China könnte schon ab 2035 keine reinen Verbrenner mehr zulassen. Das empfiehlt zumindest die dortige Gesellschaft für Automobilexperten der chinesischen Regierung. Wird der Vorschlag umgesetzt, werden nur noch umweltfreundliche „New Energy Vehicles“ und Hybride zugelassen.

50 Prozent alternative Antriebe ab 2035

Die Gesellschaft für Automobilexperten ist ein einflussreiches Gremium und arbeitet dem chinesischen Industrieministerium zu. In einer jetzt veröffentlichten Roadmap schreiben die Experten, dass 2035 rund die Hälfte aller neu zugelassenen Autos in China einen alternativen Antrieb haben sollten. Zu „New Energy Vehicles“ zählen in China reine Elektrofahrzeuge, die den größten Anteil daran haben, aber auch Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenautos.

Aktuell haben solche Fahrzeuge einen Anteil von 5 Prozent an den Neuzulassungen, was mehr ist als in den meisten anderen Ländern. Um in den nächsten 15 Jahren auf 50 Prozent zu kommen, soll ihr Anteil schrittweise erhöht werden. In der Roadmap empfehlen die Automobilexperten der Regierung auch, die Entwicklung von vernetzten autonomen Autos voranzutreiben.

Das Problem mit Hybridfahrzeugen

Die andere Hälfte der Neuwagen ab 2035 sollen konventionelle Hybride sein. Während reine Verbrennungsmotoren nach und nach vom Markt verschwinden sollen, sollen Hybridfahrzeuge weiter eine Rolle spielen. Dabei handelt es sich ebenfalls um Verbrenner, die zusätzlich einen E-Antrieb haben. Da diese aber (anders als bei Plug-in-Hybriden) nicht extern an der Steckdose geladen werden können, beziehen sie ihre gesamte Energie aus konventionellen Kraftstoffen. Sie sind allerdings effizienter als reine Verbrenner, da sie kurze Strecken elektrisch fahren können und Bremsenergie nutzen, um ihre Batterie zu laden.

Die Experten erwarten, dass der CO2-Ausstoß von Autos sich in China bis 2028 noch erhöht und dann zurückgeht. Bis 2035 sollen sie um 20 Prozent sinken. Wenn China über 2035 hinaus weiter Verbrennungsmotoren in Form von Hybriden zulässt, wird das Land es allerdings schwerer haben, wie geplant bis 2060 klimaneutral zu werden. Denn jeder neu zugelassene Hybrid hat eine Lebensdauer von 10 oder 20 Jahren. Und da diese Fahrzeuge sich nicht extern laden lassen, werden sie auch nicht sauberer, wenn sich der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix erhöht.

Signalwirkung für den Rest der Welt

Die Pläne sind dennoch ein großer Schritt für China. Wenn sie offiziell beschlossen werden, dürften sie eine deutliche Signalwirkung und Einfluss auf den Rest der Welt haben. Schließlich ist China nicht nur das bevölkerungsreichste Land der Welt, sondern auch der größte Automobilmarkt. Die ausgearbeitete Roadmap wird nun weiter ausgearbeitet, um dann in die Politik einzufließen.

Quellen / Weiterlesen

China aims for a totally eco-friendly car market by 2035 | WARC
China plans 2035 gas car ban that doesn’t actually ban gas cars | electrek
China will wohl Zulassungs-Verbot für reine Verbrenner ab 2035 | electrive.net
China will wohl ab 2035 keine reinen Verbrenner-Autos mehr zulassen | heise online
Bildquelle: flickrKentaro IEMOTO

Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

2 KOMMENTARE

  1. Hossa!

    Na gut, die Hybridschummler lassen sie noch zu. Ich hoffe, dass die dann nicht mehr nur mit kläglichen 30 km eReichweite durchkommen.

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