Tesla-Bonität in Norwegen wegen unbezahlter Rechnungen heruntergestuft

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tesla-bonitaet-norwegenTesla verliert seine Kreditwürdigkeit in Norwegen: Wie norwegische Medien berichten, schuldet Tesla 240 verschiedenen Zulieferern und Arbeitsvermittlungsfirmen insgesamt 2 Millionen norwegische Kronen, umgerechnet etwa 217.000 Euro. Als Folge hat das Land die Kreditwürdigkeit des Autobauers auf „C“ heruntergestuft – das schlechteste Rating, das man in Norwegen haben kann.

Bereits in der Vergangenheit hatte es Zahlungsverzögerungen in Norwegen gegeben

Tesla hat im Jahr 2014 rund 4.000 Fahrzeuge nach Norwegen geliefert und damit einen Umsatz von 2,5 Milliarden Kronen (etwa 270 Millionen Euro) sowie einen Gewinn von 12,8 Millionen Kronen erzielt (etwa 1,4 Millionen Euro). 2015 wurde dieselbe Anzahl an Autos nach Norwegen verkauft, die Bilanzkennzahlen für das Jahr wurden jedoch noch nicht veröffentlicht. Seit Beginn dieses Jahres wurden zwar 54 Prozent weniger Tesla-Fahrzeuge geliefert, wenn man nach den Zulassungszahlen geht. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass Teslas Zahlungsverzug etwas damit zu tun hat. Allerdings berichten norwegische Medien, dass es im Land bereits in der Vergangenheit zu Zahlungsverzögerungen gekommen ist: Im Jahr 2013, zwei Jahre nach dem Markteintritt in Norwegen, waren schon einmal insgesamt 170.000 norwegische Kronen (umgerechnet 18.300 Euro) an offenen Rechnungen aufgelaufen. Damals machte Tesla das zu schnelle Wachstum sowie ein umständliches Zahlungssystem verantwortlich: Alle Zahlungen nach Norwegen mussten über den Firmensitz in England abgewickelt werden, was Zeit kostete.

Nach den Gründen für die momentanen Probleme befragt, gab Teslas Sprecher in Norwegen Probleme mit dem System an, mit dem die Zulieferer verwaltet werden. Der Zahlungsverkehr sei „verschoben“ worden, scheinbar zu einem anderen System. Man wisse, dass verspätete Zahlungen für Zulieferer unangenehm seien, arbeite aber an der schnellen Lösung des Problems.

Liegt das Problem im besonderen Schuldenrecht in Skandinavien?

Das Problem mit negativer Bonität scheint in dem besonderen Schuldenrecht in vielen Skandinavischen Staaten zu liegen. Werden beispielsweise bei United Collectors die Norwegischen Finanzämter angefragt, sind dort diverse negative Einträge zu finden. In Schweden ist es so, dass wer nach sechs Wochen seine Rechnung nicht bezahlt hat, noch eine Nachfrist von drei Tagen und anschließend ein negatives Bonitätsmerkmal erhält. Daher befindet sich Tesla in guter Gesellschaft.

Will Tesla Fahrdienstleistungen mit autonomen Autos anbieten?

Tesla-CEO Elon Musk hatte erst Mitte April an einer Konferenz beim norwegischen Verkehrsministerium teilgenommen, auf der über künftige mögliche Transportlösungen gesprochen wurde. Unter anderem hatte er dort angedeutet, die Fahrzeugdichte im Straßenverkehr durch einen neuen Service verringern zu wollen, mit dem Personen bis zu ihrem endgültigen Ziel und nicht nur bis zur Bushaltestelle befördert werden könnten. Autonome Fahrzeuge seien der Schlüssel dazu. Schon letztes Jahr hatte es Gerüchte gegeben, dass Tesla Fahrdienstleistungen nach dem Vorbild von Uber anbieten wolle. Die neue Aussage bestärkt diese Gerüchte.

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Quellen / Weiterlesen:
Tesla loses its credit rating in Norway over ~$250,000 of unpaid bills – electrek
Tesla verliert Kreditwürdigkeit in Norwegen, 217.000 Euro an Forderungen nicht beglichen – Teslamag
Elon Musk teases a new autonomous ‘Tesla Mobility’ Service – electek
TSLA (Aktie Tesla Motors) – TFF: Tesla Forum
Bildquelle: Tesla Motors

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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