Ein Stuttgarter Produktdesigner hat eine Mischung aus Elektrofahrrad und Elektromotorrad gebaut – zumindest optisch. Denn mit einem Fahrrad hat die Pocket Rocket von Sol Motors allenfalls den Rahmen gemein. Das Elektromotorrad gewann mehrere Designpreise und soll mithilfe einer Crowdfunding-Kampagne bald in Serie gehen.

Die Pocket Rocket fällt vor allem durch den Rahmen auf

Der Produktdesigner Manuel Messmer fährt selbst gern Motorrad, doch für ihn gehört die Zukunft dem Elektroantrieb. Weil ihm keines der auf dem Markt erhältlichen Elektromotorräder gefiel, entwarf er unter der Marke Sol Motors einfach selbst eins. Statt den Akku dort zu verbauen, wo normalerweise der Motor sitzt, dachte er sich ein eigenes Designkonzept aus. Der Akku und die Beleuchtung sitzen in einem dicken Aluminiumrohr, und in der Mitte des Rahmens bleibt ein großes V leer. Der Rahmen wirkt zwar wuchtig, doch das ganze Bike wiegt nur 55 Kilo. Der Akku ist entnehmbar. Das hat den Vorteil, dass man ihn zuhause an der Steckdose laden kann und dass er gegen Diebstahl geschützt ist.

Weder Fahrrad noch Moped

Das Pocket Rocket ist kein E-Bike, dafür ist es zu schnell: Je nach Ausführung wird das Zweirad mit den breiten Reifen zwischen 45 und 80 km/h schnell. Ein Moped ist es auch nicht, es fehlen die Pedale. Deshalb werden diese Fahrzeuge auch Noped genannt, weil sie sich eigentlich in der Leistungsklasse der Mopeds bewegen. Die Pocket Rocket gibt es mit 4 kW (5,4 PS) für die 50er Klasse (als Pocket Rocket S) und als Leichtkraftrad mit 6 kW (8 PS). Das Drehmoment beträgt 150 Nm. Manuel Messmer hat sein Elektromotorrad für die Stadt konzipiert, entsprechend liegt die Reichweite zwischen 50 und 80 Kilometern. Die Reichweite lässt sich über verschiedene Fahrmodi beeinflussen. Ansonsten wird der Akku auch über Rekuperation beim Bremsen aufgeladen.

Crowdfunding soll bei der Serienproduktion helfen

Bisher gibt es nur seriennahe Prototypen der Pocket Rocket. Beim ersten Prototyp half ein Zuschuss des Landes Baden-Württemberg. Eine Crowdfunding-Kampagne soll Messmer nun bei seinem Plan unterstützen, das Elektromotorrad in Serie zu produzieren. Beide Modelle sollen in Deutschland gebaut und die ersten 100 Stück schon 2019 ausgeliefert werden. Sie sind als Einsitzer konzipiert, werden jedoch so gestaltet, dass man sie auch als Zweisitzer zulassen kann. Gegen eine Anzahlung von 500 Euro kann man sich auf eine Warteliste setzen lassen. Die stärkere Version wird 6.500 Euro kosten, die kleinere Variante 5.200 Euro.

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Quellen / Weiterlesen:
Elektro-Stadtrakete fährt 80 km/h | golem.de
Sol Motors | Sol Motors GmbH
Elektro-Stadtrakete von Sol Motors | Motorrad Online
Stuttgarter entwickelt einzigartiges Elektromotorrad „Noped“ | Stuttgarter Zeitung

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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