Eine neue Studie belegt, dass im Jahr 2022 15,8 Millionen Tonnen zusätzliche CO2-Emissionen durch Kohlekraftwerke emittiert wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass Kohlekraftwerke auch im Jahr 2022 vermehrt im Einsatz waren. Aufgrund geänderter Energiewirtschaftsgesetze erfolgte die Wiederinbetriebnahme von stillgelegten Kraftwerken. Dadurch stiegen die CO2-Emissionen.

Intensiver Einsatz von Kohlekraftwerken sorgt für Mehremissionen

Durch geänderte Energiewirtschaftsgesetze erfolgte eine Wiederinbetriebnahme bereits stillgelegter Kohlekraftwerke, wodurch sie vermehrt zum Einsatz kamen. Ziel war es, aufgrund der Erdgasverknappung durch den russischen Angriffskrieg, Gaskraftwerke weniger zu nutzen. Doch es kam durch die vermehrte Nutzung von Kohlekraftwerken zu zusätzlichen CO2-Emissionen von 15,8 Millionen Tonnen im Jahr 2022.

Eine Studie des Analyseinstituts Energy Brainpool, die im Auftrag der Ökoenergiegenossenschaft Green Planet Energy stattfand, kam zu diesen Ergebnissen. Sie zeigt, dass es sich um eine Mehremission handelt, weil der EU-Emissionshandel keinen Ausgleich bewirkte. Ferner entstand die Mehremission durch die Nutzung der zuvor abgeschalteten und wieder in Betrieb genommenen Kraftwerke. Allerdings gebe es Optionen, die Mehremission zu kompensieren, wenn die Politik aktiv wird. Nur so können Klimaschäden verhindert werden. Eine Möglichkeit wäre die Änderung des CO2-Emissionshandelsgesetz (TEHG) insoweit, dass auch Mehremissionen aufgrund eines krisenbedingten Weiterbetriebs der Kraftwerke kompensiert werden.

Energienutzung aus fossilen Ressourcen

Obschon der Erdgasanteil im Jahr 2022 bei der Stromerzeugung um 16 Prozent sank, ist die Gesamtbilanz des Energieverbrauchs in Deutschland weniger erfreulich. Denn Erdgas wurde durch fossile Ressourcen wie Kohle und Erdöl ersetzt, wodurch die Stromproduktion aus Steinkohle um 21 Prozent stieg.

Fossile Energieträger haben besonders hohe CO2-Emissionen. Die von der Studie berechneten 15,8 Millionen Tonnen entsprechen ungefähr dem, was Schleswig-Holstein innerhalb eines Jahres insgesamt emittiert. Auch im Jahr 2023 sind die Kohlekraftwerke weiterhin in Benutzung und stoßen zusätzliches CO2 aus.

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Neue Studie: 15,8 Millionen Tonnen zusätzliche CO2-Emissionen durch Kohlekraftwerke im Jahr 2022 | Green Planet Energy
Kompensation der Kohle-Mehremissionen durch die Energiekrise | Energy Brainpool
Bildquelle: © Pixabay

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    4 KOMMENTARE

    1. Seriöse Wissenschaftler:innen und Ingenieur:innen warnen davor, die noch betriebsfähigen Gas- und Kohlekraftwerke kalt außer Betrieb zu nehmen. Die Kraftwerke haben ideale Voraussetzungen dafür, zu Energiespeicherkraftwerken umgerüstet zu werden.

      Weiterbenutzt werden könnten:
      – Dampferzeuger
      – Turbinen
      – Generatoren
      – Umspanneinrichtungen
      – Leitungsnetze
      – Restwärmenetze (Fernwärme)

      Zusätzlich benötigt werden würden
      – Hochtemperaturspeicher (Salzspeicher)
      oder
      – Wasserstoffspeicher
      – Methanzuleitungen
      – Methan-Pyrolyseanlagen zur Wasserstoff-/Kohlenstofftrennung
      oder
      – evtl. Hydrolyseanlagen

      So könnten in kürzester Zeit Großspeicher realisiert werden, die überschüssigen Wind- und Photovoltaikstrom zwischenspeichern können. Große Pilotanlagen für die Salzspeicher gibt es bereits.

      Theoretisch wäre dieser Umbau auch bei den noch lauffähigen Atommüllkraftwerken möglich. Hier bringt nur die radioaktive Belastung zusätzliche Probleme mit sich, da das notwendige unbelastete Gelände/die Gebäude für die Salzspeichertechnik erst neu erschlossen werden müsste und der Rückbau der belasteten Einrichtungen nicht beeinträchtigt werden darf.

    2. „im Auftrag der Ökoenergiegenossenschaft Green Planet Energy“

      Sind das nicht die, die den Preis für ihr Windgas (das allerdings mit dem Strommix aus dem öffentlichen Netz erzeugt wird) drastisch mit der Begründung erhöht haben, dass der Einkaufspreis des Ergases erheblich gestiegen sei?

      „Allerdings gebe es Optionen, die Mehremission zu kompensieren, wenn die Politik aktiv wird. Nur so können Klimaschäden verhindert werden. Eine Möglichkeit wäre die Änderung des CO2-Emissionshandelsgesetz (TEHG) insoweit, dass auch Mehremissionen aufgrund eines krisenbedingten Weiterbetriebs der Kraftwerke kompensiert werden.“

      Inwiefern würde eine weitere künstliche Erhöhung des Strompreises (also zusätzlich zum Einheitspreisprinzip an der Strombörse) die Mehremissionen durch den Weiterbetrieb der echten Kraftwerke kompensieren?

      „Erdgas wurde durch fossile Ressourcen wie Kohle und Erdöl ersetzt, wodurch die Stromproduktion aus Steinkohle um 21 Prozent stieg.“

      Na dann schauen wir doch mal, was geschieht, wenn auch die Stromproduktion aus den letzten Kernkraftwerken durch Stromproduktion aus Braun- und Steinkohle ersetzt wird. Und hoffen wir darauf, dass auch hierzu die Ökoenergiegenossenschaft eine Studie in Auftrag gibt, damit wir nicht dumm sterben müssen.

      Herr Habeck wettet ja darauf, dass das keinen negativen Effekt haben wird, weil wir ja in den vergangenen Monaten ganz arg viele Zufallsstromerzeuger zusätzlich in Betrieb genommen haben.

    3. > Inwiefern würde eine weitere künstliche Erhöhung des Strompreises (also zusätzlich zum Einheitspreisprinzip an der Strombörse) die Mehremissionen durch den Weiterbetrieb der echten Kraftwerke kompensieren?

      Es würde nur eine Umsetzung des Paritätsgedankens laut EU (wie in NL und DK bereits überwiegend durchgestzt) = „Einspeisefreiheit“ für haushaltsgroße Anlagen (also bis ca. 30m²) helfen.
      – Kein Austausch der Ferraris-Zähler notwendig
      – Technische Begrenzung der Einspeisung über die Maximalspannnung (zwischen 46V und 48V dynamisch, ab 49V abschalten)
      – Faire Abechnung durch Anpassung der Grundgebühr auf ein sozial verträgliches Maß

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