Bei Eis und Schnee entspannt mit dem Fahrrad unterwegs sein – ein E-Fat-Bike machts möglich. Ein Hersteller ist das Berliner Start-up Urban Drivestyle, das die „Harley der Elektromobilität“ bauen will. Seine elektrischen Ganzjahresbikes waren ursprünglich für Touristen auf Mallorca gedacht und sollen jetzt einen echten Beitrag zur Verkehrswende leisten.

Was E-Fat-Bikes so besonders macht

So ein E-Fat-Bike ist zunächst mal eines: auffällig. Fette Reifen, eine große Lampe und eine lange Sitzbank, auf der zwei Personen Platz finden. Die breiten Reifen bieten mehr Grip, auch bei schlechtem Wetter und sind nicht nur im Gelände praktisch. Auch in der Stadt machen sie sich gut, denn sie können nicht in engen Rillen steckenbleiben und überwinden auch Bordsteinkanten und Treppen mit Leichtigkeit. Weil sie so vielseitig und für jedes Wetter geeignet sind, sind die Bikes auch für Pendler interessant. Ein Nachteil ist natürlich das höhere Gewicht, denn E-Fat-Bikes lassen sich nicht so einfach die Treppen rauf und runter tragen wie klassische Fahrräder.

Vom Fahrradverleih auf Mallorca nach Berlin

Urban Drivestyle stellt hochwertige E-Fat-Bikes her, die auf eine lange Nutzbarkeit ausgelegt sind. Der Gründer des Start-ups, Ossian Vogel, startete mit einem Verleih für Elektrofahrräder auf Mallorca, wo er seine ersten Prototypen per Hand baute. Inzwischen sitzt Urban Drivestyle in Oberschöneweide in Berlin und hat fünf Serienmodelle im Angebot. Der Fokus liegt auf 20×4 E-Fat-Bikes, wobei die Bandbreite von BMX-Rad bis zum Cargo-Bike reicht. Weitere Modelle sind in Planung. Das Thema Ersatzteile, bisher ein leidiges Thema bei e-Fat-Bikes, scheint bei Urban Drivestyle kein Problem zu sein. Der Hersteller hält für die eigenen Bikes jederzeit alles nötige Zubehör parat.

Herstellung in Deutschland geplant

Im Frühjahr konnte Urban Drivestyle eine Seed-Finanzierungsrunde mit 1,5 Millionen Euro abschließen. Der Geldgeber ist Udo Schloemer, Gründer der Factory Berlin und Gesellschafter von Urban Drivestyle. Mit dem Geld will das Start-up die Wertschöpfungskette komplett nach Deutschland holen, denn bisher stammten die meisten Teile aus Taiwan. In Zukunft will das Start-up fast alles von mittelständischen Unternehmen aus Berlin und Brandenburg beziehen. Damit will man schneller werden und Lieferengpässe wie während der Coronakrise vermeiden. Der Vertrieb läuft ausschließlich online, geplant ist zudem eine Zusammenarbeit mit Touren-Anbietern und Verleihunternehmen.

Andreas Kranki, CEO bei Urban Drivestyle, sieht in den E-Fat-Bikes eine echte Alternative zu klassischen Fortbewegungsmitteln. Sie seien auch für ehemalige Autofahrer interessant, da sie Beifahrer und Sachen gut transportieren könnten. Die Zweiräder sind als E-Bike zugelassen und dürfen somit ohne Führerschein auf Radwegen gefahren werden. Mit bis zu 100 Kilometern Reichweite kosten sie je nach Ausstattung zwischen 2.000 und 3.000 Euro.

Quellen / Weiterlesen

Die originalen Sport Utility Bikes – Gebaut in Berlin| Urban Drivestyle
Urban Drivestyle: E-Bike- Schmiede schaltet einen Gang hoch | Wirtschafts Woche

E-Bike Startup Urban Drivestyle schließt eine Seed-Finanzierungsrunde über 1,5 Millionen Euro ab | spotfolio
Bildquelle: © Urban Drivestyle Berlin GmbH

Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

1 KOMMENTAR

  1. „…interessant, da sie Beifahrer und Sachen gut transportieren könnten. Die Zweiräder sind als E-Bike zugelassen und dürfen somit ohne Führerschein auf Radwegen gefahren werden.“

    Bitte um Klärung dieses Widerspruches:
    „Alles, was mit Motorunterstützung … höchstens 25 km/h fährt und ab 6 km/h eigenes Treten voraussetzt, wird … behandelt wie ein Fahrrad: Es gelten dieselben Vorschriften bzgl. Radwegebenutzung. Es besteht keine Kennzeichen-, Haftpflichtversicherungs-, Führerschein- und Helmpflicht. “ (wikipedia)
    Auf dem Bild ist ein Fahrzeug ohne Pedale zu sehen.
    Mehrsitzige und/oder pedallose Elektrofahrzeuge sind aber Fahrzeuge der EG-Fahrzeugklasse L1e, sie benötigen eine Betriebserlaubnis und Versicherung; Kennzeichen, Fahrerlaubnis und Helm sind Pflicht.

    Fahren diese Dinger nur wenn ich pedaliere oder auch per Gasgriff?

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