Stromspeicher gibt es inzwischen viele auf dem Markt, doch eine Entscheidung, welches System das richtige ist, ist nicht so einfach. Der Grund ist, dass sich verschiedene Stromspeichersysteme hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Effizienz nicht so einfach vergleichen lassen. Forscher an der HTW Berlin haben nun eine neue Kennzahl entwickelt, die alle Effekte berücksichtigt, die die Leistungsfähigkeit und damit die ökonomische Bilanz eines Solarspeichers verschlechtern.

Aktuelle Kennzahlen beziehen Verlustmechanismen nicht ein

Verbraucher, die mehr selbst erzeugten Solarstrom nutzen und deshalb in einen Heimspeicher investieren wollen, haben inzwischen die Wahl zwischen hunderten von Systemen. Bei der Bewertung der Effizienz haben sie im Moment nur die Möglichkeit, sich an Kennzahlen wie dem angegebenen Autarkiegrad, dem Eigenverbrauchsanteil oder dem Sys­tem­­nutz­ungs­grad zu orientieren. Deren Höhe ist jedoch vom Energiedurchsatz und damit von der Speicherkapazität abhängig. Sie beziehen außerdem nicht alle Verlustmechanismen mit ein, die die Effizienz eines Speichers verringern. Dazu gehören zum Beispiel Verluste bei der Umwandlung des auf dem Dach erzeugten Stroms. Hinzu kommen Regelungs-, und Dimensionierungsverluste, aber auch das Energiemanagement und der Bereitschaftsbetrieb haben einen Einfluss. Durch all diese Einflüsse und Faktoren geht Strom verloren, der dann aus dem Netz bezogen werden muss.

Der System Performance Index als neue, aussagekräftige Kennzahl

Der von den Forschern an der HTW jetzt im Rahmen des Forschungsprojektes LAURA neu entwickelte System Performance Index (SPI) bildet die Effizienz eines Solarspeichers in einer einzigen Kennzahl ab. Dazu haben die Forscher in einer Simulation exakt die Leistungsflüsse der einzelnen Speicher berechnet. Als Grundlage dafür nutzten sie Messwerte aus dem vom Bundesverband Energiespeicher (BVES) herausgegebenen „Effizienzleitfaden für PV-Speichersysteme“. Der SPI setzt die durch das reale Speichersystem erreichte Kosteneinsparung innerhalb eines Jahres ins Verhältnis zum theoretischen Sparpotential mit einem verlustfreien System gleicher Speicherkapazität. Er trifft damit eine klare Aussage darüber, wie stark Systemverluste die Wirtschaftlichkeit des jeweiligen Speichers verschlechtern. Außerdem ist er im Vergleich zu anderen Kennzahlen weniger abhängig von der Kapazität des Speichers. Somit kann er auch zum Effizienz-Vergleich von Batteriesystemen unterschiedlicher Speicherkapazität genutzt werden.

Die Forschungsgruppe hofft nun, dass die neue Kennzahl schnell vom Markt aufgegriffen wird. In Frage kommen zum Beispiel die Stiftung Warentest oder Vergleichsportale im Internet, die Verbrauchern die Kaufentscheidung erleichtern wollen.

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Quellen / Weiterlesen:
SPI: Neue Effizienzkennzahl für Stromspeicher entwickelt | Joule
Wie effizient sind eigentlich Solarstromspeicher? | htw
System Performance Index | htw
Bildquelle: Pixabay


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