verbunden, so dass genau kalkuliert werden muss. Ohne Speichermöglichkeit ist der Anteil des Eigenverbrauchs auf maximal 15 bis 30 Prozent beschränkt. Der Überschuss muss dann ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden, denn bei Sonnenschein produziert eine Solaranlage deutlich mehr Strom als zu dieser Zeit benötigt wird. Bei schlechtem Wetter oder in der Nacht produziert sie wiederum gar nichts. Zusätzlich dazu kann man den Eigenverbrauch aber auch selbst beeinflussen. So sollte man zum Beispiel stromintensive Geräte wie Trockner und Waschmaschine nur dann nutzen, wenn die Solaranlage gerade viel Strom produziert.

Bildquelle: © Uwe Schlick / pixelio – www.pixelio.de

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