E-Bikes bzw. Pedelecs sind beliebt und praktisch, doch sie kosten locker das Zweieinhalb-fache eines klassischen Fahrrades. Und damit ist es nicht getan: Zusätzlich zu den Anschaffungskosten müssen die Betriebskosten einkalkuliert werden. Worauf müssen sich frischgebackene E-Bike-Besitzer einstellen?

Der Stromverbrauch eines E-Bikes

Der Akku des E-Bikes muss bei häufiger Nutzung mehrmals die Woche an die Steckdose. Die Stromkosten an sich sind gering: Bei einer Akkukapazität von 300 Wh (0,3 kWh) und einem angenommenen Strompreis von 26 Cent pro Kilowattstunde kostet einmal laden 8 Cent. Bei einer Akkulebensdauer von 500 Zyklen wären das also nur 40 Euro über die gesamte Lebensdauer des Akkus. Mit einkalkulieren muss man aber die Kosten für einen Folgeakku, der je nach Kapazität zwischen 400 und 800 Euro kostet. Bei 500 Euro Anschaffungspreis und 500 Zyklen müsste man also einen Euro pro Ladevorgang auf die reinen Stromkosten aufschlagen.

Wie lässt sich die Lebensdauer des Akkus erhöhen?

Die Lebensdauer von modernen Lithium-Ionen-Akkus erhöht sich, wenn man den Akku möglichst nie leerfährt, sondern zwischendurch öfter nachlädt. Außerdem lässt sich der Stromverbrauch durch eine möglichst geringe Motorunterstützung senken. Also lieber mehr selbst treten! Beim Anfahren ist es besser, in einem niedrigen Gang mit einer höheren Trittfrequenz zu starten und dann langsam hochzuschalten. Das beansprucht den Elektroantrieb weniger und verringert ebenfalls den Stromverbrauch. Ebenfalls positiv auf die Reichweite und damit auf die Akkulebensdauer wirkt sich das Gewicht auf dem E-Bike aus. Es ist also besser, mit möglichst wenig Gepäck unterwegs zu sein. Falls das E-Bike im Winter im Keller bleibt, sollte man den Akku in einer wärmeren Umgebung lagern, also im Haus bzw. in der Wohnung.

Bestimmte Teile verschleißen beim E-Bike schneller

Wie bei herkömmlichen Fahrrädern müssen natürlich auch beim E-Bike die Kosten für Inspektionen und Verschleißteile einkalkuliert werden. Beim E-Bike werden die Bremsen durch das höhere Fahrzeuggewicht und die höheren Geschwindigkeiten stärker beansprucht als bei normalen Fahrrädern. Bei Modellen mit Mittelmotor wirken auch auf Kette und Zahnkranz starke Kräfte, die für eine schnellere Abnutzung sorgen. Kette, Ritzel oder Bremsbeläge müssen hier also unter Umständen schon nach 1.500 Kilometern ausgetauscht werden. Die Kosten dafür variieren stark und können nur grob angegeben werden: Bremsbeläge kosten zwischen 10 und 20 Euro, eine neue Kette und Kassette ist ab 45 Euro zu haben, wobei die Preise je nach Marke und Modell auch deutlich darüber liegen können. Hinzu kommt die Arbeitszeit der jeweiligen Mechaniker. Bei den Ersatzteilen sollte man darauf achten, dass sie für die höhere Belastung am E-Bike ausgelegt sind. Es lohnt sich, hier eher auf Qualität als auf einen niedrigen Preis zu achten.

Regelmäßige Inspektionen sind wichtig

Wie hoch die Kosten für Wartung und Verschleißteile am Ende sind, lässt sich vorab nicht genau sagen. Es hängt stark von der Art und Häufigkeit der Nutzung und auch der Qualität des Rades an sich ab. Auf jeden Fall ist es ratsam, das Bike lieber einmal mehr als weniger durchchecken zu lassen. Zum einen ist die Unfallgefahr etwa wegen einer gerissenen Kette bei höheren Geschwindigkeiten höher, zum anderen ist auch die Ausfallgefahr durch die elektronischen Bauteile höher. Es gibt übrigens auch Fahrradversicherungen, die Verschleißteile mitversichern. Nachfragen und Vergleichen lohnt sich also.

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Quellen / Weiterlesen:
E-Bike Folgekosten: Was E-Bike-Fahren wirklich kostet | Velomotion
Stromverbrauch E-Bike | stromissimo
Bildquelle: Wikipedia – Von VoltsonneEigenes Werk, CC BY 3.0


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Julian Respondek
Julian Respondek stammt aus Berlin, ist Diplom Sportwissenschaftler und betreibt mit verduro.de einen Internet Store für pflanzliche BIO Sportnahrung und nachhaltiges Sport- und Outdoor Equipment. Bis 2015 war er als Personal Trainer tätig und leitete international Trainerausbildungen im Bereich Hypoxietraining. Als ehemaliger Canadierfahrer und aktiver Radsportler liegt Julian der Naturschutz am Herzen und somit ist der Schritt zu den Themen Elektromobilität und autarke Energieversorgung nicht weit. Bei Energyload schreibt Julian über E-Mobilität, insbesondere E-Bikes und Gadgets.

4 KOMMENTARE

  1. Ich bin mir nicht sicher, ob es sich schon herumgesprochen hat, dass ein eBike NICHT schneller als ein Bike OHNE Motor ist….. den durch die bescheuerte Geschwindigkeitsbegrenzung mit 25 km/h kann man diese ja wohl nicht als überhöht bezeichnen. Mit dem Tourenbike, 28″ erreiche ich locker 30 km/h oder mehr, bergab nicht mitgerechnet. Wo soll da die „Mehrbelastung“ herkommen? Jene eBikes, die mit einem Direktantrieb mir Rekuperation fahren, haben sogar einen wesentlich geringern Verbrauch an Verschleissmaterialien. (bei meinem KTM eRace tauschte ich nach mehr als 8000 km erst die vorderen Scheiben – Bremsbacken…… über die sinnlosen Stromkosten zu diskutieren halte ich ebenso für überflüssig, da die ja einen Furz ausmachen. Das grösste Problem sind die zum Teil überhöhten Akku Kosten von Firmen wie zB KTM, da nur speziele Akkus für ein proprietäres System zu gebrauchen sind.

  2. Hallo Herr Julian Respondek,

    ja ich verstehe ihre Überraschung, habe die nötigen Angaben jetzt weiter unten auch gesehen, Danke für die Info.

    Hier noch eine Alternative was nicht nur Lade-Stromkosten Spart , es erhöht auch die Reichweite eines E Bikes so auch die Lebensdauer des Akkus, Siehe Bild: https://www.pinterest.de/pin/772930354770791315/

    Auch für Elektroroller haben wir uns etwas einfallen lassen: https://www.pinterest.de/pin/772930354770789464/ 😉

    Grüße aus München

    Voltsonne

  3. Sehr geehrter Herr Ok
    Wir haben das Bild von Wikipedia und die Bildquelle am Ende des Textes, so wie bei allen unseren Beiträgen, angegeben. Außerdem haben wir die Quellenangabe gemäß der Vorgaben/Bedingungen von Wikipedia vorgenommen. Insofern sind wir über Ihren Kommentar doch etwas überrascht. Was sollen wir ändern? Was können wir besser machen?
    Viele Grüße
    Julian Respondek

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