Energieversorger E.ON überträgt seine Sparte für Erneuerbare Energien an RWE. Zum 1. Oktober ging die Gesellschaft E.ON Climate & Renewables an den Braunkohlekonzern über. Im nächsten Schritt will E.ON auch das Erneuerbaren-Geschäft der Tochter Innogy an RWE abgeben. Und RWE will sich in den nächsten Jahren radikal zum grünen Unternehmen wandeln: Weg von der Kohle, hin zur Stromerzeugung durch Wind und Sonne. Bis 2040 will der Konzern komplett klimaneutral werden.

Insgesamt 6.800 Megawatt grüne Kapazität gehen an RWE

Mit dem Deal übernimmt RWE 6.800 MW erneuerbare Stromerzeugung inklusive der Speicherprojekte von E.ON. Deshalb wechseln auch über 1.600 E.ON-Mitarbeiter zu RWE, wie die beiden Unternehmen mitteilten. RWE wird außerdem mit 16,7 Prozent an E.ON beteiligt. E.ON-Vorstand Teyssen und RWE-Chef Schmitz hatten den Deal bereits im März 2018 beschlossen, und vor kurzem gab auch die EU-Wettbewerbskommission grünes Licht. Die Transaktion ist mehr als 40 Milliarden Euro wert.

E.ON bleibt den Erneuerbaren trotzdem verbunden

Nächstes Jahr soll auch die Ökostromerzeugung von Innogy an RWE übergehen, so dass E.ON nur die Netze und das Endkundengeschäft behält. Obwohl E.ON damit keinen eigenen Ökostrom mehr produziert, will das Unternehmen den Erneuerbaren weiter treu bleiben: E.ON-Kunden bekommen weiter Dienstleistungen zur Erzeugung von Grünstrom angeboten, etwa den Bau von Photovoltaik- oder kleinen Windkraftanlagen.

Wie RWE jetzt zum grünen Energiekonzern werden will

RWE arbeitet mit Hochtouren daran, vom klimaschädlichen Kohleverstromer zum Anbieter erneuerbarer Energien zu werden. Seine Kern- und Kohlekraftwerke behält RWE zunächst noch, will sie aber weiter abbauen und loswerden. RWE setzt bei seinem Umbau auch auf den Bereich Gas und Flüssiggas (LNG).

Wie Vorstandschef Schmitz mitteilte, will RWE pro Jahr netto etwa 1,5 Milliarden Euro in das Ökostrom- und Speichergeschäft investieren. Gemeinsam mit Partnern könnten es zwei bis drei Milliarden werden, sagte Schmitz.

RWE strebt massive CO2-Senkung an

Bis 2030 will RWE seinen CO2-Ausstoß stark senken, angestrebt wird ein Minus von 70 Prozent bis 2030. Bis 2040 will RWE dann zu 100 Prozent klimaneutral sein. Die konventionelle Stromerzeugung mit Kohle und Atomkraft soll in Zukunft nur noch bei 20 Prozent liegen.

Durch den Umbau wird RWE zu einem der führenden Anbieter von grünem Strom. Wie das Unternehmen angibt, liegt es bei der Erzeugung von Offshore-Windkraft weltweit dann sogar auf Platz zwei. Der Wandel des Braunkohlekonzerns wird allerdings nicht billig: RWE und die Bundesregierung verhandeln gerade über Entschädigungszahlungen für das vorzeitige Abschalten der Kraftwerke. Denn bis Ende 2022 soll RWE etwa 3 Gigawatt Braunkohle vom Netz nehmen, und dafür fordert der Konzern zwischen 1,2 und 1,5 Milliarden Euro je Gigawatt.

Quellen / Weiterlesen

EON übergibt 6.800 MW an RWE | energate messenger
Eon will Erneuerbare Energien so schnell wie möglich an RWE abgeben | manager magazin
Das neue grüne Gewand von RWE | tagesschau.de
RWE fordert hohe Entschädigung für den Kohleausstieg | Handelsblatt
Bildquelle: Pixabay

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