In Polen wurde das erste polnische Elektroauto vorgestellt. Der EMP Izera wurde mit Spannung erwartet, seine Präsentation verlief jedoch enttäuschend. Viele Fragen blieben offen.

Optisch ansprechende Prototypen

Electrive berichtete über die Veranstaltung nahe Warschau, auf der Hersteller EMP zwei Prototypen seines Elektroautos zeigte. Das Interesse der Medien war groß, denn der Izera sollte aus polnischen Komponenten bestehen, soweit möglich. Zwar hat EMP zwei optisch ansprechende Prototypen gezeigt, einen weißen SUV und einen roten Kompaktwagen. Doch viele Fragen der Presse blieben unbeantwortet, berichtet Electrive.

Finanzierung und Verkaufspreis offen

Was man schon weiß: EMP will den Izera in zwei Batteriegrößen anbieten, mit 40 und 60 kWh. Das Fahrzeug beschleunigt in 8 Sekunden auf Tempo 100 und hat mit einer Ladung gut 400 Kilometer Reichweite. Was die Pressevertreter jedoch auch interessierte, waren die Finanzierung des Produktionsprozesses, der Batterielieferant und der Verkaufspreis des Izera. Die Antworten blieb Hersteller EMP, der vier polnischen Energiekonzernen gehört, aber schuldig.

Der Izera wird wohl kein rein polnisches Elektroauto

Klar ist jedoch, dass das Elektrofahrzeug doch keine rein polnische Produktion ist. Das Design des Izera stammt zwar vom polnischen Designer Tomasz Jelec, entstand jedoch in einem italienischen Designbüro, berichtet Electrive. Die Komponentenintegration übernahm die deutsche Firma EDAG.

Außerdem berichtete das polnische Portal WysokieNapiecie, dass der Izera auf einer eingekauften Elektroauto-Plattform basiert. EMP befindet sich nach eigener Aussage in Verhandlungen mit zwei möglichen Herstellern, wobei keine Namen fielen. Es wird aber erwartet, dass es sich dabei um keine polnischen Unternehmen handelt. Auch viele andere wichtige Komponenten sollen dem Bericht nach aus dem Ausland zugekauft werden.

Vertreter von EMP verwiesen auf der Veranstaltung darauf, dass das Know-how ausländischer Firmen vorteilhaft für die Marke sei. Man könne so das technische Risiko reduzieren und den Zeitplan einhalten. Im Laufe der Zeit will EMP aber den Anteil polnischer Komponenten auf bis zu 60 Prozent erhöhen. Die Produktion des Izera soll ab 2023 mit 3.500 Mitarbeitern in Schlesien stattfinden.

Quellen / Weiterlesen

Polen zeigt neues Billig-Elektro-SUV: Doch die Presse reagiert enttäuscht | EFahrer
Erstes polnisches E-Auto Izera enttäuscht die Medien | electrive.net
Bildquelle: © Izera
Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here