Tesla muss seine geplante Fabrik in Grünheide umplanen. Wider Erwarten sind beim Fundament Änderungen nötig, der Bauantrag muss angepasst werden. Das könnte den Start der Produktion in Brandenburg verzögern. Wie stark, ist noch nicht klar, und auch nicht, welchen Einfluss die Corona-Krise hat.

Pfahlgründungen nicht im Bauantrag enthalten

Für die Fundamente von Teslas deutscher Gigafactoy sind Pfahlgründungen nötig. Dabei werden Pfähle in den Boden gerammt, um schlecht tragfähige Bodenschichten zu überbrücken. Weil das im Bauantrag nicht enthalten war, muss Tesla die Unterlagen anpassen und neu einreichen.

Tesla will den Ressourcenverbrauch verringern

Tesla will im neuen Antrag offenbar auch gleich den geplanten Ressourcenverbrauch verringern. Der Autobauer hatte viel Kritik für seine Baupläne eingesteckt, vor allem wegen des hohen Maximalverbrauchs von Wasser. Nun will Tesla auch hier umplanen und Maßnahmen ergreifen, um den Verbrauch zu senken.

Weil die Änderungen im Antrag so gravierend sind, muss eventuell auch die öffentliche Auslegung der Unterlagen wiederholt werden. Inwieweit die Corona-Pandemie das Projekt noch verzögern kann, muss sich ebenfalls zeigen. Wegen der Krise wurde ein Termin zur Erörterung von Einwänden auf unbestimmte Zeit verschoben. Obwohl die abschließende umweltrechtliche Genehmigung noch nicht vorliegt, bereitet Tesla den Bau aber bereits auf eigenes Risiko vor.

Der Autobauer hält am Produktionsstart 2021 fest

Eigentlich sollte die Elektroauto-Produktion in Grünheide im Sommer 2021 starten. Tesla will in seiner ersten europäischen Fabrik jedes Jahr eine halbe Million E-Autos bauen und geht weiter davon aus, dass die Produktion 2021 startet. Ob das wie geplant schon im Sommer klappt, steht aber in den Sternen. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) geht ebenfalls weiter von 2021 aus, wollte sich aber nicht auf den Sommer festlegen. Er ist jedoch optimistisch, dass die neue Situation auf das Gesamtprojekt keinen Einfluss hat.

Hunderte Einwendungen gegen das Projekt

Seitdem Tesla die Pläne für die Fabrik in Grünheide bekanntgegeben hat, gibt es jede Menge Aufregung um das Projekt. Für die Fabrik wurden 90 Hektar Wald abgeholzt, Ameisen und andere geschützte Tiere müssen umgesiedelt werden. Zum Ablauf der Einspruchsfrist Anfang März lagen 360 Einwendungen vor. Das Landesamt für Umwelt entschied am 9. März die zweite Zulassung des vorzeitigen Baubeginns nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz.

Quellen / Weiterlesen

Tesla-Fabrik trotz Verzögerung nicht in Gefahr | Potsdamer Neuste Nachrichten
Brandenburger Tesla-Fabrik muss umgeplant werden | golem.de
Construction Of Tesla Gigafactory 4 Reportedly Postponed | Inside EVs
Bildquelle: Wikipedia – Colin Smith / CC BY-SA
Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

2 KOMMENTARE

  1. Es müsste für Elon Musk doch möglich sein in seiner geplanten Gigafactory in der Produktion den Wasserverbrauch stark durch Abwasseraufbereitung etc. und Rückführung in den Kreislauf zu reduzieren.
    Gigafactory 1 in der Wüste muss doch bestimmt Wasser sparen!

  2. Keine Frage. Das klappt!
    Ob die Synapsenkalibrierung der Ameisenfreunde und Borkenkäferfans bis dahin eintritt bleibt offen.
    Wer in seiner Garage unbedingt einen Auspuff seines Verpenners zur Inhalation benötigt darf dies tun.
    Am besten mit seiner Familie.
    Alle Anderen mögen ab nächsten Jahr ihren TESLA in Grünheide abholen.
    Keine Frage. Das klappt.

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