Der dänische Windkraftanlagenhersteller Vestas streicht Stellen in der Lausitz: 500 Jobs sollen im Werk in Lauchhammer wegfallen und damit fast jeder zweite Arbeitsplatz. Der Marktführer begründet den Schritt mit der gesunkenen Nachfrage im Bereich Windkraft. Unter den Herstellern von Windrädern herrscht ein harter Preiskampf.

Vor allem Zeitarbeiter verlieren ihren Job

Als Reaktion auf die Flaute will Vestas die Herstellung der V136-Anlagen herunterfahren, die in Lauchhammer produziert werden. Die V117-Rotorblätter will Vestas dagegen weiterhin bauen. Wie der dänische Konzern mitteilte, sind von dem Personalabbau vor allem Zeitarbeiter betroffen. Deutschland bleibe aber ein Schlüsselmarkt: Hier hat Vestas mehr als 2.300 Mitarbeiter, weltweit sind es über 24.500. Vestas kündigte an, neue Produkte auf den Markt zu bringen, um so die Kosten für erneuerbare Energien zu senken.

Bundesverband Windenergie: „Entscheidung überrascht nicht“

Der Bundesverband Windenergie (BWE) zeigte sich wenig überrascht. Der Verband sagte, die Krise der Windbranche in Brandenburg werde immer dramatischer. Deshalb könne die Entscheidung von Vestas niemanden überraschen, der die dortige Energiepolitik verfolgt habe. „Es ging in den letzten Jahren immer nur darum, wie man den Ausbau der Windenergie bremsen kann. Dieser politische Verhinderungswettlauf muss dringend beendet werden, wenn Brandenburg Energieland bleiben will“, sagte der Landesvorsitzende Jan Hinrich Glahr. Er appellierte deshalb an die Politik, klare Rahmenbedingungen für den Ausbau der Windenergie in Brandenburg zu schaffen.

Als „fatal“ bezeichnete auch die Brandenburger Linke die Entscheidung. Es sei ein schwerer Schlag für den notwendigen Strukturwandel in der Lausitz, sagte der Fraktionsvorsitzende der Linken in Brandenburg, Sebastian Walter. Das sei auch die Schuld der Bundesregierung, die ambitionierte Klimaschutzprojekte verspreche, während gleichzeitig Akzeptanz- und Beteiligungsmaßnahmen für Standortkommunen und für die Bevölkerung vor Ort fehlten.

Windkraft-Ausbau in Deutschland in der Krise

Im ersten Halbjahr 2019 kam der Ausbau der Onshore-Windkraft in Deutschland nahezu zum Erliegen. In Brandenburg gingen 2019 gerade einmal 8 Windkraftanlagen neu ans Netz. 2016 waren es 204, letztes Jahr noch 88 gewesen. Unter den Herstellern von Windkraftanlagen herrscht starker Wettbewerb und Preiskampf. Erst kürzlich hatte auch Siemens Gamesa 600 Stellen in Dänemark gestrichen.

Deutschland hat Vestas nach eigenen Angaben bisher mehr als 8.000 Windenergieanlagen installiert. Stellen fallen bei Vestas übrigens nicht nur hierzulande weg: Auch in der Fabrik im dänischen Lem streicht der Hersteller 90 Stellen.

Quellen / Weiterlesen

Kürzungen bei Vestas: Hunderte Jobs in Lauchhammer betroffen | LR Online
Windradbauer Vestas streicht 500 Stellen in Lauchhammer | rbb24
Wegen Windkraft-Flaute: Vestas streicht 500 Jobs in Lauchhammer | Märkische Allgemeine
Windradhersteller Vestas streicht 500 Stellen in Lauchhammer | Niederlausitz Aktuell
Bildquelle: Wikipedia – Von Jeffrey BeallEigenes Werk, CC-BY 4.0

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