Gab es einen Sabotageversuch bei Tesla? Die Produktion in der Autofabrik in Fremont musste jedenfalls gestoppt werden, nachdem ein Mitarbeiter sie „böswillig sabotiert“ hatte, heißt es in einer internen Mitteilung. Der Angestellte wurde sofort entlassen. Der Vorfall ereignete sich schon Mitte September.

Schnelles Eingreifen verhinderte größeren Schaden

Tesla informierte seine Belegschaft in einer internen Mitteilung über den Zwischenfall, die Bloomberg vorliegt. Der Verfasser ist Al Prescott, der Leiter der Rechtsabteilung bei Tesla. „Vor zwei Wochen haben unsere Teams für IT und Informationssicherheit festgestellt, dass ein Mitarbeiter einen Teil der Fabrik böswillig sabotiert hat. Die schnelle Reaktion der Teams verhinderte größeren Schaden und einige Stunden später lief die Produktion wieder reibungslos“, so Prescott.

Der Mitarbeiter habe versucht, seine Spuren zu verwischen. Er habe einen Kollegen beschuldigt und versucht, einen firmeneigenen Computer zu zerstören, heißt es in der Mitteilung. „Nachdem er jedoch mit den unwiderlegbaren Beweisen konfrontiert wurde, hat er sich schuldig bekannt. Daraufhin haben wir das Arbeitsverhältnis beendet“, schreibt Prescott.

In Teslas Autofabrik in Fremont arbeiten über 10.000 Menschen, der Elektroautobauer stellt dort die Modelle S, X, 3 und Y her. In der E-Mail heißt es weiter, Tesla toleriere kein unethisches Verhalten. „Wir schenken unseren Angestellten enormes Vertrauen und schätzen den Beitrag, den alle leisten. Doch egal was die persönliche Motivation des Angreifers war, solche Handlungen sind Verbrechen, sie verstoßen gegen unseren Verhaltenskodex, und sind anderen Angestellten gegenüber unfair“, schrieb Al Prescott. „Wir werden äußerst entschieden dagegen vorgehen, um das Unternehmen und unsere Mitarbeiter zu schützen.“

Sabotage gab es bei Tesla schon öfter

Sabotageversuche sind nichts Neues für Tesla. Der Autobauer hat deshalb ein schlagkräftiges Sicherheitsteam. Ebenfalls im September teilte CEO Elon Musk bereits mit, dass die Fabrik in Nevada Ziel einer Cyberattacke wurde. Diesen Angriff, ausgeführt von einem russischen Staatsbürger, konnte Tesla jedoch vereiteln.

2018 warnte Elon Musk in einer internen E-Mail, dass jemand Tesla zu sabotieren versuche. Später hieß es, es hätte sich um Martin Tripp gehandelt, einen früheren Angestellten, der seitdem mit Tesla in einen Rechtsstreit verwickelt ist. Dabei waren jedoch nicht alle Anschuldigungen korrekt: Unter anderem beschuldigte Tesla den Ingenieur, in der Gigafactory in Nevada eine Schießerei geplant zu haben. Die Polizei stellte jedoch schnell fest, dass Tripp keine Gefahr darstellte.

Im Jahr 2016 verklagte Tesla einen früheren ranghohen Angestellten der Ölindustrie. Er hatte sich in einer E-Mail an Musk als der frühere Tesla-Finanzchef Jason Wheeler ausgegeben. In der Klageschrift gab Tesla an, es handele sich um einen Versuch der Ölindustrie, Teslas Ziel einer energie-effizienten Mobilität zu untergraben.

Ob der jüngste Vorfall ebenfalls strafrechtliche Konsequenzen hat, blieb unklar. Eine Sprecherin der Polizei von Fremont sagte gegenüber Bloomberg, es liege kein entsprechender Fall vor. Die US-Bundespolizei FBI in San Francisco beantwortete die Anfrage von Bloomberg zunächst nicht.

Quellen / Weiterlesen

Tesla Alleges Act of Employee Sabotage in New Internal Email | Bloomberg
Tesla beschuldigt Mitarbeiter der Sabotage | golem.de
Tesla says it caught ‘malicious sabotage’ at Fremont factory | electrek
Bildquelle: Wikipedia – Smnt / CC BY-SA
Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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