Das Aus für den Streetscooter bei der Deutschen Post bedeutet auch das Ende für den Streetscooter Work XL. Die Großvariante des Elektro-LKW ließ die Post bisher bei Ford in Köln herstellen. Er basiert auf dem Ford Transit. Die Kooperation zwischen Ford und Streetscooter soll nicht fortgesetzt werden.

Produktion bei Ford schon Ende 2019 eingestellt

Der Work XL ist der größte Elektro-LKW, den die Post-Tochter Streetscooter im Portfolio hat. Er wurde seit 2018 im Ford-Werk Köln-Niel produziert. Das Fahrgestell des Ford Transit, das Ford in der Türkei herstellt, statteten Ford-Mitarbeiter dort mit einem elektrischen Antriebsstrang, der Steuerelektronik und einer Batterie aus. Das Fahrzeug kann bis zu 200 Pakete fassen.

Eine offizielle Aussage der Post, dass mit dem Ende der Streetscooter-Produktion in Aachen auch die Kooperation mit Ford beendet ist, gibt es zwar noch nicht. Allerdings äußerte sich Postvorstand Thomas Ogilvie bei Vorlage der Bilanz zu dem Thema: Die Herstellung des Großlasters werde ebenfalls eingestellt, sagte Ogilvie.

Im Jahr 2019 hatte Ford 2.500 Stück des Streetscooter Work XL für die Post gebaut. Die Produktion war aber schon Ende des vergangenen Jahres gestoppt worden. Für den Auftrag waren 180 Ford-Mitarbeiter aus anderen Bereichen abgezogen worden, sie kehrten an ihre ursprünglichen Arbeitsplätze zurück. Damals hieß es von Ford, man sei mit der Post im Gespräch über eine Fortsetzung des Projekts.

Mischt sich jetzt die Politik ein?

Das Ende des Vorzeigeprojektes Streetscooter, mit dem die Post in Eigenregie ihre Zustellflotte auf Elektro-LKW umstellen wollte, hatte hohe Wellen geschlagen. Unter anderem kam viel Kritik von Streetscooter-Gründer Günther Schuh, der heute unter der Marke e.Go Mobile Elektroautos baut. Er hatte das Start-up Streetscooter 2014 an die Post verkauft.

Auch die Politik hat sich inzwischen eingeschaltet: Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet über eine Kleine Anfrage der Grünen im nordrhein-westfälischen Landtag. Die Abgeordneten Horst Becker und Arndt Klocke wollten von der Landesregierung wissen, ob es Unterstützung für das Unternehmen und die Mitarbeiter geben werde. Sie fragten auch an, ob es Möglichkeiten zur Rettung von Streetscooter geben werde. Schließlich habe sich schon der einstige Gründer Schuh gezwungen gesehen, nach Möglichkeiten zur Rettung zu suchen. Schuh hatte zuletzt selbst erwogen, Streetscooter unter bestimmten Bedingungen zurückzukaufen und befindet sich nach eigener Aussage mit der Post im Gespräch darüber.

Quellen / Weiterlesen

Kooperation mit Ford in Köln Post stellt auch Bau des Streetscooter Work XL ein | Kölner Stadt-Anzeiger
Post beendet auch Produktion des StreetScooter Work XL bei Ford | Elektroauto-News
Bildquelle: © StreetScooter GmbH
Ajaz Shah
Ajaz Shah ist seit 2010 im Bereich der erneuerbaren Energien in der Projektfinanzierung und dem Projekmanagement für verschiedene Unternehmen tätig. Er arbeitete an Solar- und Windprojekten mit einer Gesamtkapazität von mehr als 50 MW in Deutschland, Spanien, Italien, Großbritannien, Tschechien und Frankreich mit. Daneben ist er freiberuflich im Online Marketing tätig. Ajaz hat zusammen mit Stephan Hiller energyload.eu im Oktober 2013 initiiert.

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