Panasonic hat seine Anteile an Tesla komplett verkauft. Der japanische Konzern ist langjähriger Batteriepartner von Tesla, doch das Verhältnis zwischen den beiden Unternehmen ist seit längerem angespannt. Trotzdem soll der Schritt keine Auswirkungen auf die Zusammenarbeit haben.

Tesla-Höhenflug an der Börse verschafft Panasonic Milliardengewinn

Panasonic teilte mit, man habe die Anteile an Tesla bereits im März 2021 auf Null reduziert. Die Partnerschaft mit dem Elektroautobauer soll aber bestehen bleiben. Der Verkauf brachte Panasonic rund 400 Milliarden Yen ein, umgerechnet 3,6 Milliarden Dollar.

Panasonic profitierte vom massiven Kurswachstum bei Tesla: Der Elektronikkonzern hatte 2010 für 30 Millionen Dollar rund 1,4 Millionen Tesla-Aktien zum Stückpreis von 21,15 Dollar gekauft. Aktuell liegt der Wert der Aktie bei rund 550 Euro. Mit dem Geld aus dem Verkauf will Panasonic den US-Softwarehersteller Blue Yonder für 7,1 Milliarden Dollar übernehmen.

Panasonic will sich unabhängiger machen

Panasonic hatte bereits vorher angekündigt, sich von Tesla unabhängiger machen zu wollen. Die Japaner ziehen künftig auch andere Autohersteller als Kunden in Erwägung. Panasonic und Tesla verbindet eine jahrelange Zusammenarbeit in Teslas erster Gigafactory in Nevada, an der Panasonic beteiligt ist. Die Japaner stellen dort direkt vor Ort Batteriezellen für Teslas Fahrzeuge her.

In der Vergangenheit hatte Tesla Panasonic unter anderem vorgeworfen, zu langsam zu liefern und damit verantwortlich für die Lieferschwierigkeiten beim Model 3 zu sein. Auch Panasonics Beteiligung an den Gigafactories sowie die Qualität der Zellen waren Streitpunkte. Inzwischen bezieht Tesla auch Zellen von anderen Herstellern und will perspektivisch eigene Zellen herstellen. Mit 4680er-Zellen will Tesla die Energiedichte um die Hälfte steigern und gleichzeitig die Kosten um die Hälfte senken. Die Zellen sollen unter anderem in der deutschen Gigafactory in Grünheide hergestellt werden.

Panasonic kündigt Investition in die neuen Tesla-Zellen an

Da Tesla jedoch nicht schnell genug auf die nötigen Stückzahlen kommen wird, werden auch andere Batteriehersteller dem Autobauer unter die Arme greifen. Unter anderem hat auch Panasonic eine „große Investition“ in die Herstellung von Teslas Batteriezellen angekündigt. Eine erste prototypische Produktionslinie sei bereits im Bau. Dennoch könnte der Aktienverkauf ein deutliches Signal sein, auch wenn er offiziell nichts mit den Konflikten in der Vergangenheit zu tun hat. Denn klar ist auch, dass heute kein Batteriehersteller mehr auf einzelne Autohersteller als Kunden angewiesen ist.

Quellen / Weiterlesen

Panasonic verkauft alle Tesla-Anteile-Weiter Partnerschaft | IT-ZOOM
Panasonic trennt sich von allen Tesla-Aktien | manager magazin
Tesla: Panasonic verkauft alle Anteile am US-Autobauer und erzielt einen Erlös von 3,61 Milliarden Dollar | Business Insider
Mega-Gewinn von drei Milliarden Euro: Handelsblatt
Panasonic hat all seine Tesla-Anteile für 3,6 Milliarden Dollar verkauft | t3n
Bildquelle: flickrChris Yarzab

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Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

1 KOMMENTAR

  1. Mich würde es nicht wundern wenn hier die deutsche AUTO-CHINA-Teile Industrie mit die Fäden zieht.
    Die deutsche Auto-China-Teile-Industrie scheint den erfolgreichen TESLA-E-Auto-Hersteller ELON MUSK zu fürchten.

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