Der Tesla Semi ist fünf Zentimeter zu breit für australische Straßen und bekommt deshalb dort keine Zulassung. Tesla will seinen Elektrolaster aber nicht anpassen, sondern verlangt, dass Australien die Vorschriften ändert.

Der australische Markt ist zu klein

Nach den aktuellen Vorschriften dürfen LKW in Australien höchstens 2,50 Meter breit sein. Knapp zu wenig für den Tesla Semi, der zwischen 2,53 und 2,55 Meter breit ist. In den USA und in Europa dagegen erfüllt Teslas Elektro-LKW die Vorgaben.

Deshalb will Tesla seinen Sattelschlepper nicht anpassen, sondern verlangt, dass Australien seine Zulassungsvorschriften ändert. In einer Eingabe an die zuständige Behörde National Transport Commission warnte der Autobauer, dass der australische Markt zu klein sei, um das Fahrzeug extra anzupassen.

„Angesichts der geringen Größe Australiens im Vergleich zu den globalen Märkten werden solche Abweichungen zwischen den australischen Vorschriften und denen größerer Märkte dazu führen, dass Fahrzeuge verzögert oder gar nicht auf den hiesigen Markt kommen“, schreibt Tesla. „Derzeit wird Australien die erste Generation elektrischer Schwerlastfahrzeuge wie dem Tesla Semi wahrscheinlich verpassen.“

Australische Verbände und Behörden unterstützen Tesla

Tesla fordert, dass in Australien LKW bis 2,60 Meter Breite zugelassen werden und bekommt Unterstützung von der Australian Trucking Association (ATA), einem Interessenverband der australischen Fuhrbranche. Die ATA spricht sich ebenfalls für eine Änderung der Vorschriften aus. Die derzeitigen Regelungen seien nicht im Sinne der Umwelt, da sie die Einführung emissionsfreier LKW aufhalten würden. Um diese Fahrzeuge auf australische Straßen zu bringen, unterstützt der Verband Teslas Anliegen, die zulässige Breite um 10 Zentimeter zu erhöhen.

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Anpassung der australischen Vorschriften an ausländische Regelungen gefordert wird. Schon 2019 führte Austroads, eine Behörde, die die Verkehrsbehörden der australischen Bundesstaaten vertritt, eine Studie durch. Ihre Empfehlung: Australien sollte die maximal zugelassene Breite für LKW auf 2,55 Meter erhöhen.

In der Studie wurden verschiedene Interessengruppen befragt, von denen sich die Mehrheit für eine Änderung aussprach. Die größten Einwände kamen von allerdings von einheimischen LKW-Herstellern, die fürchteten, die neue Regelung könnte ihrem Geschäft schaden. Teilweise gab es auch Sicherheitsbedenken. Bisher blieben die Studie und die Empfehlung von Austroads ohne Folgen.

Auch in Deutschland will Tesla die Gesetze ändern

Übrigens ist Australien nicht das einzige Land, in dem Tesla versucht, eine Gesetzesänderung zu erwirken. In Deutschland stört sich der Autobauer am Sonn- und Feiertagsfahrverbot für LKW und hat bei der Bundesregierung eine Ausnahmeregelung angefragt. Berichten zufolge sagte das Verkehrsministerium unter Andreas Scheuer zu, die Einführung einer Sonderregelung für Elektro-LKW zu prüfen. Obwohl Spediteure diesen Vorschlag begrüßen, hält Frank Huster, Geschäftsführer des Bundesverbands Spedition und Logistik die Forderung für „politisch aussichtslos“. Sie werde auch am Widerstand der Gewerkschaften scheitern, sagte Huster.

Der Tesla Semi soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Dank verbesserter Akkutechnik ist laut Tesla eine Reichweite von bis zu 1.000 Kilometer möglich.

Quellen / Weiterlesen

Reißleine gezogen: Warum dieses Land Teslas Semi Truck die Zulassung verweigert | finanzen.net
Autobahn-Revolution? Musk will Sonntagsfahrverbot für Elektro-Lkw abschaffen | Focus Online
Tesla Semi erhält in Australien keine Zulassung | golem.de
Tesla says Australia will miss out on Semi electric truck unless road rules changed | The Driven
Bildquelle: Pixabay

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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