Jetzt bemüht sich auch die Energiewirtschaft um mehr Klimaschutz: Der drittgrößte Energieversorger Deutschlands EnBW will bis 2035 klimaneutral werden. Bis dahin will EnBW die Kohleverstromung beenden und die Erneuerbaren weiter ausbauen. Für den Übergang prüft der Konzern auch den Umstieg auf klimafreundlicheres Gas.

25 Maßnahmen fürs Klima beschlossen

Die Entwicklung der EnBW soll sich konsequent an den Kriterien der Nachhaltigkeit ausrichten. „Wir werden jede Entscheidung und jede Investition daran messen und dadurch unser zukünftiges Wachstum fest mit Nachhaltigkeit verbinden“, sagte EnBW-Chef Frank Mastiaux. Der Konzern hat 25 klimafreundliche Maßnahmen beschlossen und will diese in den nächsten Jahren umsetzen. Die CO2-Emissionen bis 2035 auf Netto-Null zu senken, ist ein ehrgeiziges Ziel, zu dem der Energieversorger auch von der Politik getrieben wird. Schließlich will Deutschland bis 2038 komplett aus der Kohle aussteigen.

EnBW gibt die Leistung seiner Kohlekraftwerke derzeit mit 4,6 Gigawatt an. Technikvorstand Hans-Josef Zimmer sagte, man habe sich bereits vor dem Kohleausstieggesetz freiwillig von 40 Prozent besonders CO2-intensiver Erzeugung getrennt, aus ökologischen wie wirtschaftlichen Gründen.

Umstieg auf Gas, dann auf Biogas oder Wasserstoff

Parallel zum Kohleausstieg will EnBW auch einen möglichen Fuel Switch prüfen. Der Energieversorger könnte in den fossilen Kraftwerken zunächst von Kohle auf klimafreundlichere Gase umsteigen. Im zweiten Schritt könnten dann CO2-freie grüne Gase bzw. Wasserstoff folgen.

Derzeit liegt der CO2-Ausstoß von EnBW bei 17 Millionen Tonnen jährlich. Bis 2030 will der Konzern diesen Ausstoß bereits halbieren. Einzelne Gesellschaften sind aber schon heute klimaneutral, wie EnBW mitteilte. Dazu gehört die Energiedienst AG. Als nächstes, nämlich schon Anfang 2021, soll die Netze BW folgen und einer der ersten klimaneutralen Verteilnetzbetreiber in Deutschlands werden.

Auch Konkurrent RWE gab letztes Jahr bekannt, klimaneutral werden zu wollen, allerdings erst 2040 und damit fünf Jahre nach EnBW. RWE setzt stark auf Kohle, die Leistung seiner Kraftwerke liegt bei 12.000 GW. Der Konzern stieß 2019 insgesamt 88 Millionen Tonnen CO2 aus.

„Nachhaltigkeit beginnt bei den Menschen“

Bei der Umsetzung der Strategie stellt EnBW seine Mitarbeiter in den Vordergrund. Sie würden zur Nachhaltigkeit motiviert, etwa durch die Senkung des Papierverbrauchs um 90 Prozent, die Planung von Dienstreisen streng nach CO2-Gesichtspunkten bis hin zu einer nachhaltigen Beschaffungsstrategie und nachhaltigen Betriebsrestaurants, teilte der Energieversorger mit.

Bei der Personalstrategie liegt ein Schwerpunkt auf der individuellen Weiterentwicklung und dem Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit. Zum Beispiel wurden Mitarbeiter in der konventionellen Erzeugung schon früh umgeschult und weiterqualifiziert. „Schon heute tragen Mitarbeiter*innen, die früher in einer konventionellen Anlage gearbeitet haben, mit ihrem technischen Know-how beispielsweise zum Betrieb der Offshore-Anlagen des Unternehmens bei“, teilte der EnBW mit.

Quellen / Weiterlesen

Energiekonzern EnBW will klimaneutral werden | Handelsblatt
EnBW will bis 2035 klimaneutral werden | pv magazine
EnBW verfestigt nachhaltige Unternehmensstrategie und strebt Klimaneutralität bis 2035 an | EnBW
Bildquelle: © EnBW Energie Baden-Württemberg AG

2 KOMMENTARE

  1. Eine grundsätzliche Frage: Wenn „alle Welt“ auf Wasserstoff umsteigt – woher soll das viele Wasser kommen angesichts des Klimawandels und vorausgesagten Trockenzeiten?

  2. Da unser Planet zu 66% mit Wasser bedeckt ist würde ich mir da keine Sorgen machen. Und beim Verbrauch des Wasserstoffs verbrennt das ganze wieder zu H2O.

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