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Ein Liege-Fahrrad für zwei mit Dach: Das ist das Elektroauto Twike, eine Art Dreirad mit Pedalen und Elektromotor. Das neue Twike 5 erreicht bis zu 190 km/h – allerdings nur, wenn der Hersteller den Fahrer für tauglich befindet. Wenn die Finanzierung klappt, wird das Twike 5 ab Sommer 2019 gebaut.

Twike 5 mit mehr Leistung und Geschwindigkeit

Hersteller des Twike ist die Firma Fine Mobile GmbH aus Rosenthal, die seit 2002 die Rechte an dem ursprünglich in der Schweiz entwickelten Elektrogefährt hat. Das Twike 3 ist seit 1995 für den Straßenverkehr zugelassen, der Nachfolger Twike 4 war lediglich ein Entwicklungsfahrzeug und Prototyp. Das Twike 5 soll nun in Kleinserie vom Band laufen: Fine Mobile stellte das Konzept kürzlich auf dem Genfer Autosalon vor.

Der Name setzt sich zusammen aus Twin und Bike, was die Idee hinter dem Fahrzeug zusammenfasst: Es ist eine Art überdachtes Tandem für zwei, wobei die Pedale nur optional und zusätzlich sind. Die eigentliche Power kommt aus einem Elektromotor, die Pedale sind primär für die Fitness der Insassen gedacht. Das Fahrzeug mit dem futuristischen und windschnittigen Rahmen ist 3 Meter lang und 1,55 Meter breit.

Dank eines speziell entwickelten Fahrwerks und besserer Aerodynamik ist das Twike 5 deutlich flotter unterwegs als seine Vorgänger: Je nach Ausstattung und Akkugröße sind Reichweiten zwischen 150 und 500 Kilometern möglich, die Geschwindigkeit liegt zwischen 120 und 190 km/h. Das Twike fällt in die europäische Zulassungskategorie L5e, in der es keine Leistungsbeschränkung gibt. Damit das Fahrzeug auch mit einem Mopedführerschein gefahren werden kann, ist eine Version geplant, deren Motorleistung unter 15 kW liegt. Wobei noch unklar ist, ob es dann auch eine Version mit höherer Leistung gibt. Die genaue Motorleistung gibt Fine Mobile noch nicht an.

Der Hersteller schaltet die Spitzengeschwindigkeit erst nach Fahrpraxis frei

Die Spitzengeschwindigkeit ist aber nicht von Anfang an freigeschaltet: Zu Anfang sind maximal 130 Stundenkilometer drin, erst nach entsprechender Fahrpraxis – genauer gesagt nach 5.000 Kilometern – erfolgt das Upgrade. Aber nur dann, wenn der Hersteller den Besitzer als tauglich einstuft. Was auch immer das heißt. Die systemintegrierte Ladeleistung beträgt 22 Kilowatt, das heißt, dass in einer Stunde an einem dreiphasigen 32-A-Ladeanschluss genug Strom für 300 Kilometer nachgeladen wird. Den Stromverbrauch gibt Fine Mobile mit 8 kWh auf 100 Kilometer an.

Die Funktion der Pedale beim Twike

Die Pedale sind beim Twike 5 auf der Fahrerseite serienmäßig verbaut und für den Beifahrer optional bestellbar. Sie sollen das Fahrzeug auch bei höheren Geschwindigkeiten effizienter beweglich machen. Vor allem sind sie laut Hersteller aber für das Herz-Kreislauf-Training der Insassen da. Und sie erhöhen die Reichweite: Denn während im Twike 3 noch ein rein mechanisches Kettensystem verbaut ist, erzeugt im Twike 5 ein Generator beim Pedalieren zusätzlich Strom. Gelenkt wird das Twike 5 nicht über ein Lenkrad, sondern über ganz neue Sidesticks links und rechts vom Fahrer.

Sicherheit und Wartung

Das Twike 5 ist mit Sicherheitsgurten und Überrollkäfig ausgestattet und laut Hersteller damit weit sicherer als ein Motorrad. Airbags gibt es noch nicht. Das Twike 5 hat ein Verdeck aus Cabrioverdeckstoff, ein Hardtop ist später denkbar. Die Seitenfenster lassen sich öffnen und der Innenraum lässt sich per Fernsteuerung vor der Fahrt beheizen. Was nötige Wartungen angeht, so erwartet Fine Mobile einen geringeren Wartungsaufwand als beim Vorgängermodell. Angestrebt sind 1.000 Kilometer für den Erstservice, danach 1x jährlich oder alle 10.000 Kilometer. Radwechsel und kleinere Reparaturen lassen sich auch in der Garage zuhause erledigen.

Das ganze Gefährt wiegt mit Akku knapp 500 Kilo, die Zuladung liegt bei 250 Kilo. Das Gepäckfach im Heck fasst 300 Liter. In den Innenraum sollen sogar Skier passen.

Das Crowdfunding für die Kleinserie läuft

Den Vorgänger Twike 3 will der Hersteller als Basismodell vorerst weiter produzieren. Das neue Twike 5 ist dagegen auf 500 Exemplare limitiert. Schon jetzt gibt es mehr Vorbestellungen, und das bei einem Kaufpreis von bis zu 50.000 Euro für die Top-Version. Dabei ist nicht einmal ganz klar, ob das Fahrzeug überhaupt gebaut wird, denn noch ist die Finanzierung nicht gesichert. Zwei Millionen Euro braucht Fine Mobile für die Serienfertigung, die man per Crowdfunding einsammeln will. Wer möchte, kann dem Hersteller also ein verzinstes Darlehen in frei wählbarer Höhe gewähren.

Bis zum Sommer will Fine Mobile die benötigte Summe zusammen haben, sechs Monate später sollen die Twikes zu ihren Bestellern rollen. Jedes Twike wird in Rosenthal von drei Mitarbeitern per Hand gefertigt. Den Nachfolger Twike 6 soll es dann in deutlich größeren Stückzahlen geben.

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Quellen / Weiterlesen

TWIKE 5 – DAS KONZEPT | Twike
Twike 5 schafft mit Pedal-Unterstützung 200 km/h | auto motor und sport
Twike 5: Neue Version des Elektro-Dreirads fährt 190 km/h | msn
Bildquelle: © FINE Mobile GmbH
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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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