In der Schweiz entsteht ein großer Batteriespeicher zur Stabilisierung des Stromnetzes. Er wird von den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ) nächstes Jahr in Betrieb genommen und ist der größte seiner Art in der Schweiz und der zweitgrößte Europas.

Der Batteriespeicher soll zur Netzstabilisierung eingesetzt werden

Mit 7,5 Megawattstunden Kapazität und einer Maximalleistung von 18 Megawatt kann der Speicher 600 Durchschnittshaushalte einen Tag lang mit Strom versorgen. Die EKZ will mit dem Speicher am Schweizer Regelenergiemarkt teilnehmen und so Geld verdienen. Große Batteriespeicher sind im Zuge der Energiewende dringend nötig: Sie können unregelmäßig anfallenden Strom aus Wind und Sonne speichern und später wieder abgeben. Außerdem sind Batteriespeicher sehr reaktionsschnell und können fehlenden oder überschüssigen Strom im Netz in Sekundenschnelle bereitstellen bzw. aufnehmen. Diese Schwankungen treten schon jetzt regelmäßig auf, werden aber in Zukunft mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien weiter zunehmen. Batteriespeicher können solche Veränderungen schneller ausgleichen als Kohlekraftwerke oder auch Pumpspeicherkraftwerke. Pumpspeicherkraftwerke sind zwar auch reaktionsschnell und können viel größere Energiemengen speichern. Sie können wegen des aktuell niedrigen Börsenstrompreises jedoch vielerorts nicht wirtschaftlich betrieben werden.

„Großbatterien sind derzeit eine der lukrativsten Technologien“

Bevor die EKZ das aktuelle Speicherprojekt in Angriff genommen hat, das in der Gemeinde Volketswil entsteht, hat sie bereits einen kleineren Batteriespeicher zu Testzwecken betrieben. In das jetzige Projekt investiert die EKZ 6 Millionen Franken, etwa 5,16 Millionen Euro. Die geplante Lebensdauer des Speichers beträgt mindestens 10 Jahre. Mit der Teilnahme am Regelenergiemarkt soll der Speicher schließlich refinanziert werden. Großbatterien seien derzeit eine der lukrativsten Technologien, so Andreas Ulbig, Stromnetzexperte an der ETH Zürich. Der Markt entwickele sich rasant.

Die EKZ ist nicht nur auf dem Markt für Großspeicher aktiv, sondern vertreibt auch Heimspeicher, mit denen sich selbst erzeugter Solarstrom zwischenspeichern lässt. Die Preise für Batteriespeicher fallen seit Jahren, gleichzeitig steigt ihre Lebensdauer. Auf lange Sicht dürften Batteriespeicher eine wichtige Säule der Energiewende bilden, und dabei andere Technologien wie Pumpspeicher ideal ergänzen.

Größter Speicher Europas entsteht in Deutschland

Der größte Batteriespeicher Europas entsteht derzeit in Jardelund in Schleswig-Holstein gebaut und wird Windstrom zwischenspeichern. Mit einer Kapazität von 50 MWh lassen sich 5.300 Haushalte einen Tag lang versorgen. Das Projekt wird von niederländischen Energieversorger Eneco gemeinsam mit Mitsubishi umgesetzt und geht noch in diesem Jahr ans Netz.

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Quellen / Weiterlesen:
EKZ bauen grössten Batteriespeicher der Schweiz | EKZ
Strom für 600 Haushalte – Schweiz bekommt neue Riesenbatterie | Der Bund
EKZ planen neue Mega-Batterie | Der Landbote
Bildquelle: Wikipedia – Von Roland zh, upload on 2. September 2009 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0


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Prof. Dr. Johann Nagengast

Nach Abschluss seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und Promotion zum Thema „Outsourcing von Dienstleistungen“ an der Universität Regensburg war Johann Nagengast in verschiedenen internationalen Unternehmen in führenden Positionen tätig. Seit 2001 ist er Professor für Internationales Management und Project Management an der Technischen Hochschule Deggendorf. Als Trainer, Coach und Berater ist er intensiv in verschiedenen internationalen Projekten tätig. Seine Schwerpunkte liegen in der praxisnahen und pragmatischen Vermittlung und unternehmensspezifischen Anwendung aller Aspekte des Projektmanagements.

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