Das amerikanische Start-up Zunum Aero wollte ein Hybrid-Elektroflugzeug auf den Markt bringen. Daraus wurde nichts, und nun wirft Zunum seinem Konkurrenten Boeing Sabotage vor.

Hoffnungsvoller Start für Zunum Aero

2017 sah noch alles gut aus für Zunum Aero. Große Investoren wie Boeing und Jetblue beteiligten sich an dem Start-up, das ein Hybridflugzeug für 12 Passagiere entwickeln wollte. Es sollte 2022 zum ersten Mal abheben. Dafür konnte Zunum insgesamt 6,2 Millionen US-Dollar einsammeln und erhielt zudem 800.000 US-Dollar aus dem Clean-Energy-Fonds des US-Bundesstaates Washington.

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Doch im Jahr 2019 geriet das junge Unternehmen in Schwierigkeiten. Die Kosten stiegen, weitere Investitionen blieben aus. Das Start-up, das von früheren Microsoft- und Google-Mitarbeitern gegründet worden war, musste schließlich sein Hauptquartier in Kirkland in Washington räumen und fast alle Mitarbeiter entlassen.

Boeing soll sich von Zunum bedroht gefühlt haben

Für den plötzlichen Absturz soll Boeing verantwortlich sein: Zunum beschuldigt seinen ehemaligen Investor, das Start-up sabotiert und bestohlen zu haben. Im November 2020 reichte Zunum Klage gegen Boeing ein, mit dem Vorwurf, man sei wegen Boeings Beteiligung gescheitert. Der Konkurrent habe Zunums Technologie gestohlen und das Start-up absichtlich behindert.

Konkret soll sich Boeing in die Bemühungen um weiteres Kapital eingemischt haben und diese bewusst sabotiert haben. Außerdem soll Boeing Ingenieure von Zunum abgeworben und Pläne und Technologien kopiert haben. Auf Grundlage von Zunums Unterlagen soll Boeing sogar einen Prototyp nachgebaut haben.

All das soll Boeing getan haben, um Zunum zu behindern, denn der Flugzeugbauer habe sich durch das innovative Start-up bedroht gesehen, heißt es in der Klageschrift. Boeing habe seine marktbeherrschende Position in der kommerziellen Luftfahrt beibehalten wollen.

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Zunum klagt auf Schadenersatz

Zunum fordert nun Schadenersatz von Boeing und vom französischen Triebwerkshersteller Safran, der mitangeklagt ist. An diesen sei Boeing herangetreten mit dem Plan, Zunums Technologie zu kopieren. Boeing erklärte, man werde die Klage anfechten, da sie unbegründet sei.

Quellen / Weiterlesen

Struggling electric jet startup Zunum sues Boeing for fraud and misuse of trade secrets | The Verge
Boeing soll Elektro-Flugzeug Start-up sabotiert haben | futurezone.at
Luftfahrt-Startup verklagt Boeing | golem.de
Startup wirft Boeing Technologiediebstahl vor | aero Telegraph
Bildquelle: © Zunum Aero

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    Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

    2 KOMMENTARE

    1. „.. Triebwerkshersteller Safran, der mitangeklagt ist.“
      Ach ja, wenn sich solche Autoren doch einmal ein bisschen fachkundig machen würden, wie die richtigen Fachausdrücke lauten. Safran ist nicht angeklagt, auch nicht mit angeklagt, sondern allenfalls mit beklagt. Und eine Klage kann man nicht anfechten, sondern nur die Abweisung beantragen. Anfechten kann man Entscheidungen wie Urteile

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