Tesla ist der wertvollsten Autohersteller der Welt, obwohl sein Anteil am Weltmarkt gerade einmal 0,8 Prozent beträgt. An der Börse ist Tesla aktuell sagenhafte 470 Milliarden Euro wert, beste Voraussetzungen, um einen anderen großen Autohersteller zu übernehmen. Ein Experte sieht Daimler als besten Kandidaten dafür.

Tesla an der Börse im Höhenflug

Die Corona-Pandemie konnte Tesla nichts anhaben. Der Wert der Aktie hat sich 2020 fast versiebenfacht, wodurch Tesla mehr wert ist als die vier wertvollsten Autohersteller der Welt zusammen. Und das, obwohl Tesla nur eine halbe Million Autos im Jahr produziert. Zum Vergleich: Toyota und VW stellten 2019 über 10 Millionen Fahrzeuge her.

Der hohe Börsenwert von Tesla wäre eine Gelegenheit, mit einem großen Autohersteller zu fusionieren, schreibt der US-Autoexperte Christopher Thompson in einem Beitrag für Reuters. Er vergleicht den Deal mit der Übernahme von Time Warner durch AOL. Weil AOL dank der Dotcom-Blase zu Beginn des Jahrtausends sehr hoch bewertet war, konnte es mit dem damals größten Medienkonzern der Welt fusionieren. Auch Elon Musk zeigte sich auf einer Konferenz im Dezember offen für so einen Deal.

So würde Tesla von einer Daimler-Übernahme profitieren

Auf der Liste der möglichen Übernahmekandidaten steht für den Autoexperten Thompson Daimler ganz oben. Teslas bestehender, aufstrebender Kundenstamm könnte am besten zu einer Luxusmarke passen, schreibt er. Dabei würde eine Marke den besten Mehrwert bieten, die auf Niederspannungs-Elektrofahrzeuge setzt. Mit Daimler hätte Tesla den umsatzstärksten Hersteller von Luxusautos im Portfolio, derzeit 78 Milliarden Euro wert.

Zwar würde ein Geschäftsbereich, der auch Verbrennungsfahrzeuge beinhaltet, Teslas Glaubwürdigkeit als reines Elektro-Unternehmen verwässern. Elon Musk müsste sich außerdem mit den Zwängen einer deutschen Führungsstruktur auseinandersetzen, so Thompson. Andererseits könnte Tesla mit Daimler seine weltweite Autoproduktion um das Vierfache steigern, und auch von der tiefen Verankerung des deutschen Konzerns in Europa und China profitieren, den größten Märkten für Batteriefahrzeuge.

Andere Hersteller scheiden für eine Übernahme aus

Andere große Hersteller wie Ford Motor und General Motors sind keine Luxusmarken, und VW setzt bereits voll auf E-Fahrzeuge. Bei BMW wiederum schließt vermutlich der Familienbesitz eine Übernahme aus. Ein großes japanisches Unternehmen zu kaufen, ist ebenfalls schwierig, das zeige die Geschichte, schreibt Thompson. Und ein Supersportwagenhersteller wie Lamborghini, dem VW vielleicht bald abstoßen wird, wäre zu sehr in einer Nische angesiedelt.

Tesla braucht nicht einmal die Zustimmung der Aktionäre

Die Übernahme von Daimler hätte einen weiteren Vorteil für Tesla. Laut den US-Börsenregeln bräuchte Tesla für einen solchen Deal nur dann die Zustimmung der Aktionäre, wenn dadurch die ausgegebenen Aktien um 20 Prozent erhöht würden. Bei einer Übernahme von Daimler wäre dies nicht der Fall.

Daimler war übrigens früher an Tesla beteiligt und verkaufte seine Aktien 2014 wieder. Damals schon mit hohem Gewinn, aber dennoch deutlich unter dem heutigen Wert der Aktie.

Quellen / Weiterlesen

Breakingviews – Daimler could be Elon Musk’s Time Warner | Reuters
Ist Daimler der beste Übernahmekandidat für Tesla? Ein US-Experte sieht dafür gute Argumente | Business Insider
Bildquelle: Pixabay

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Stephan Hiller
Stephan Hiller ist Betriebswirt (Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin und in Cambridge, UK) mit umfangreicher Geschäftsführungs- und Start-Up Erfahrung. Er hat sich erfolgreich darauf spezialisiert, den Finanzbereich und das Controlling junger Unternehmen operativ zu betreuen und Start-Ups strategisch sowie in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Finanzen zu beraten. Er verfügt über umfassende kaufmännische Erfahrungen, die er durch mehrjährige Berufstätigkeit für internationale Unternehmen im In- und Ausland aufgebaut hat. Hierunter waren u.a. Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus der Automobilindustrie, Solarmodulhersteller und Projektentwickler aus dem Bereich erneuerbare Energien. Weiterhin hat er mehrere Unternehmensgründungen im Bereich erneuerbare Energien initiiert und erfolgreich mit aufgebaut. Stephan hat zusammen mit Ajaz Shah energyload.eu im Oktober 2013 gegründet.

