Elektrisches Fliegen rückt immer näher. Bei Leichtflugzeugen gibt es inzwischen erste Prototypen, die schon in wenigen Jahren auf Kurzstrecken eingesetzt werden könnten. Das israelische Start-up Eviation Aircraft hat nun ein elektrisches Flugzeug vorgestellt, das bis zu 9 Passagiere fast 1.000 Kilometer weit transportieren kann. Das Unternehmen plant einen Service für Flugtaxis nach dem Vorbild von Fahrdienstleister Uber.

Technologische Hürden müssen überwunden werden

Die auf der Pariser Luftfahrtschau vorgestellte Maschine wird immerhin 240 Knoten schnell (444 Km/h). Am Heck und an den beiden Flügelspitzen befinden sich Propeller, diese Bauweise soll den Luftwiderstand reduzieren. Schon im nächsten Jahr soll der erste Prototyp von Eviation abheben und ab 2020 in die Serienproduktion gehen. Als Lieferant für den Elektromotor ist unter anderem Siemens im Gespräch: Der Münchener Konzern arbeitet schon länger an leichten und leistungsfähigen E-Motoren für die Luftfahrt. Gerade ein möglichst niedriges Gewicht ist entscheidend, damit elektrisches Fliegen zur Realität werden kann. Die Lithium-Ionen-Akkus im Eviation-Flieger wiegen über 2.700 Kilogramm, nicht wenig bei einem Gesamtgewicht von rund 5.400 Kilogramm. Künftig könnte jedoch eine neuartige Batterietechnik das Gewicht reduzieren: Die nächste Generation der E-Flugzeuge von Eviation könnte Aluminium-Luft-Batterien einsetzen.

Per App ein E-Flugzeug bestellen

Eviation-CEO Omer Bar-Yohay zufolge sind die Kosten für die Bauteile und die Betriebskosten von elektrischen Flugzeugen viel niedriger als die herkömmlicher Maschinen. Außerdem sind E-Flugzeuge leise und emissionsarm. Bar-Yohay Vision ist es, mit Eviation Elektroflugzeuge langfristig als Flugtaxis für Strecken von einigen hundert Kilometern zu vermarkten. Kunden sollen sich einfach per App ein Flugzeug zu kleinen Regionalflughäfen bestellen können, so einfach wie jetzt ein Auto über Fahrdienstleister Uber. Das soll möglich werden, weil die Maschinen irgendwann sogar autonom unterwegs sein sollen.

Elektrisches Fliegen wird auch den Verkehr in Städten entlasten

Gerade auf der Kurzstrecke liegt das Potential von elektrischem Fliegen. Uber selbst plant ebenfalls einen Service mit Flugtaxis, bei dem auch Flugzeuge des Münchener Start-ups Lilium eingesetzt werden könnten. Diese eigenen sich aufgrund ihrer Fähigkeit zum vertikalen Starten und Landen besonders für den Einsatz in Ballungsräumen, wo sie den Verkehr entlasten sollen. Doch auch größere Maschinen mit E-Antrieb sind schon in der Entwicklung, und auch große Airlines erkennen inzwischen das Potential. Die Billigairline Easyjet will zusammen mit dem kalifornischen Unternehmen Wright Electric schon in zehn Jahren ein vollelektrisches Passagierflugzeug für 120 Personen in die Luft bringen.

Um seine Vision wahr werden zu lassen, braucht Eviation zunächst neues Kapital und sucht Investoren. Es werden 20 Millionen Dollar als Anschubfinanzierung benötigt.

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Quellen / Weiterlesen:
Dieses Elektroflugzeug peilt 1000 Kilometer Reichweite an | manager magazin
Start-up kombiniert Uber und Tesla für die Luftfahrt | Computerworld
All-Electric Eviation Makes Debut at Paris Air Show | Flying
We are building the future of regional transit, changing consumers perception of both distance and time | Eviation

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Stephan Hiller

Stephan Hiller ist erfahrener Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

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