Wer sich ein Elektroauto kauft, braucht oftmals auch eine Wallbox zum Laden zuhause. Doch dabei sollten Sie genau hinschauen. Der ADAC hat zwölf Wallboxen mit Ladeleistungen von 3,7 bis 22 Kilowatt getestet. Das Ergebnis: Nur die Hälfte ist überhaupt empfehlenswert, zwei Modelle sind sogar gefährlich. Lesen Sie hier, wozu der ADAC rät und welche Wallbox der Testsieger ist.

Welche Wallboxen für zuhause der ADAC empfiehlt

Die zwölf vom ADAC getesteten Modelle wurden alle auf gutes Laden, einfache Handhabung und Sicherheit getestet. Testsieger mit Note 1,0 wurde die 11-kW-Wallbox eMH1 von ABL, die mit 865 Euro preislich im Mittelfeld liegt. Diese Wallbox ist universell einsetzbar und deckt verschiedene Ladeleistungen bis 11 kW ab. Die folgende Übersicht zeigt, welche Ladestationen der ADAC außerdem mit „sehr gut“ oder „gut“ bewertet und damit uneingeschränkt empfiehlt:

Platz Modell Ladekategorie Preis ADAC-Urteil
1 ABL eMH1 11 kW 865 € 1,0
2 Keba KeContact P30 3,7 bis 4,6 kW 762 € 1,3
3 Mennekes Amtron Xtra 22 C2 22 kW 1.903 € 1,4
4 Innogy eBox 11 kW 707 € 1,6
5 Wallbe Eco 2.0 3,7 bis 4,6 kW 499 € 1,7
6 Schneider Electric EVlink 11 kW 965 € 1,8

Zu den Preisen kommen jeweils die Installationskosten hinzu. Denn die Installation einer Wallbox ist nichts für Hobbyhandwerker! Sie muss zwingend von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden, darauf weist der ADAC gleich als erstes hin. Bei den Wallboxen von Innogy und Schneider Electric muss zusätzlich noch ein Gleichstromfehlerschutz (FI B) in der Hauselektrik nachgerüstet werden. Das kostet laut ADAC allein für die Hardware zwischen 300 und 400 Euro extra. Bei den Modellen von Keba und Wallbe muss der Wechselstromfehlerschutz (FI A) nachgerüstet werden, was zwischen 20 und 40 Euro kostet.

Welche Wallboxen der ADAC nicht empfiehlt

Mit gerade noch „ausreichend“, also nicht empfehlenswert, schnitten die folgenden Ladestationen ab:

Modell Ladekategorie Preis ADAC-Urteil
EV Onestop WallPod 3,7 bis bis 4,6 kW 386 € 4,5
Vestel EVC02-AC3 3,7 bis bis 4,6 kW 623 € 4,5
Wall Box Chargers Commander 22 kW 1.285 € 4,5

Diese drei Wallboxen haben den ADAC-Test nicht bestanden. Sie wurden vom ADAC mit der Note „mangelhaft“ bewertete:

Modell Ladekategorie Preis ADAC-Urteil
Alfen ICU Eve Mini 22 kW 1378 € 5,0
Annies-Carparts Simple EVSE 11 kW 399 € 5,5
Franz Röcker Simply EVSE Bausatz 11 kW 303 € 5,5

Die Modelle von Annies-Carparts und Franz ­Röcker sind nur online erhältlich und sogar als sehr gefährlich einzustufen, da sie bei einer Fehlermeldung des Autos nicht abschalten, was Brände oder Personenschäden verursachen kann.

Insgesamt rät der ADAC zu universell einsetzbaren Ladestationen, dann muss man beim Kauf eines neuen Elektroautos nicht wechseln. Am besten geeignet ist dafür der Testsieger von ABL: Diese Wallbox kann 1-phasig, 2-phasig oder 3-phasig laden und deckt damit die Ladeleistungen verschiedener Elektroauto-Modelle ab.

Quellen / Weiterlesen


Wallboxen im Test: Welche Ladestation ist die beste für Ihr Elektroauto? | ADAC
Elektroauto-Ladestationen im Test: ADAC rät zu einer Wallbox mit einer Ladeleistung von 11 Kilowatt | t3n

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

1 KOMMENTAR

  1. Da dürfen wir E-Mobilisten uns glücklich schätzen dass die Firma Ladesystemtechnik die Ladebox B3200 um 559 Euro verkauft (Ladestrom 4-stufig von 10-32A, 1-3-phasig)! Dazu Adapter für CCE16, CEE16 und Schuko und einer Europareise steht nichts mehr im Wege.
    Mit einem Typ-2-Kabel 32A-3-phasig hat man für alle künftigen Eventualitäten vorgesorgt.

    Bei der Hausinstallation genügt es wohl wenn der Fachmann den Anschluss samt Absicherung im Schaltschrank vornimmt, die Kabelverlegung kann zumeist selbst erledigt werden.
    Je nach vorhandenem Hausanschluss und Zuleitungslänge zur Ladestation ist die Kabelstärke zu dimensionieren. 16A-Ladestrom sind bereits ab 5×2,5² zu realisieren.

    Wäre noch darauf hinzuweisen, dass bei den meisten E-Autos ein Ladegerät für Schuko-Anschluss mitgeliefert wird und zumindest nicht grundsätzlich eine Ladeboxlösung (und schon gar keine sündhaft teure) erforderlich ist.

    Schön wäre wenn sich der ADAC ehest um die unhaltbaren Zustände bei der Ladestromverrechnung annehmen würde. Im speziellen die Minutenabrechnung für AC 11 und AC 22 wo die meisten 1-phasig ladbaren E-Autos bei Minutenabrechnung regelrecht „geschröpft“ werden!
    Ich fordere eine Abrechnung NUR nach Strommenge bei einem fairen Preis von z. B. 35 Cent/kWh!

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