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    Lastabwurf

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    lastabwurf-kraftwerk-energyloadUnter Lastabwurf versteht man das ungeplante Abschalten eines Stromverbrauchers, um die Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten. Das ist nötig bei einer starken Unterfrequenz (siehe Frequenzregelung), einer Unterspannung oder der drohenden Beschädigung von Hochspannungsleitungen oder Transformatoren durch thermische Überlastung.

    Meist werden Lastabwürfe automatisch ausgelöst und folgen einem mehrstufigen Plan: Dieser sieht zunächst das Abstellen bestimmter Pumpen vor und danach, wenn nötig, die Verringerung der Netzlast durch weitere, automatische Lastabwürfe. Dabei werden zufällig ausgesuchte kleine Netzgebiete automatisch vom Netz getrennt. Reicht das nicht aus, werden Kraftwerke vom Netz genommen, um eine Beschädigung der Anlagen zu verhindern. Im Extremfall, wenn ein Zusammenbruch des gesamten europäischen Stromsystems droht, können die einzelnen Netze voneinander getrennt werden, um die Teilnetze stabil zu halten.

    Ein Lastabwurf kann auch manuell in Leitzentralen ausgelöst werden. Manche Großverbraucher in der Industrie haben spezielle Verträge mit Stromversorgern als sogenannte Lastabwurfkunden. Das bedeutet, dass der Stromversorger die Anlagen dieser Verbraucher als Teil des Lastmanagements bei Bedarf mittels Rundsteuerung abschalten können, normalerweise nur für wenige Sekunden. Dafür erhalten diese Großkunden vergünstigten Strom. Dauer und Häufigkeit dieser Maßnahmen sind vertraglich geregelt.

    Lastabwurf in Kraftwerken

    In Kraftwerken sind Lastabwürfe mitunter notwendig, um Schäden an den Generatoren zu vermeiden. Ausgelöst werden kann eine solche Situation unter anderem netzseitig durch eine Überlastung des Generators durch Unterfrequenz. Dann wird der Generator vom Stromnetz getrennt, kann aber noch den Eigenbedarf des Kraftwerkes decken (Lastabwurf auf Eigenbedarf). Damit bleibt das Kraftwerk in Bereitschaft und kann jederzeit wieder zugeschaltet werden.

    In thermischen Kraftwerken werden die Generatoren durch Dampfturbinen angetrieben. Bei einer plötzlichen Entlastung der Generatoren durch Lastabwürfe im Stromnetz steigt die Drehzahl der Turbine stark an, sie droht „durchzugehen“. Die dabei auftretenden Fliehkräfte können die Anlage beschädigen, so dass die Dampfzufuhr sofort gedrosselt oder unterbrochen werden muss.

    Auch andere Stromerzeuger müssen auf Lastabwürfe eingestellt sein: Windkraftanlagen werden in einem solchen Fall innerhalb von Sekunden auf Trudelbetrieb heruntergeregelt, indem die Rotorblätter verstellt werden. Bei Wasserkraftwerken wird in solchen Fällen die Wasserzufuhr geschlossen, das Wasser wird dann angestaut oder an der Turbine vorbeigeleitet.

    Ein Lastabwurf kann auch durch Störungen im Kraftwerk selbst, also unabhängig von der Netzfrequenz auftreten. Mögliche Gründe sind Schäden am Generator oder an Transformatoren.

    Bildquelle: © Karl-Heinz Laube / pixelio – www.pixelio.de

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