4 KOMMENTARE

  1. Daimler’s CEO ist ja ein nicht nur stiller Bewunderer von Elon Musk. Und letzterer kann sich noch Zeit
    lassen, bis Daimler „ausgegründet“ hat Ende 2021. Wenn dann die Daimler „Trucks“ alsbald ins „Land
    der Mitte“ ziehen werden, verbleibt für Elon Musk nun der „fette Happen“ genannt ,“Mercedes-Benz PKW.
    Die Tesla Aktie, einstmals bei 900 Dollar pro share „schwächelt“ ja ktuell auch etwas und hat deren
    Zwischestand mit 600 Euro pro Aktie aktuell an der Frankfurter Börse auch schon mal verlassen. Warum
    denn dann nicht doch zeitnah eine „win-win-Situation“ für Elon Musk und Ola Källenius? Und wenn es
    schief laufen sollte können sich beide Manager ja mit einer Rakete a la Musk „ganz oben“ besprechen

    Daimler sollte allerdings zuvor noch ihre Milliardenschulden laut Konzernbilanz 1/2021 reduzieren und
    die in Satzung 8/2020 vorgesehene Erhöhung des Grundkapitals mit „sattem Aufgeld“ zu placieren in
    der Lage sein, dann könnte es gar für Daimler die zweie „Hochzeit im Himmel“ werden und als Trau-
    zeuge könnte man noch immer auf Jürgen Schrempp zurückgreifen. Warum denn auch nicht?

  2. Sachlich falscher Bericht.
    Wenn Tesla der wertvollste Autohersteller ist, dann gehört er zu den vier wertvollsten Autoherstellern.
    Und somit kann Tesla nicht mehr wert sein als die ersten Vier zusammen.

  3. Sehr geehrter Herr Stephan Hiller
    in Ihrem Beitrag vom 15 Mai 20ß21 spekulieren Sie über den Daimlerkauf durch Tesla !!
    darunter ähnliche Beiträge aber uralte Kamellen:
    Tesla Aktie stürzt ab!!!! vom Juli 2017
    Darunter Daimler hat keine Bedenken von 2017
    Tesla Laster für 2017 angekündigt !
    Was sollen diese Hinweise auf 4 Jahre alte Artikel ?
    Ist ja fast wie bei der BILDZEITUNG erst nach Lesen der aufgeführten Meldungen erkennt man das Alter.
    Thema Aktien:
    Ich hatte im Juni 2019 einige Tesla Aktien für 172€ gekauft , aber weil meine Frau den Horrormeldungen glaubte Dezember 2019 verkauft
    1 Quartal 2020 waren sie über 880 € am 28 August 2020 wurden die Aktien gesplittet für 1 gab es + 4 = 5 die dann im Okt. 2020 schon 350€ dh 5 x 350€= 1750€ = Verdoppelung des Werts vor Splitting (880 €)
    dabei sind viele Tesla Aktionäre sehr reich geworden .
    Leider habe ich einige im Februar 2021 für 550€ verkauft weil der Kurs fiel.
    bei Tesla gibt es immer stark schwankende Kurse und keine Dividende für Aktionäre wie bei DEUTSCHEN AUTOMOBIL INDUSTRIE !
    Tesla investiert in Neue Gigafabriken wie jetzt bei uns nahe Berlin.
    und in das weltweite Superchargernetz und kostenlose Destination- Charger in Hotels, Outlet-centern , Shopping- center etc. bisher kostet die KWh um 30 cent ohne Standgebühren etc.
    Ich fahre Privat Tesla S 70 D von BJ März 2016 mit AP1 und kostenlosem lebenslangen Laden.
    leider sind die Urlaube im Sept/Okt von jeweils ca. 5400km / 5 Wochen 2020 ausgefallen .
    Nächste Reise Anfang Juni nach Zadar / Kroatien ca 1360 km je Richtung mit vielen Tesla Superchargern etc.
    keinerlei Problem bei Tesla im Gegensatz zum Ladestationen -Anbieter / deutschen Automobilindustrie.
    da macht jeder seins ?
    Strom gibt es überall in Europa ggf. in Italien am Hotel im Notfall mit Drehstromanschluss , den Tesla bei seinen Ladekabel sowie Schuco, Drehstrom 32 A , Typ2 , CCS mitliefert oder Adapter CHADEMO , andere Steckersystem für England ,Schweiz usw.
    Das macht den Erfolg von Tesla die kein Geld für teure Werbung ausgeben und nur wenige Stores betreiben
    bzw. Tesla Verkauf online und über Probefahrten. Die Verbreitung erfolgt durch Mundpropaganda /Gespräche an Superchargern etc.
    Deutsche Hersteller bieten geringe Standard -Ausstattung und lange ,teure Zubehörlisten wo selbst der
    Zigarettenanzünder oder Navi , Digitalradio Internetverbindung alles extra bestellt / gekauft werden muss und nicht einmal UPDATES „over the air“ möglich sind, sondern tagelange Werkstattbesuche für software updates der bis zu 20 oder mehr Produkte derZulieferer notwendig sind

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